freizeit
26.05.2018

POP & NACKTE TATSACHEN: Frauen übernehmen die Kontrolle

Ausgehen ohne Unterwäsche, Vagina-Hosen, nackt auf der Bühne: Frauen nehmen die wesentlichen Dinge des menschlichen Zusammenseins selbst in die Hand. Es war höchste Zeit. Was Elon Musk, der Popstar unter den Milliardären, damit zu tun hat? Alle Antworten gibt es hier.

Keine Angst, keine falsche Scham: Mitten in der #metoo-Debatte gehen Künstlerinnen in die Offensive. Sie lassen sich die Bestimmung über sich und ihre Sexualität nicht von Machtmenschen mit verschwitzten Grabschhänden entreißen. Verstecken? Nein, warum denn!  Mein Körper, meine Entscheidung, meine Lust, sagen die Sängerinnen. Egal, ob es eine intime Herangehensweise ist wie von Jazzerin Melody Gardot, die auf ihrem aktuellen Live-Album die Verletzlichkeit zeigt, mit der sie ihren kreativen Output auf der Bühne präsentiert oder die In-your-Face-Attitüde der jungen Britin IAMDDB. Oder US-Superstar Janelle Monae, die in ihren neuen Videos „Pussy Power“ zelebriert und auch bei der diesjährigen Grammy-Gala mit ihrer Rede für Aufsehen gesorgt hat. Wer glaube, Frauen heute noch einschüchtern zu können, täusche sich gründlich. Und: „Wir kommen in Frieden – aber wir meinen es ernst.“

JANELLE MONAE

Meine Damen und Herren, diese Hosen soll es demnächst zu kaufen geben! Zumindest hat Superstar Janelle Monáe das angekündigt. Und ja, sie nennt die Teile auch ganz ungeniert beim Namen: „Vagina Pants“.  Auf ihrer aktuellen CD „Dirty Computer“ geht es – oberflächlich betrachtet – recht eindeutig um Sex, bei genauerem Hinhören  aber um etwas  Aktuelleres: das Bekenntnis zum „Frausein“ und die Kontrolle über den eigenen Körper. „We gave you life, We gave you birth, We gave you God, We gave you Earth ...“, rappt sie im phänomenalen „Django Jane“, um in „Pynk“ den rosa Kern des Universums zu feiern. Stark. Und gut. In den Videos mit dabei ist ihre Freundin Tessa Thompson  – und die zeigt in der grandiosen TV-Serie Westworld aktuell Frauen-Power. Egal, ob sie sich schnell mal einen Sex-Roboter zu Gemüte führt, eine Firma übernimmt oder einen  Überfall leitet. Was für ein Team!

 

IAMDDB

Niemand ist zurzeit hipper als die 21-jährige Musikerin aus Manchester. Ihr Vater ist Tontechniker und Bassist, sie galt als hoffnungsvollster Jazz-Nachwuchs des Landes, hat mittlerweile Nu-Soul und Trap mit den Sounds ihres Vaters zu „Urban Jazz“ verschmolzen und singt vom Ausgehen ohne Unterwäsche, über die Auswahl, die „frau“ beim Casual Sex trifft – und natürlich  das Phänomen „Uber, Uber everywhere ...“

 

MELODY GARDOT

Die 33-Jährige aus Philadelphia zählt seit zehn Jahren zu den erfolgreichsten Jazzmusikerinnen der Welt. Ihre angeraute Stimme, die nahtlos zwischen sanft brüchig und virtuos fordernd changiert, geht unter die Haut. Die Gitarre trägt sie nicht nur zur Zierde, am Klavier ist sie auch im männlich geprägten Genre der anspruchsvollen Improvisation eine Meisterin. Ein schwerer Fahrradunfall fesselte sie mit 18 ein Jahr ans Krankenbett, noch heute leidet sie unter chronischen Schmerzen.  Und unter einer ausgeprägten Angst, sich öffentlich zu präsentieren. „Du fühlst dich so verletzlich, so nackt“, sagt sie. Dieser Angst tritt sie mit dem Cover ihrer CD „Live In Europe“ entgegen. Sex sells? Nein, self empowerment!

 

GRIMES

Die Kanadierin hat mit  Freundinnen ein echtes Pop-Art-Imperium zwischen romantischen Prinzessinnen-Spitzen und kinky Sex aufgebaut. Dazu macht sie großartige elektronische Musik. Ohne starke Männer zu brauchen. Mit Schaltkreisen kennt sie sich selbst gut genug aus. Das hat Janell Monáe erkannt, mit der sie „ Pynk“ und „Venus“ aufgenommen hat. Und Super-Entrepeneur Elon Musk, der sich rettungslos in die 30-Jährige verliebt hat. Kein Wunder, wenn jemand einen Trend rechtzeitig erkennt, dann ist es dieser Mann. Und wer weiß,  vielleicht bringt sie ja sogar seinen Tesla auf Kurs ...