German presenter Joko Winterscheidt arrives on the red carpet for the Bambi 2015 media awards ceremony in Berlin, Germany November 12, 2015. The annual Bambi awards honour celebrities from the world of entertainment, literature, sports and politics. REUTERS/Stefanie Loos

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Namenslüge
05/25/2016

Enthüllt: "Joko" frotzelte alle mit falschem Namen

Der Erfolgs-Modertor hat verraten, dass er bei seinem zweiten Vornamen geschummelt hat.

Joko Winterscheidt
hat seine Fans jahrelang an der Nase herumgeführt. Das verriet der "Circus HalliGalli"-Macher nun in der "WDR"-Talkshow "Zimmer frei". Zunächst ging es in der Plauderei mit Moderatorin Christine Westermann lediglich um sein Selbstvertrauen, seine Kritik an sich selbst und um seine Ängste. Doch nach gut einer halben Stunde enthüllte Winterscheidt plötzlich sein wohl am längsten gehütetes Geheimnis - nämlich als Westermann ihn auf seinen zweiten Namen ansprach.

Winterscheidt: Zweiter Vorname nur erfunden

Bisher nahmen alle an "Joko" sei die Abkürzung für Joachim Cornelius. So stand es auch im Wikipedia-Eintrag des 37-Jährigen. Doch das war bloß gelogen, wie der Moderator jetzt zugab.

"Joachim Cornelius ist ja ein schöner Name. Woher kommt Cornelius?", wollte Westermann wissen.

Der Spaßvogel antwortete darauf lachend: "Wenn ich das jetzt erzähle ... den Namen gibt's nicht. Das haben wir irgendwann mal im Rahmen der Sendung erfunden."

Und er fuhr fort: "Das ist wirklich unser größter Coup, dass wir irgendwann mal in einem Beitrag für die Berlinale mich Joachim Cornelius genannt haben."

Damit hätte wohl niemand gerechnet.

Auf die Frage, ob denn Joachim wenigstens sein richtiger Name sei, bejahte der 37-Jährige. Bei Wikipedia wurde daraufhin erst mal fleißig in die Tasten gehauen und der Eintrag über den Entertainer korrigiert. Unter dem Abschnitt "Leben und Karriere" steht nun als zuletzt hinzugefügter Punkt: "Wie jahrelang behauptet, ist der zweite Vorname von Joachim "Joko" Winterscheidt nicht Cornelius. Dieser ist von Winterscheidt und seinem Partner Klaas Heufer-Umlauf frei erfunden und dann weiterverbreitet worden."

Aus dem Archiv:

Curtis bis Monroe: Hollywoods Künstlernamen sterben aus

Bernard Schwartz, Issur Demsky, Doris Kappelhoff, Norma Jeane Mortenson - unter ihren Geburtsnamen hätten sie es in Hollywood vielleicht nicht weit gebracht. Doch mit den Pseudonymen Tony Curtis, Kirk Douglas, ...

... Doris Day und Marilyn Monroe wurden sie zu großen Stars. Derart drastische Namensänderungen sind inzwischen aus der Mode gekommen, wie die Germanistin Nikola Kunz herausfand.

"Heute ist es richtig schwer, unter den jüngeren Jahrgängen wirkliche Pseudonyme zu finden, wie sie in früheren Hollywoodjahren üblich waren", sagte die Namenforscherin der dpa. Bild: Kirk Douglas, der eigentlich Issur Demsky heißt

Für ihre Studie "Von Melvin Kaminsky zu Mel Brooks - Wie Hollywood sich einen Namen macht" nahm Kunz die Künstlernamen von etwa 900 Hollywoodschauspielern der Geburtsjahre 1910 bis 1989 unter die Lupe.

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Nachnamen entfernt "Glee"-Star Lea Michele Sarfati ließ einfach ihren Nachnamen fallen. Insgesamt bleibt man dem bürgerlichen Namen weitgehend treu. Dahinter stehe wohl die Absicht, den eigenen Namen besser zu vermarkten und nah am Publikum zu bleiben, vermutet Kunz.

Streisand ließ "A" weg Für Barbra Streisand machte schon ein einziger Buchstabe einen großen Unterschied. "Mit 18 Jahren wollte ich einzigartig sein, ohne aber meinen ganzen Namen zu verändern, das wäre falsch gewesen", erzählte die gebürtige Barbara Streisand 2009 dem US-Sender CBS. So musste nur ein "A" im Vornamen dran glauben.

Name wurde vorgeschrieben Ein Grund für die kompletten Namensänderungen im Hollywood der 40er- und 50er-Jahre war das damalige Studiosystem, fand Kunz bei ihren Forschungen heraus. "Die Schauspieler waren per Vertrag angestellt und stark abhängig. Oft wurde ihnen ein Name vorgeschrieben, der zu dem Image passte, das das Studio aufbauen wollte."

Rock Hudson So wurde aus Roy Fitzgerald Hollywoods Frauenheld Rock Hudson. "Rock hörte sich rauer an und passte damit besser zu dem Heldenimage", erklärt Kunz.

Doris Day Der Künstlername Doris Day (geborene Doris Mary Ann Kappelhoff) ging mit den leichten Komödien und Musicals einher, mit denen sie berühmt wurde.

Kim Novak Kim Novak, die als Kind tschechischer Einwanderer 1933 in Chicago als Marilyn Pauline Novak geboren wurden, stritt sich mit dem mächtigen Studioboss Harry Cohn, der ihr den Künstlernamen Kit Marlowe verpassen wollte.

Das klang für sie einfach "falsch", sagte Novak 1996 der Washington Post. Bei "Kim" habe sie am Ende dann doch nachgegeben.

Michael Keaton Auch heute gibt es im Hollywoodsystem noch Auflagen. Fast alle Schauspieler sind Mitglied des SAG-Verbands (Screen Actors Guild), der keine identischen Namenseinträge erlaubt. So konnte sich "Batman"- Darsteller Michael Keaton nicht unter seinem bürgerlichen Namen Michael Douglas einschreiben, der war schon vergeben. Er wählte Keaton als Hommage an seine Kollegin Diane Keaton.

Nicolas Cage, der als Nicholas Kim Coppola zur Welt kam, nahm einen neuen Namen an, um sich von seinem berühmten Onkel Francis Ford Coppola abzugrenzen.

"Danach wusste niemand, dass ich Coppola bin. Ich musste mich neu erfinden und habe angefangen, an mich selbst zu glauben", sagte Cage 2011 beim Filmfestival in Toronto. "Mein wahres Ich ist Nicolas Cage. So steht es auch in meinem Pass."

Wenn schon ein neuer Name, dann ist die Wahl meistens "neutral, nicht zu exotisch, mehr wie eine weiße Leinwand", sagt Kunz. Das dachten sich wohl auch Melvin Kaminsky, Maurice Micklewhite und das Schauspieler-Duo Carlo Pedersoli und Mario Girotti . Bekannt wurden sie mit den Künstlernamen Mel Brooks, Michael Caine und ...

... als Italo-Western-Stars Bud Spencer (84) und Terence Hill (75).