Häuser im Überfluss und 200-Millionen-Kunstsammlung: Das Vermögen von Jack Nicholson
Jack Nicholson
Das Ende seiner Schauspielkarriere hat Jack Nicholson nie offiziell verkündet. Wird der exzentrische und geniale Leinwandstar sein berühmtes Grinsen tatsächlich nicht mehr vor der Filmkamera aufsetzen? Nach Klassikern wie „Einer flog über das Kuckucksnest“, „The Shining“ und als Joker in „Batman“ ist der Star aus Hollywood nicht wegzudenken. Doch der dreifache Oscar-Preisträger hat sich zuletzt kaum noch öffentlich gezeigt. Auf der Leinwand war er zuletzt in der romantischen Komödie „How Do You Know“ (2010) zu sehen, allerdings nur in einer kleinen Nebenrolle. Gelegentlich wird der begeisterte Basketball-Fan als Zuschauer bei seinem Lieblingsteam, den Los Angeles Lakers, gesichtet.
Was seine Finanzen betrifft, so müsste die Hollywood-Ikone wohl nie wieder einen Finger rühren. Das Vermögen des Filmstars wird auf rund 400 Millionen US-Dollar geschätzt. Nicholsons Reichtum kommt durch hohe Filmgagen, Gewinnbeteiligungen an den Kinokassen und wertvolle Sachgüter, zu denen neben einer Reihe an Immobilien auch berühmte Kunstwerke zählen.
Nicholsons Kunstsammlung lässt so manches Museum erblassen
Bereits in den 1960er Jahren begann Nicholson, Kunst zu sammeln. Heute nennt der 89-Jährige eine der bedeutendsten Privatsammlungen Hollywoods sein Eigen. Der Künstler Ed Ruscha bezeichnete Nicholsons Sammlung einst als „eine der besten überhaupt“, während Susan Sarandon sich einmal an einen Besuch in Nicholsons Haus erinnerte, bei dem sie Gemälde im Millionen-Wert dicht an dicht hängen sah. Ein Artikel in Vanity Fair aus dem Jahr 1995 schätzte den Wert Kunstwerke im Besitz des Stars auf rund 100 Millionen Dollar. Heute dürften sie laut celebritynetworth.com mindestens 200 Millionen Dollar wert sein.
Zu den in Nicholsons Sammlung vertretenen Künstlern gehören:
- Pablo Picasso
- Henri Matisse
- Amedeo Modigliani
- René Magritte
- Andy Warhol
- Francis Bacon
- Paul Cézanne
- Gustav Klimt
- Marc Chagall
- Tamara de Lempicka
- Fernando Botero Ed Ruscha
Die Kunstsammlung der Hollywood-Legende umfasst außerdem zahlreiche etruskische Bronze-Skulpturen und andere Antiquitäten.
Zudem besitzt Jack Nicholson eine Reihe an wertvollen Immobilien. Sein Hauptwohnsitz befindet sich hoch oben am Mulholland Drive. Hier kaufte er 1962 sein erstes Haus für angeblich 21.000 Dollar, das heute etwa 200.000 Dollar wert sein soll. Dies ist aber nur ein Teil von Nicholsons Anwesen, der über mehrere Jahrzehnte mehrere benachbarte Grundstücke dazukaufte. Inzwischen umfasst das Anwesen mindestens vier separate Wohnhäuser mit Swimmingpools, Gärten und einem Blick über Los Angeles. Der verstorbene Marlon Brando zählte einst neben Warren Beatty zu seinen berühmten Nachbarn.
Schauspielerin Anjelica Huston, die in der Vergangenheit mit Nicholson liiert war, beschrieb das Anwesen in ihren Memoiren. Sie erinnerte sich, dass sein Haus „auf einem hohen Bergrücken zwischen Beverly Hills und dem San Fernando Valley“ lag und sagte, es habe sich angefühlt, als wären sie „auf dem Dach der Welt“.
Doch während das Mulholland-Anwesen das Herzstück von Nicholsons Immobilienportfolio darstellt, ist es nur ein Teil seines gesamten Besitzes. Der Schauspieler kaufte im Laufe der Zeit auch Häuser in Santa Monica und Venice, eine Ranch mit Meerblick in Malibu sowie ein Haus direkt am Meer in Kailua, Hawaii.
