Der französische Schauspieler Dany Boon zu Gast in Wien.

© Gerhard Deutsch

Unterwegs mit
04/13/2014

Dany Boon: "Ich habe Angst vor Bakterien"

Der Franzose war einst Straßenclown, heute ist er Europas bestbezahlter Schauspieler.

von Maria Gurmann,

Daniel Hamidou, alias Dany Boon, sieht richtig gut aus. Schlank im weißen Hemd, smart mit schicker Brille – so erinnert er gar nicht an den tollpatschigen Antoine aus seinem Kinohit "Willkommen bei den Sch’tis" oder an den hysterischen, eingebildeten Kranken aus seinem neuesten Film "Super-Hypochonder". Auf seinem Kurzbesuch in Wien genießt der Franzose den Rundumblick vom Restaurant Le Loft, macht mit seinem Handy ein paar Selfies und verschickt sie an seine Kinder.

Dany Boon

Dany Boon

Dany Boon

Dany Boon

Dany Boon

FRANCE DEAUVILLE FILM FESTIVAL

Dany Boon - Super-Hypochonder…

Der 47-jährige Komödiant lacht, redet viel, und ist glücklich, wenn man sich über seine Witze zerkugelt. Er will sein Publikum lachen hören, ihm nahe sein. Natürlich nicht zu nahe, weil er, wie seine Filmfigur, panische Angst vor Bakterien und Krankheiten hat.

Für seine Fans ist der Komiker seit Monaten unterwegs. In 70 verschiedenen französischen Städten besuchte er die Filmstarts. Jetzt reist der Sohn eines gebürtigen Algeriers und einer nordfranzösischen Putzfrau durch ganz Europa. In seiner Heimat haben bereits mehr als fünf Millionen Kinobesucher den "Hypochonder" gesehen.

Rekordhalter

Seine Künstlerkarriere begann auf dem Trottoire. "Ich habe Gitarre gespielt, war Straßenclown. Das war eine harte Schule, aber vielleicht auch die leidenschaftlichste. Dann trat ich in Cafés und kleinen Kellertheatern auf. In meinen Inszenierungen spiele ich noch immer viel mit Sprache, mit Pantomime und Musik – alles Elemente aus dem Theater, dem Zirkus", erklärt der Schauspieler, der sämtliche französische Kinorekorde brach und selbst die Erfolge von Louis de Funès übertraf.

Seit die Komödie über die Sch’tis vor sechs Jahren 20 Millionen Besucher in die Kinos lockte, gilt Boon als der bestbezahlte Schauspieler Europas. Als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller brachte ihm der Streifen 26 Millionen Euro ein. Damit schlug der Komiker laut Tageszeitung Le Figaro selbst Weltstars wie Brad Pitt und Tom Cruise. Pitt verdiente 2008 16,5 und Cruise "nur" 9,4 Millionen Euro.

Geändert hat sich der Franzose "mit Berberblut" trotzdem nicht. "Außer, dass ich älter geworden bin, zwei Ex-Frauen und fünf Kinder habe", scherzt er. Er vergöttert seine Frau Yael Harris (33), mit der er drei Kinder (9, 7 und 4 Jahre alt) hat. Aus Liebe zu ihr ist der Katholik vor zwölf Jahren zum Judentum übergetreten. "Obwohl Yael nichts gesagt hat, sah ich in ihren Augen, dass sie gerne in der Synagoge heiraten möchte. Es war ihr Traum. Also ging ich ein Jahr zum Rabbi, lernte die Gebete auf Hebräisch zu lesen und konvertierte. Das war der schönste Liebesbeweis", erinnert sich Boon.

Witzbold

Zu Hause spielt er gerne den Clown. "Meine Kinder sind manchmal schon angefressen darüber, weil sie lieber einen seriösen, richtigen Vater hätten", gesteht der Autofanatiker. Verschwenderisch sei der zu Sparsamkeit erzogene Daniel noch immer nicht. Aber seine liebsten Hobbys kann er sich locker leisten: Autos und der eigene Kinosaal. "Wenn ich nicht unterwegs bin, schaue ich mir jeden Tag einen Film an. Entweder zu Hause oder ich gehe ins Kino und zahle für meine Karte wie jeder andere." Liebesgeschichten, Komödien oder Dramen mag er. Horror weniger.

Boon liebt schnelle, britische Sportwagen. Zwar wurde gerade der Aston Martin verkauft. Dafür steht noch ein McLaren in der Garage. Den er nur wenig fährt, weil die Großfamilie in einem SUV chauffiert wird.

Einen Traum will er sich noch erfüllen: Eines Tages möchte er mit seiner Frau und allen Kindern auf einem Segelboot die Welt entdecken. Monatelang. "Aber vielleicht werden wir, sobald wir auf See sind, wieder umkehren, weil ich seekrank werde." Das wird der begnadete Komödiant und Hypochonder sicher nicht. Er ist ein Glückspilz, der weiß, wie seine Träume wahr werden.

Filmtipp

Super-Hypochonder: Komödie des Gespanns von „Willkommen bei den Sch’tis“ um einen Hypochonder, dessen bester Freund, sein Arzt, versucht, eine Frau für ihn zu finden. Mit Dany Boon, Kad Merad und Neuentdeckung Alice Pol.

6 Fragen - 6 Antworten

Meine Mutter sagt immer: Warum reist du in der ganzen Welt herum?

Der lustigste Tag war gestern. Ich versuche, mein Leben immer zu genießen. Ich mache Witze und möchte, dass die Leute lachen.

Angst habe ich vor Krankheiten und Bakterien. Vieles in meinem neuen Film "Super-Hypochonder" ist

autobiografisch.

Humor ist der beste Weg, die Tragödie des Lebens zu ertragen.

Weinen muss ich, wenn ich einen berührenden Film sehe.

Ich träume davon, in den Tag hineinzuleben – faire la grasse matinée.

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