Stars
06/11/2019

Diese Stars setzen sich für Filmrollen enormen Torturen aus

Um für ihre Rollen Anerkennung zu ernten, ertragen diese Schauspieler extreme Strapazen.

von Elisabeth Spitzer

Als sie sich für ihre Rolle von der ehamaligen Eiskunstläuferin Tony Harding im Drama "I,Tonya" vorbreitete, verbrachte die australische Schauspielerin Margot Robbie fünf Mal die Woche täglich vier Stunden beim Eislaufen.

Das intensive Training glich einer Tortur. "Mein Wecker läutete immer um 5.30 Uhr morgens und mir war zum Weinen zumute. Auch nach den Trainingssessions setzte ich mich manchmal ins Auto - und weinte", sagte sie gegenüber "Wonderland".

Einer, der für Filmrollen immer wieder an seine Grenzen geht, ist Schauspieler Tom Hardy. So trainierte er sich für Wrestler-Drama "Warrior" binnen kürzester Zeit extrem viel Muskelmasse an.

Wie er damals gegenüber Daily Beast erzählte, hätte das Training aber negative Auswirkungen auf seinen Körper: "Wenn ich weiter so viel an Gewicht zulege, dann kollabiere ich wie ein Kartenhaus unter zu viel Druck. Man bezahlt den Preis, wenn man zu drastische körperliche Veränderungen vornimmt." (Bild: "Warrior", 2012)

Shia LaBeouf bereitet sich sehr gewissenhaft auf seine Filmrollen vor. Das Kriegsdrama "Herz aus Stahl“ (2014) verlangte ihm besonders viel ab. Über den Film meinte er, es sei "das zäheste Fleisch, an dem ich zu kauen hatte." Für die Rolle trat LaBeouf unter anderem der Nationalgarde bei, ließ sich taufen und tätowieren.

"Ich habe einen Monat damit verbracht, an einer vorgeschobenen Operationsbasis zu leben. [...] Ich habe mir einen Zahn gezogen, mein Gesicht zerschlitzt und verbrachte Tage damit, Pferde sterben zu sehen. Ich habe vier Monate lang nicht geduscht", so Shia LaBeouf gegenüber "Dazed".

"Ich habe nie verheimlicht, dass es jedes Mal ein ultraharter Kraftakt war, 'Wolverine' zu spielen, und es ist mir mit den Jahren immer schwerer gefallen", bekannte der Australier Hugh Jackman einmal über seine Paraderolle.

Die Prellungen, die er sich bei den Stunts geholt habe, könne er gar nicht mehr zählen. Der "Logan" sei "definitiv" sein letzter "Wolverine"-Film. "Nach 17 Jahren ist die Zeit dafür gekommen."  

Für seinem Oscar-Film "The Revenant" ging Leonardo DiCaprio an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Über die harten Dreharbeiten meinte er: "Ich kann 30 oder 40 Sequenzen aufzählen, die zu den schwierigsten gehören, die ich je gemacht habe. Ich ging durch eiskalte Flüsse und schlief in Tierkadavern."

Auch sonst bereitet Leonardo DiCaprio sich gewissenhaft auf seine Filmrollen vor. Schon als junger Nachwuchsstar ließ er so einiges über sich ergehen.

Johnny Depp, der mit DiCaprio 1993 am Film "Gilbert Grape" arbeitete, verriet über seinen Kollegen: "Er hat wirklich hart an diesem Film gearbeitet und viel Recherche betrieben. Er kam ans Set und war bereit, hart zu arbeiten." Depp gab außerdem zu, den damals 19-Jährigen schlecht behandelt zu haben: "Ich quälte ihn. Ich quälte ihn wirklich."

Jamie Foxx nahm für seine Rolle des blinden Musikers Ray Charles in "Ray" (2004) fast 15 Kilo ab. Außerdem trug er Augenlid-Prothesen, um sich besser in den Alltag eines Blinden hineinfühlen zu können.

Nach eigenen Angaben litt er während der ersten beiden Drehwochen unter Panikattacken. "Stellen Sie sich vor, Sie haben ihre Augen vierzehn Stunden am Tag geschlossen“, meinte Foxx in einem Interview. "Das ist wie eine Gefängnisstrafe."

Charakterdarsteller Daniel Day-Lewis hat die Schauspielerei inzwischen an den Nagel gehängt. Vor seinem Rückzug aus Hollywood war der Brite für sein Method-Acting bekannt. So lebte er für seinen Film Der letzte Mohikaner einige Monate in der Wildnis, lernte Kanus zu bauen und Tieren das Fell abzuziehen.

Im Film "Mein linker Fuß" (1998), in dem Day-Lewis einen fast völlig gelähmten Mann spielte, ging er noch weiter:  Er verließ seinen Rollstuhl nicht, ließ sich von seinen Film-Mitarbeitern füttern. Außerdem gewöhnte er sich eine zusammengesunkene Körperhaltung an – wobei zwei seiner Rippen brachen.

Für seine Rolle eines aidskranken Cowboys in "Dallas Buyers Club" (2013) hungerte sich Matthew McConaughey auf 60 Kilo herunter. Da eine normale Diät nicht ausreichte, setzte er auf radikale Methoden: "Ich habe einfach fast gar nichts mehr gegessen - außer Eiswürfel. Ich hatte ständig wahnsinnigen Hunger."