Die Plattform Realestate.com schätzt den Wert von Nicholsons Häusern auf rund 100 Millionen US-Dollar.
Aspen-Haus für Zwanzigfaches des ursprünglichen Kaufpreises verkauft
Eine von Nicholsons ungewöhnlichsten Investitionen begann mit einem einfachen Problem. Der Schauspieler benötigte einen Ort, um Basketball zu schauen. Nicholson und der Musikproduzent Lou Adler besaßen bereits Häuser in Aspen, Colorado, doch der Fernsehempfang in ihren jeweiligen Anwesen war unzuverlässig.
1980 kauften die beiden Freunde das Newberry House, ein historisches Haus in Aspen mit deutlich besserem Empfang, für 555.000 Dollar. Einst ein komfortabler Ort zum Anschauen der Spiele der Los Angeles Lakers, wurde das in den 1980ern erbaute Basketball-Clubhaus zu einem der bekanntesten Gebäude des Ferienortes. Nicholson und Adler verkauften das Haus 2013 für 11 Millionen Dollar, fast das Zwanzigfache (!) des ursprünglichen Kaufpreises.
„Ich wollte immer ein Charakterschauspieler sein“
Nicholson hat wenig ausgelassen in seinem Leben. Er hat fünf Kinder von vier Frauen, die Ehe probierte er nur einmal aus, 1962 bis 1968 mit der Schauspielerin Sandra Knight. Mit Anjelica Huston, Tochter von US-Regisseur John Huston, führte er 17 Jahre lang eine stürmische Beziehung. Sie zerbrach endgültig, als er die beste Freundin seiner Tochter Jennifer, das Model Rebecca Broussard, schwängerte. Sie haben zwei Kinder zusammen.
Nicholson war 1937 als uneheliches Kind einer 17-jährigen Tänzerin in New Jersey zur Welt gekommen. Er wuchs bei ihren Eltern auf und erfuhr erst mit 37 Jahren, dass seine vermeintliche „Schwester“ June in Wirklichkeit seine Mutter war.
Die große Hollywood-Karriere fing mit Botenjobs in der Trickfilmabteilung von Metro-Goldwyn-Mayer an. Eine seiner ersten Filmrollen verdankte er dem Trash-Meister Roger Corman in dem Gruselstreifen „Little Shop of Horrors“ („Der kleine Horrorladen“). Seinen Durchbruch feierte er als saufender Anwalt in dem Road-Movie „Easy Rider“ (1969). Der Film mit Peter Fonda und Dennis Hopper als Motorradfahrer auf der Suche nach Freiheit und Abenteuer wurde zum Kult. Nicholson brachte er die erste von zwölf Oscar-Nominierungen ein.
Den ersten Oscar als bester Hauptdarsteller holte er als Insasse einer Nervenklinik. Die zerrissene, rebellische Figur des Patienten Randle McMurphy in dem vielfach preisgekrönten Film „Einer flog über das Kuckucksnest“ von 1975 zählt bis heute zu seinen besten Rollen.
Es folgten Hits wie Roman Polanskis „Chinatown“ (1974), Stanley Kubricks „The Shining“ (1980) und „Die Ehre der Prizzis“ (1985). Seine beiden weiteren Oscars erhielt er für seine Rolle als ehemaliger Astronaut und Trinker in „Zeit der Zärtlichkeit“ (1983) und als grantiger Neurotiker in der sarkastischen Komödie „Besser geht's nicht“ (1997). Dazwischen zeigte er als Joker in der Comic-Verfilmung „Batman“ (1989) sein irres Grinsen.
Eine neue Seite offenbarte der Altmeister 2002 in Alexander Paynes Tragikomödie „About Schmidt“, in der er ohne jede Eitelkeit die Spuren des Alterns zeigt. In „Was das Herz begehrt“ (2003) mit Diane Keaton war Nicholson im offenen Krankenhaushemd mit blankem Po zu sehen. In „Das Beste kommt zum Schluss“ spielte er einen krebskranken Mann mit kahlem Schädel und zerfurchtem Gesicht. „Ich wollte immer ein Charakterschauspieler sein“, sagte Nicholson 2008 bei der Deutschlandpremiere der Tragikomödie in Berlin. „Aber in Wirklichkeit halte ich mich natürlich für den schönsten Menschen der Welt“, fügte der Star scherzhaft hinzu.
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