Duchovny: Sexsüchtiger spielt sich selbst

Am 8. August begann die dritte Staffel von "Californication" auf ORFeins. Die Serie, die dem ehemaligen "Akte X"-Star wieder zum Comeback verhalf, scheint eng mit seinem Leben verschmolzen.

David Duchovny wurde in den 90ern als FBI-Agent Fox Mulder, der an Außerirdische glaubt, bekannt. Danach war es jahrelang still um den ehemaligen "Akte X"-Star, bis ihm mit "Californication" das Comeback gelang. Zwischen derben Sprüchen, für Amerika freizügigen Sexszenen und Fäkalhumor schläft sich Duchovny durch die Betten der Gastdarstellerinnen - ist der Hollywood-Star auch im Leben so? In der Serie spielt Duchovny einen Schriftsteller, der unter einer Schreibblockade leidet und es nicht schafft, seiner großen Liebe treu zu bleiben. Am 8. August beginnt auf ORFeins die dritte Staffel der Erfolgsserie "Californication". Sexsüchtig, ein wenig heruntergekommen, aber doch liebenswert ist Duchovnys Figur Hank Moody. Parallelen zum Leben des Stars gibt es - vor allem eine: Die Sexsucht. Wegen der wurde der 51-Jährige auch vor einigen Jahren behandelt. Doch es ist nicht die einzige Ähnlichkeit mit seiner Rolle: Auch Duchovny schrieb früher. Keine Romane, aber Gedichte. Er machte seinen Master in Yale in Englischer Literatur und war während seiner Studienzeit sowohl bei seinen Lehrern, als auch Kommilitonen sehr geschätzt. Der Schauspieler war sogar für seine großartige Arbeit im literarischen Bereich für einen College-Preis nominiert, der von der Academy of American Poets vergeben wurde. Doch Duchovny suchte nach einer anderen Herausforderung und pfiff auf eine potentielle Karriere als Literat. Er widmete sich dem Schauspiel, nach kleineren Rollen in "Twin Peaks" oder "Eine Familie namens Beethoven" kam der Durchbruch 1993 als schrulliger Agent in "Akte X". Die Serie wurde schnell Kult und lief bis 2002. 

Im Bild: Duchovny und "Akte X"-Co-Star Gillian Anderson. Doch nach "Akte X" hatte der Schauspieler eine lange Durststrecke - ähnlich seinem Alter Ego Hank Moody. 1997 heiratete er seine langjährige Freundin, Schauspielerin Téa Leonie. 1999 bekamen die beiden ihr erstes Kind, Madelaine West, 2002 folgte Sohn Kyd Miller. Für Hollywood-Verhältnisse galt die Ehe als sehr glücklich. Eine vierte Parallele: Duchovnys trockener Humor. Den bewies er sowohl in "Akte X", wo er bei vielen Szenen improvisierte, als auch ... ... bei "Californication", wo er auch als Produzent tätig ist. Zurück zu seiner Sexsucht: Lange Zeit war Duchovny der perfekte Familienvater. Skandalfrei, vielleicht sogar ein wenig fad. 2007 landete er die Hauptrolle in "Californication" und ein Jahr darauf ... ... begab sich der 51-Jährige freiwillig in Rehabilitation - wegen Sexsucht. Wenige Tage nachdem er seine Behandlung abgeschlossen hatte, wurde bekannt, dass sich das Paar bereits sechs Monate zuvor getrennt hatte. Die Sucht wurde behandelt, die Ehe schien wieder zu funktionieren - ähnlich bei Hank Moody: Trennung, Versöhnung wegen des Kindes, doch mit der Treue happerts. Duchovny und Leoni versöhnten sich, aber nur von 2008 bis 2011, denn im Juli kam es erneut zur Trennung - dieses Mal dürfte es endgültig sein. War Duchovny tatsächlich sexsüchtig, dann könnte die Serie ein Grund für das Scheitern sein. Auf abcnews.go.com, äußerste sich Rob Weiss, der Gründer des Los Angeles Sexual Recovery Institutes, über Duchovny: Er sollte sich schleunigst eine andere Rolle suchen, denn die des lasterhaften Schriftstellers helfe ihm nicht bei seiner Genesung. Doch diesen Rat scheint Duchovny nicht befolgen zu wollen, er dreht derzeit bereits die fünfte Staffel. Ein Sexsüchtiger, der einen Sexsüchtigen spielt - das konnte nicht gut gehen: Die Versuchung ist einfach zu groß.
(KURIER.at) Erstellt am
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