Geldmacherei? Shitstorm gegen "Cindy aus Marzahn"

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Foto: AP/Sascha Baumann Bessin als Cindy 2013

Ilka Bessin macht jetzt Mode statt Comedy. Die kommt vor allem wegen der Preisgestaltung nicht bei ihren Fans an.

Als "Cindy aus Marzahn" wurde Ilka Bessin bekannt. Im pinken Jogging-Anzug erzählte Cindy aus ihrem Leben als Arbeitslose und riss platte Witze. Die Figur sorgte für derart große Begeisterung beim deutsche Publikum, dass Comedy-Star Bessin sogar als Co-Moderatorin von "Wetten, dass..?" fungierte.

Im Juni 2016 entschied Ilka Bessin dennoch, nicht mehr als ihre Kunstfigur auftreten zu wollen. Seither hat die Komödiantin viele Kilogramm verloren und sich das Ziel gesetzt, ein eigenes Modelabel für Frauen mit Kurven aus der Taufe zu heben.

Die ersten Entwürfe gibt es nun auf ihrer Homepage zu bestellen. Schön finden viele die schlichten Basics. Allerdings gibt es statt wohlwollender Kommentare dennoch einen ordentlichen Shitstorm für Bessin auf ihrer Facebook-Seite.

Ihre Fans sind nämlich wütend, weil die Kleidungsstücke als viel zu teuer empfunden werden. Mäntel kommen auf 500 Euro, Blusen gibt es ab 100 Euro, Strickwesten ab 200 Euro. Ihre Zielgruppe würde sie damit überhaupt nicht treffen, so unzählige User zu Bessin.

Kritik von Fans:

"Ich finde die Klamotten super (...) aber welcher normale Mensch kann sich einfach mal einen Mantel für 449€ leisten? Die Preise sind utopisch. Wirklich schade!"

"Ich mag dich ja eigentlich echt gerne... aber einerseits setzt du dich im TV für die Armen ein und anderseits verkaufst du jetzt deine Klamotten zu Wucherpreisen... widerspricht sich, oder?"

"Bei Stern TV rumrennen für Obdachlose und Rentner  - die alle kein Geld haben und Unterstützung brauchen. Selbst von unten kommen aber Mode verkaufen, zu Preisen, die lächerlich sind. Hätte was anderes erwartet!"

Bessin nimmt sich die Kritik zu Herzen, erklärt aber auch: "Ich lese, dass viele sich gewünscht hätten, die Artikel wären in einem Preisbereich, den leider nur große Ketten bzw. Discounter anbieten können. Mir war neben dem Design und der Verarbeitung hochqualitativer Materialien auch die nachhaltige Produktion in Europa wichtig. Hierzulande kostet die Herstellung allerdings wesentlich mehr, man weiß dafür jedoch, dass der Produzent seine Angestellten fair bezahlt und sie unter vernünftigen Bedingungen arbeiten können. Und da wir mit unserem Label noch ganz am Anfang stehen, sind unsere Stückzahlen im Moment noch sehr gering. Beides zusammen lässt daher derzeit einen günstigeren Preis leider nicht zu. Ich hoffe, ihr könnt das verstehen."

Alle Anhänger von Bessin können das dennoch nicht ganz nachvollziehen:

"Liebe ilka, ich hoffe, das dass mit seinen Shop kein Eigentor war. Auch wenn in Europa produziert wird und hier die Preise um vieles teurer sind, muss man sich im Klaren sein, dass du hier Menschen mit Normalverdienst ansprichst. Ich hab vielleicht 2 Minuten in deinem Shop gestöbert und dann die Seite wieder geschlossen. Der Mantel für 449 Euro ist für ganz viele der halbe Monatslohn. Ich wünsche dir dennoch viel Glück, vielleicht gibt es ja doch noch einen "goldenen Mittelweg" wo man auch Normalverdiener erreichen kann."

(kurier / mich) Erstellt am
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