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05/13/2012

Danke, Mama!

Zum heutigen Tag sprechen prominente "Kinder" über die Liebe zu ihrer Mutter.

Rund 4500-mal Windelwechseln. 2000 unruhige Nächte. Unendlich viele Sorgen um das Kind. Die Liebe einer Mutter ist ein Naturwunder. Sie gilt – evolutionär betrachtet – als älteste Form der Bindung. Zum Muttertag begab sich der KURIER auf Spurensuche: Was sagen Forscher zu dieser einzigartigen Form von Liebe? Wie denken bekannte österreichische Persönlichkeiten über ihre Mütter? Was bleibt an Erinnerung und Bildern? Eine Liebeserklärung an starke Frauen. Erfahren Sie mehr und klicken Sie sich durch die Familienfotos.

Muttertag in der KURIER-Redaktion

Auch privat ist der Muttertag in der KURIER-Redaktion natürlich Thema. Drei Redakteurinnen schildern ihre Gedanken zum zweiten Sonntag im Mai:

Irgendwie absurd von Leben-Ressortleiterin Gabriele Kuhn

Und – freust dich schon? Diese Frage prasselt alljährlich – in verschiedenen Nuancen – vor dem zweiten Sonntag im Mai auf mich ein. Die Erwartung an mich als Frau Mama ist eben hoch: Auf das Muttertagsschnitzerl soll ich mich freuen. Dem Tag der Huldigungen, Gedichte, Roserln und Basteleien soll ich entgegenfiebern. Ich soll mitjuchzen im Bummelzug matriarchaler Rührung, die mir gebührende Ernte einfahren. Und finden, dass ich mir ein Dankeschön von den Kindern und dem Vater (eigentlich den Vätern) meiner Kinder sehr, sehr verdient habe.

Ich muss die Freunde des Muttertags allerdings heftig enttäuschen: Ich schwänze und lasse schwänzen. Weil ich nicht finde, dass mir Dank für etwas gebührt, das ich als meine freudvolle Pflicht betrachte. Ich bin leidenschaftliche Mutter und liebe meine Kinder über alles. Aber weshalb soll ich mir für diese Selbstverständlichkeit danken lassen? Irgendwie absurd. Natürlich habe ich mich gefreut, wenn die Kleinen ihre von der Kindergartenpädagogin verordneten Gedichte aufgesagt haben. Aber jetzt ist der eine gerade nicht da und die andere in der Pubertät. Wir lieben einander trotzdem. Wenn an diesem Tag etwas gefeiert werden soll, dann das Leben und was wir alle füreinander empfinden. Und dass wir so eine wunderbare Familie sind. Dafür muss ich danken.

Es würde was fehlen von Redakteurin Ingrid Teufl

Wir gehen heute essen. Meine Mutter hat sich das Stammwirtshaus der Familie gewünscht. Sonst überrascht die Tochter schon wieder mit einem teuren Restaurant. Denn dass "das Kind" so viel Geld für sie ausgibt, ist auch nach Jahren mit eigenem Einkommen schwer anzunehmen. Mütter! Ein kleines Geschenk und Blumen sind ihr aber willkommen. An den Blumen hat sie tagelang Freude, sagt sie.

Ja, ich lasse meine Mutter heute hochleben. Den Muttertag nicht zu begehen – uns würd’ was fehlen. Auch wenn wir uns alljährlich versichern, dass es auf diesen Tag nicht ankommt. Wir sind uns eh recht nahe, auch wenn 130 Kilometer zwischen uns liegen.

Es geht mir nicht um die typische Alibi-Handlung erwachsener Kinder. Meine Mutter und ich, wir verbringen gerne Zeit miteinander. Der Muttertag ist eine weitere Gelegenheit, zu zeigen, dass mir die Frau, die mich geboren hat und mir zur Freundin wurde, viel bedeutet. Gäb’s dich nicht, gäb’s mich nicht. Der Oma kann ich nur mehr an ihrem Grab für alles danken. Und man hat nur eine Mutter im Leben.

Unsere wahren Muttertage haben wir zum Glück das ganze Jahr über. Wenn ich unsere Verbundenheit spüre, sie fröhlich lacht und ihre Augen dabei schelmisch blitzen. Und in zwei oder drei Wochen, da feiern wir unseren nächsten Muttertag, gell, Mama.

Brauchen wir nicht, den Brauch von Kolumnistin Doris Knecht

Der Plan, den Muttertag diesmal endlich einmal auszulassen, wird auch heuer von den Kindern vermasselt werden. Und von der Mutter selbst, deren Rührung über ihre süße Brut und deren wochenlang gebastelten und immer wieder hastig versteckten Geschenke auch diesmal wieder nicht ge-spielt sein wird. Ach, wie nett. Gar nicht nötig, aber doch wirklich, wirklich nett.

Denn selbstverständlich ist der Muttertag eine fragwürdige Einrichtung, dessen sture Beibehaltung weniger maternaler Rührung denn wirtschaftlichen Gründen zu verdanken ist. Aber er bringt einen doch auch dazu, sich wieder bewusst zu werden, was, neben ihrer faszinierenden Einzigartigkeit, das Tollste daran ist, Kinder zu haben: Dass sie einen vollkommen bedingungslos und reinen Herzens lieben.

Naja, eine Zeit lang zumindest, ein paar kostbare, wundervolle Jahre lang. Aber das ist tatsächlich reines Glück. Auch wenn man dieses Glück natürlich nicht umsonst bekommt, sondern für den Preis schlafloser Nächte, ständiger Überforderung, zäher Konflikte und, was man sich, solange man keine Kinder hat, meistens nicht bewusst ist: permanenter Angst.

Die eigene Mutter lässt den Muttertag längst aus. Sie will nicht einmal angerufen werden: Doch, will sie, an vielen anderen Tagen im Jahr, aber an diesem nicht. Ihr ist es viel lieber, wenn ihre Kinder sie freiwillig und gerne anrufen, besuchen und beschenken, und nicht, weil es ein fragwürdiger Brauch so erzwingt. Meine Mutter braucht diesen Brauch nicht: Unter anderem, weil all ihre Kinder sie auch nach all den Jahren und Konflikten vollkommen bedingungslos und reinen Herzens lieben, so wie sie jedes ihrer Kinder und wir die unseren. Ein Glück ist das, ein reines.

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