Academy Awards

Witze, Seitenhiebe und ein Skandal: Die Oscars 2018

Bewegende Momente und kleine Seitenhiebe auf Stars - das war die Oscarverleihung 2018.

03/05/2018, 05:46 AM

Schon bevor die Preisverleihung ├╝ber die B├╝hne ging, gab es gen├╝gend Tratsch am Red Carpet. Der Grund: Viele Schauspielerinnen verweigerten Moderator Ryan Seacrest ein Interview. Er war f├╝r den Sender E! im Einsatz und wurde vor einigen Wochen der sexuellen Bel├Ąstigung von einer Kollegin beschuldigt. Er bestreitet den Vorwurf vehement.

16 der 20 oscarnominierten Schauspielerinnen verschm├Ąhten den Small Talk mit Seacrest, darunter Margot Robbie und Viola Davis, die den Moderator beim Vorbeigehen einfach ignorierten.

Zumindest Mary J. Blige und weniger bekannte G├Ąste stoppten f├╝r den Moderator. Als Seacrest f├╝r Minuten keine Gespr├Ąchspartner finden konnte, rettete ihn seine alte Kollegin Kelly Ripa, die sich f├╝r ein Pl├Ąuschchen bereit zeigte.

Feuchtfr├Âhlicher Auftritt

Sie wollte nicht auf die After-Party warten: Oscarpreistr├Ągerin Jennifer Lawrence genehmigte sich bereits w├Ąhrend der Preisverleihung mehrere Gl├Ąser Wein und wirkte schon bald sichtlich beschwipst. Sie verga├č s├Ąmtliche Benimmregeln und machte mit ausgelassenen Posen Schlagzeilen. Die Schauspielerin hatte erst vor Kurzem verk├╝ndet, dass sie sich eine zweij├Ąhrige Pause von Hollywood nehmen will - und feierte offenbar schon jetzt flei├čig vor.

Anspielungen auf Oscar-Patzer

Lawrence am├╝sierte sich jedenfalls pr├Ąchtig - auch auf Kosten ihrer besten Freundin, Emma Stone.

"Wenn dieses Jahr dein Name verk├╝ndet wird, steh nicht gleich auf. Gib uns eine Minute", scherzte Moderator Jimmy Kimmel in Anspielung auf Faye Dunaways und Warren Beatys Oscar-Patzer vom vergangenen Jahr, die damals versehentlich "La La Land" in der Kategorie bester Film verk├╝ndet hatten, ├╝ber Emma Stone.

Die war damals als Erste aufgestanden, um sich vom Publikum bejubeln zu lassen. Umso peinlicher war es dann, als sich herausstellte, dass "Moonlight" der eigentliche Gewinner war.

Die anged├╝delte Lawrence konnte ihre Schadenfreude ├╝ber Kimmels Seitenhieb auf ihre Freundin nicht verbergen - wor├╝ber im Netz nun flei├čig gewitzelt wird.

Dunaway und Warren Beaty bekamen ├╝brigens die Chance, ihre Oscar-Panne vom vergangenen Jahr wieder gut zu machen. Diesmal ging alles gut: Dunawy und Beaty k├╝rten "The Shape of Water" ohne Versprecher zum besten Film. Regisseur Guillermo del Toro konnte es dennoch nicht lassen, einen Kontrollblick auf den Inhalt im Kuvert zu werfen, bevor er seiner Freude freien Lauf lie├č.

Das ging daneben: Lindsey Vonn

Zum ersten Mal am Red Carpet der Oscars war Ski-Rennl├Ąuferin Lindsey Vonn zu sehen. Allerdings landete sie mit ihrem opulenten und etwas zu eng wirkenden Transparent-Look kombiniert mit Protz-Kette und Extrem-Blondierung prompt auf den Worst-Dressed-Listen.

Red Carpet: Roben bei den Oscars 2018

Bewegender Moment: Sam Rockwells Rede

Eine sehr pers├Ânliche Anekdote erz├Ąhlte Sam Rockwell als er f├╝r "Three Billboards outside Ebbing, Missouri" den Oscar als bester Nebendarsteller gewann. Seine Liebe zum Film habe er seinem Vater zu verdanken. Als Schulkind wurde er einmal zum Direktor zitiert. Sein Vater kam in die Schule und meinte: "Komm mit, es ist wegen Oma." Drau├čen fragte Sam: "Was ist mit Oma?" - "Nichts", erkl├Ąrte sein Vater, "wir gehen ins Kino."

