Janelle Monáe bei der Met Gala 2019.

© Neilson Barnard/Getty Images

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07/13/2019

Janelle Monáe: "Mutter hatte viele Fragen zu meiner Pansexualität"

Mit "Make me Feel" wurde die 33-jährige Musikerin international bekannt. Im Interview spricht sie über die Hintergründe ihrer Musik.

Sie habe immer neu definieren wollen, wie eine "coole, junge, schwarze Frau" in der gegenwärtigen Musikindustrie aussehen kann, erzählte Janelle Monáe der InStyle. Die 33-Jährige wurde mit ihren Songs "Make Me Feel", vom dritten Album "Dirty Computer", und den "Vagina Hosen" aus ihrem Video zu "PYNK" weltweit bekannt. Nach dem Release dieses Albums outete sie sich als Pansexuell. Ein Hintergrund, den sie in ihre Musik stark einfließen lässt.

"Ich war nie daran interessiert, mich in ein System einzufügen, das weder für mich noch mit mir im Hinterkopf gebaut wurde. Ich bin daran interessiert, diesen Scheiß niederzubrennen und etwas Neues zu bauen", so Monáe. Ihr Album sei ihre Art und Weise das Wertesystem der Musikindustrie infrage zu stellen und es von Innen umzukrempeln.

"Eines der Dinge, die mich vor "Dirty Computer" gestört haben, war dieses Konzept der Politik der Seriosität. Männer und Frauen, die der Meinung sind, dass wir Aufmerksamkeit suchen, wenn wir uns auf eine bestimmte Art und Weise kleiden, wenn wir Haut zeigen", so Monáe. "Ich will deine Aufmerksamkeit nicht. Ich übe meine Freiheit aus. "

In der Musikindustrie würde es vor allem auch um ein Machtgefälle gehen. Als oft einzige schwarze Frau im Raum habe sie oft das Gefühl, sich mehr behaupten zu müssen und fühlte sich früher oft eingeschüchtert. Mittlerweile habe sie erkannt, dass sie "ein wichtiger Teil des Puzzles" sei und ihre Ideen dazu beitragen können das gegenwärtige Narrativ zu verändern.

Ehrlicher Umgang mit Sexualität

Als Künstlerin, egal ob durch Schauspiel oder Musik, sieht sie sich verpflichtet die Wahrheit zu sagen. Ihre Kunst sei vor allem eine Form des Geschichtenerzählens, gleich durch welches Medium. Und ihre eigene, eben auch pansexuelle, Geschichte zu erzählen, war für Janelle Monáe zu Beginn ihrer Karriere nicht einfach. Sie kommt aus einer streng religiösen Familie, in der jedwede Form der Homosexualität eigentlich verurteilt wird.

"Die Mehrheit [meiner Familie, Anm.] wuchs baptistisch auf. Predigten drehten sich darum, dass wenn man homosexuell ist und nicht bereut und ein hetero-normatives Leben führt und heiratet - Ist die Hölle das Endziel", erzählt Monáe. "Ich habe zuerst mit meiner Mutter und meinem Vater gesprochen, und insbesondere meine Mutter hatte viele Fragen. Ich sagte: 'Mama, der einzige Weg, auf dem ich Kunst schaffen kann, ist, meine Geschichte ehrlich zu erzählen. Sie muss von einem ehrlichen Ort kommen, und das ist wer ich bin. Ich kenne keinen anderen Weg. Ich muss über meine Sexualität sprechen. Ich muss darüber sprechen, dass ich schwarz bin. Ich muss über meine Weiblichkeit sprechen. Ich muss über diese Dinge reden. Sie sind, was mich als Person definiert.'"

Mittlerweile jedoch würde vor allem ihre Mutter sie in ihrem Heimatort vor Kritikern verteidigen. Monáes Motto ist, sich selbst so zu akzeptieren wie man ist. Auch wenn andere es unangenehm fänden. "Auch wenn man selbst der Andere ist", sagte die Musikerin der InStyle. Sie habe lange selbst nicht wirklich an den Spruch geglaubt, aber gelernt, sich selbst aufrichtig zu akzeptieren.