Für seine nächste Filmrolle in "Gold" hieß es für McConaughey hingegen: Zunehmen. Mit Wampe und Halbglatze war er dann auf der Leinwand zu sehen.

Auch Christian Bale schreckt vor Extremen nicht zurück: Für den Psychothriller "The Machinist" (2004) nahm er fast bis zur Unkenntlichkeit ab. Ganze 30 Kilo soll Bale, der in dem Film einen an Schlaflosigkeit leidenen Maschinenarbeiter spielt, verloren haben.

Für die Rolle des übergewichtigen Trickbetrügers Irving Rosenfeld in "American Hustle" (2013) hingegen musste er zunehmen, weswegen sich Bale während der Vorbereitungsphase auf den Film hauptsächlich von Pizza, Chips und Co. ernährte.

Auch Chris Hemsworth hat für seine Filmrollen schon öfter ab- und zugenommen. In Interviews gestand er, dass er für seinen Film "In the Heart of the Sea" binnen kürzester Zeit 15 Kilo abnehmen musste und nur 500 Kalorien am Tag zu sich nahm. Auf Instagram schockte der Schauspieler mit einem Foto, das ihn extrem abgemagert zeigt.

Charlize Theron nahm für "Monster" (2003) 14 Kilo zu. Außerdem ließ sie sich für die Rolle der Mörderin Aileen Wuornos von Maskenbildern bis zur Unkenntlichkeit verwandeln: Neben einem aufwendigen Make-up wurden ihre Augebrauen abrasiert, die Haare ausgedünnt und mit einem Hitzetool absichtlich beschädigt. Dafür gab es 2004 aber auch einen Oscar.  

Für ihre Rolle in "Black Swan" (2010) verlor Mila Kunis 10 Kilo. Um das zu erreichen, trainierte sie ein halbes Jahr lang fünf Stunden täglich und nahm nicht mehr als 1200 Kalorien zu sich. Kunis: "Ich verletzte mich oft und erlitt unter anderem einen Sehnenriss und kugelte sich eine Schulter aus. Ich habe zwei Narben an meinem Rücken davongetragen."

Die Dreharbeiten zum Sci-Fi-Film "Jupiter Ascending“ (2015) waren für die Frau von Ashton Kutcher ebenfalls kein Zuckerschlecken. Sie verkörperte die Superheldin Jupiter Jones und musste während der Dreharbeiten ganze Tage an Drahtseilen verbringen, was kräftezehrend war. "Ich mache das nie wieder", meinte sie in einem Interview.

Auch Natalie Portman ließ für "Black Swan" so einiges über sich ergehen: Sie trainierte täglich bis zu acht Stunden und nahm rund zehn Kilo ab. Das harte Training trieb die Schauspielerin – die sich bei den Proben für den Film unter anderem stark an der Rippe verletzte – an ihre Grenzen: "Es gab Nächte, an denen dachte ich sprichwörtlich, ich würde sterben."  

Für seine oscarprämierte Rolle des polnischen Pianisten und Komponisten Władysław Szpilman in "Der Pianist" (2002) ergriff Adrien Brody radikale Maßnahmen: "Ich gab meine Wohnung auf, ich verkaufte mein Auto. Ich drehte die Telefone ab. Ich nahm zwei Taschen und meine Schlüssel und ging nach Europa."

Anne Hathaway ging für "Les Miserables" (2012) durch die Hölle. Für die Musical-Verfilmung musste nicht nur ihre lange Mähne dran glauben. Die ohnehin schon schlanke Hathaway nahm auch rund zehn Kilo ab. "Die Idee war, dass ich aussehen sollte, als wäre ich dem Tod nahe", so Hathaway. "Wenn ich auf die ganze Erfahrung zurückblicke […], war es schon verrückt."

Für die Verfilmung von Stieg Larssons Roman "Verblendung" (2011) wurde Rooney Mara ein Irokese verpasst. Außerdem ließ sie sich für die Rolle der Hackerin Lisbeth Salander piercen - Nippelpiercing inklusive.

Robert DeNiro gehört ebenfalls zu jenen Charakterdarstellern, die sich besonders gut auf ihre Rollen vorbereiten. So futterte er sich für die Rolle des Boxer Jake La Motta in "Wie ein wilder Stier" (1980) innerhalb von zwei Monaten 26 zusätzliche Kilo an.

Während der Vorbereitungen für seine Kult-Rolle als "Taxi Driver" (1976) hingegen arbeitete er bekanntlich ein Monat lang zwölf Stunden pro Tag als Taxler.

Für ihre Rolle in "Die Akte Jane" (1997) ließ sich Demi Moore nicht nur den Kopf kahlrasieren. Sie nahm auch an einem brutalen Training teil, das von ehemaligen Navy Seals geleitet wurde.  

Der inzwischen verstorbene Schauspieler Heath Ledger bereitete sich besonders gewissenhaft auf seine Rolle des Jokers in "The Dark Knight“ (2008) vor: "Einen Monat lang saß ich in einem Hotelzimmer in London herum, sperrte mich ein, führte Tagebuch und experimentierte mit Stimmen – das war wichtig, um eine kultige Stimme und ein kultiges Lachen zu kreieren."