Danach hob Rockwell seine Oscar-Troph├Ąe in die Luft und widmete den Preis Philip Seymour Hoffman: "F├╝r meinen alten Kumpel Phil Hoffman!" Der 2014 verstorbene Schauspieler und enge Freund war wie Sam Rockwell in der New Yorker Labyrinth Theater Company.

Niemand freute sich ├╝ber den Preis offenbar mehr als Rockwell, der seiner Freundin einen leidenschaftlichen Kuss gab, bevor es auf die B├╝hne ging.

Gef├Ąhrlich

Die Produktion "Icarus" ├╝ber globale Doping-Gesch├Ąfte gewann den Preis als beste Dokumentation. Die Macher dankten auf der B├╝hne dem russischen Whistleblower Grigori Rodschenkow, der ├╝ber das russische Doping-Business auspackte: "Er lebt in gro├čer Gefahr."

Witzig

Die langj├Ąhrige Komikerin Allison Janney, bekannt aus der Serie "Mom", erhielt einen Oscar als beste Nebendarstellerin f├╝r "I, Tonya". Anders als alle anderen Preistr├Ąger erkl├Ąrte sie nicht, wem sie den Erfolg zu verdanken hat: "Ich hab das alles allein geschafft", scherzte sie zu Beginn ihrer Dankesrede.

St├Ąrkster Moment

Den emotionalsten und st├Ąrksten Moment zum Thema unterdr├╝ckte Frauen im Filmgesch├Ąft, hatte Frances McDormand. Als sie den Oscar als beste Hauptdarstellerin f├╝r ihre Leistung in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" entgegennahm, forderte sie alle nominierten Frauen im Raum auf, von ihren Pl├Ątzen aufzustehen.

"Seht euch um, meine Damen und Herren. Wir alle haben Projekte, die Finanzierungen brauchen. Sprecht mit uns nicht bei den heutigen Partys dar├╝ber. Ladet uns in eure B├╝ros ein oder kommt in unsere, was auch immer euch lieber ist. Ich habe nur zwei Worte, die ich euch heute mitgebe: Inclusion rider".

Damit spricht sie die Inklusionsklausel an, die immer Schauspielerinnen fordern - eine vertraglich festgelegte Quote."Seht euch um, meine Damen und Herren. Wir alle haben Projekte, die Finanzierungen brauchen. Sprecht mit uns nicht bei den heutigen Partys dar├╝ber. Ladet uns in eure B├╝ros ein oder kommt in unsere, was auch immer euch lieber ist. Ich habe nur zwei Worte, die ich euch heute mitgebe: Inclusion rider" - derstandard.at/2000075478170/Frances-McDormand-bedankt-sich-fuer-Oscar-mit-feministischem-Plaedoyer

Scherze ├╝ber #metoo

Die #metoo Debatte stand einige Male im Fokus der Gala, wenn auch nur untergeordnet. So pr├Ąsentierten Salma Hayek, Ashley Judd und Annabella Sciorra - alle drei machten zuvor ihre brutale Erfahrung mit Harvey Weinstein ├Âffentlich - ein Video f├╝r mehr Diversit├Ąt im Film.

Witze ├╝ber #metoo kamen von Oscar-Host Jimmy Kimmel. Die Oscar-Statue sei der beste Mann in Hollywood. "Er hat seine H├Ąnde dort, wo man sie immer sehen kann, er sagt keine beleidigenden Dinge und er hat keinen Penis."

Seitenhieb auf Mel Gibson

Dann legte er mit einem ordentlichen Seitenhieb auf Schauspieler Mel Gibson nach: "Dass Hollywood keinen Clou von Frauen hat, zeigt die Tatsache, dass es einen Film mit dem Titel 'Was Frauen wollen' mit Mel Gibson in der Hauptrolle gibt."

F├╝r seine lockeren und dennoch gut akzentuierten Postulate f├╝r mehr Frauen im Film gab es viel Lob f├╝r Kimmel.

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