König Charles und Königsgemahlin Camilla

König Charles und Königsgemahlin Camilla

© Getty Images / Max Mumby/Indigo / Kontributor

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König Charles setzt auf demonstrative Normalität, obwohl es an allen Ecken brennt

Unter sämtliche Problemthemen scheint der Palast noch vor Charles' Krönung 2023 einen möglichst klaren Schlussstrich ziehen zu wollen.

12/18/2022, 05:00 AM

Nach dem Erscheinen von Prinz Harry und Herzogin Meghans Netflix-Dokureihe mit schweren Vorwürfen gegen die Royal Family setzt das britische Königshaus auf demonstrative Normalität. Das Paar werde zu Charles' Krönung im kommenden Jahr eingeladen, zitierte der Telegraph am Samstag eine Insider-Quelle. "Alle Mitglieder der Familie werden willkommen sein", hieß es. Charles ist seit dem Tod von Queen Elizabeth II neuer Monarch, offiziell gekrönt wird er jedoch erst am 6. Mai.

Am Tag der feierlichen Zeremonie wird Harry und Meghans Sohn Archie seinen vierten Geburtstag feiern. Die vierköpfige Familie, zu der auch die kleine Lilibet (1) gehört, lebt mittlerweile in Kalifornien.

Probleme über Probleme

In der vor wenigen Tagen vollständig veröffentlichten Netflix-Dokuserie namens "Harry & Meghan" erhob das Paar erneut Vorwürfe gegen den Palast. Sein Vater Charles habe die Unwahrheit gesagt und sein Bruder Prinz William habe ihn angeschrien, erzählt Harry darin vor laufender Kamera im Rückblick auf die Diskussionen über seinen Ausstieg aus dem Königshaus. Außerdem beschuldigten er und Meghan den Palast, gezielt negative oder falsche Informationen über sie an die Medien gegeben zu haben.

Die Royal Family beabsichtige nicht, öffentlich zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen, schrieb dazu der Telegraph. Man wolle Würde bewahren und nicht darauf bestehen, das letzte Wort zu haben, zitierte das Blatt seine Quellen.

Business as usual im Palast

In den Tagen nach Erscheinen der Doku demonstrierten die Royals stattdessen Normalität und Gelassenheit. Bei einem von Prinzessin Kate veranstalteten Weihnachtskonzert in der Westminster Abbey traf sich die gesamte Familie strahlend und in farblich abgestimmten, festlichen Outfits zwischen Lichterglanz und Tannenbaum zum Weihnachtssingen. Charles setzte mit einem Besuch bei einem jüdischen Gemeinschaftszentrum erneut ein Zeichen für seinen Anspruch, Monarch auch für Angehörige anderer Religionen sein zu wollen. Ausgelassen tanzte er am Freitag mit Holocaust-Überlebenden - unter anderem der 93-jährigen Eva Schloss, einer Stiefschwester der für ihr Tagebuch berühmt gewordenen Anne Frank.

Unter Problemthemen scheint der Palast noch vor dem Fest einen möglichst klaren Schlussstrich ziehen zu wollen: So entschuldigte sich eine frühere Hofdame auch noch öffentlich bei der Aktivistin, die ihr vor kurzem nach einem Empfang von Königsgemahlin Camilla Rassismus vorgeworfen hatte. Ihr Amt hatte sie bereits zuvor niedergelegt.

Auch bei Problem-Royal Prinz Andrew, der wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein keine öffentlichen Aufgaben mehr übernimmt, scheint zumindest in finanzieller Hinsicht mehr Ruhe einzukehren. Dem Telegraph zufolge soll er mittlerweile erfolgreich sein Chalet in der Schweiz verkauft haben. Zwischenzeitlich waren Andrews Verkaufsversuche durch seinen Rechtsstreit gegen die US-Amerikanerin Virginia Giuffre erschwert worden. Andrew hatte im Februar einen millionenschweren Vergleich mit Giuffre geschlossen, die ihm vorgeworfen hatte, sie mehrmals als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew wies die Vorwürfe stets zurück.

Kurz nach den Feiertagen steht den Royals allerdings mutmaßlich schon die nächste Vorwurfswelle ins Haus: Für den 10. Jänner hat Prinz Harry das Erscheinen seiner Memoiren angekündigt.

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