Lou Ferrigno: Tragische Kindheit, die "Hulks" Karriere prägte - und was er heute macht
Lou Ferrigno
Viele kennen Lou Ferrigno noch aus der Fernsehserie "Der unglaubliche Hulk", die von 1978 bis 1982 gedreht wurde und insgesamt fünf Staffeln lang im TV lief. Ferrigno, der in den 1970er Jahren begonnen hatte, an Bodybuilding-Wettbewerben teilzunehmen und 1975 beim IFBB Mr. Olympia hinter Arnold Schwarzenegger Dritter wurde, gelang mit der Hauptrolle als der grüne Riese Hulk der Durchbruch als Schauspieler.
Doch was macht der TV-Star heute?
Lou Ferrignos Karriere nach "Hulk"
Es war in erster Linie seine beachtliche Körpergröße von 1,96 Metern, die ihm nach dem Aus von "Hulk" eine Reihe an Rollen als hünenhafter Muskelprotz ermöglichte, die Ferrigno in Filmen wie "Herkules" (1983), "Desert Warrior" (1988) oder "Sindbad" (1989) spielte.
Zudem trat der gebürtige New Yorker in diversen Fernsehserien auf. Wirklich ernst genommen wurde er als Schauspieler nie - was unter anderem 1983 mit einer "Goldenen Himbeere" für "Herkules" als schlechtester Newcomer quittiert wurde. Dennoch gelang es Ferrigno, in Hollywood dauerhaft Fuß zu fassen.
Gesundheitliche und soziale Herausforderungen hatten die frühen Jahre des ehemaligen Bodybuilders geprägt. Sie wurden aber auch zu seiner größten Motivation in seinem Schaffen als Athlet und Schauspieler.
Wie Lou Ferrigno eine Beeinträchtigung zu seiner Superpower machte
Im Alter von drei Jahren wurde bei Ferrigno, der in Brooklyn aufgewachsen war, eine chronische Mittelohrentzündung festgestellt. Die Erkrankung hatte fatale Folgen: Der "Hulk"-Star verlor infolge der Infektion knapp 80 Prozent seines Hörvermögens, was sich auch beeinträchtigend auf seine Aussprache auswirkte. Als Kind wurde Ferrigno wegen seiner Einschränkung oft gehänselt.
"Sie nannten mich immer "tauben Louie" oder "Taubstummen", wegen meines Gehörs und meiner Stimme", erinnerte sich Ferrigno einmal in einer Folge von "Oprah: Where Are They Now?".
Lou Ferrigno heute
Auf der Suche nach Macht und einer Möglichkeit, sich zu verteidigen, entwickelte der damals noch schmächtige Junge eine Faszination für Comics und Superhelden, was seinen späteren Lebensweg stark prägte. Als Jugendlicher fing Ferrigno mit dem Krafttraining an. Im Alter von dreizehn Jahren begann er zunächst mit selbstgemachten Zementgewichten Gewichte zu heben.
"Ich war einfach besessen von Macht, von dem Gefühl, mächtig zu sein", erklärt er. "Das war für mich ein Weg zu überleben – den Körper aufzubauen, stark zu sein, um Bewunderung und Respekt von verschiedenen Menschen zu erhalten", erzählt er über seine Motivation, Bodybuilder zu werden.
Zur Erinnerung: So sah Lou Ferrigno in "Der unglaubliche Hulk" aus:
Personal Trainer von Michael Jackson
Im Jahr 2003 wurde "Hulk" mit Eric Bana von Regisseur Ang Lee neu verfilmt. Ferrigno hatte darin einen kleinen Cameo-Auftritt. Im 2008 erschienenen Film "Der unglaubliche Hulk" mit Edward Norton lieh er Hulk auch seine Stimme.
Später gewann Ferrigno mit der Erfolgssitcom "King of Queens", in der er eine humorvolle Version seiner selbst spielte, eine neue Generation von Fans. Von 2000 bis 2007 war er in der Rolle zu sehen.
Bis heute tritt Ferrigno in Filmen und Serien auf. Zuletzt war er acht Folgen lang in der Serie "The Offer" zu sehen. 2017 wurde er in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) aufgenommen, die jährlich die Oscars vergibt.
Was vielleicht nicht alle wissen: Der "Hulk"-Star war der letzte persönliche Fitnesstrainer von Michael Jackson vor dessen Tod im Jahr 2009. Er bereitete den Popstar auf dessen geplante Konzerte vor. 1989 war er auch in Jacksons Musikvideo zu "Liberian Girl" zu sehen.
Mit seiner Frau Carla Ferrigno (ehemals Green) ist der Kult-TV-Star seit 1980 verheiratet. Die beiden haben eine Tochter und einen Sohn, die es ebenfalls ins Filmgeschäft zog: Shannah war als Schauspielerin tätig und wurde danach Fernsehproduzentin. Louis Jr. ist wie sein Papa Schauspieler.
Wer eigentlich den "Hulk" spielen sollte
Kürzlich absolvierte Ferrigno auf der Comic-Convention in Ontario einen Überraschungs-Auftritt. Im Gespräch mit Free Press Houston erklärte der heute 74-Jährige, dass die Produzenten ursprünglich geplant hatten, Richard Kiel, der vor allem für seine Rolle als Bösewicht Beißer in der James-Bond-Filmreihe bekannt ist, für "Hulk" anzuheuern. "Es war 1977. Sie drehten gerade die Pilotfolge von "Der unglaubliche Hulk". Richard Kiel sollte den Hulk spielen, aber eines Tages kam der Regisseur ans Set und sagte, das sei nicht der Hulk", erinnerte er sich. "Richard Kiel war zwar groß, aber nicht muskulös genug."
Was Ferrignos große Chance werden sollte.
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