"Dallas"-Star Larry Hagman an Krebs erkrankt

Der US-Schauspieler ist nach eigenen Angaben an einer "sehr verbreiteten und gut behandelbaren Form" erkrankt. Erst am 21. September feierte der Parade-Fiesling seinen 80. Geburtstag.

US-Schauspieler Larry Hagman, der als "Dallas"-Ekel J.R. Ewing weltweit berühmt wurde, ist nach eigenen Angaben an Krebs erkrankt. "Als J.R. bin ich mit allem davongekommen - Korruption, Erpressung und Ehebruch. Aber nun bin ich vom Krebs erwischt worden", teilte der 80-Jährige am Freitag mit. "Ich möchte jeden wissen lassen, dass es eine sehr verbreitete und gut behandelbare Form von Krebs ist", zitierte das Promi-Portal People.com aus Hagmans Mitteilung. Weitere Einzelheiten nannte der Schauspieler nicht. Hagman will trotz der Erkrankung weiter arbeiten. In der kommenden Woche will der Fernsehsender TNT mit den Dreharbeiten zu der Fortsetzung der Kultserie "Dallas" beginnen. Zwar geht es jetzt um die geizigen und eifersüchtigen "Dallas"-Sprösslinge, doch mit Hagman, Patrick Duffy und Linda Gray kehrt auch die Seniorenriege zurück. 

Im Bild: Larry Hagman mit Olaf Scholz, dem Bürgermeister von Hamburg bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises im September Er werde sich während der Dreharbeiten behandeln lassen, sagte Hagman. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen an einer Show, die er liebe, sei sicher das Beste für ihn. "Außerdem, wie wir alle wissen, ist J.R. nicht kleinzukriegen!", scherzte Hagman. Seine Markenzeichen: Eine Jeannie, ein Cowboyhut und ein hämisches Lächeln. Diese Dinge machten Larry Hagman während seiner mehr als 45-jährigen Karriere berühmt. Als Major Tony Nelson spielte er sich in die Herzen der Frauen, als J.R. Ewing in die der Männer. 

Am 21. September feierte der "Dallas"-Fiesling seinen 80. Geburtstag. Und als 80-Jähriger tut Hagman genau das, was ihn 30 Jahre zuvor zum verhasst-geliebten TV-Star machte: Er setzt den berühmten Cowboyhut und das eiskalte Lächeln von "Dallas"-Ekel J.R. Ewing auf. Für eine Fortsetzung der Kultserie "Dallas" wird er mit schütteren grauen Haaren noch einmal das skrupellose Oberhaupt des zerstrittenen texanischen Öl-Clans auf der Southfork Ranch spielen.

Im Bild: Hagman vor der berühmten "Dallas"-Ranch. Nach Drehbeginn im Herbst sollen die zehn Episoden im kommenden Sommer beim US-Sender TNT laufen. Zwar geht es jetzt um die geizigen und eifersüchtigen "Dallas"-Sprösslinge, doch mit Hagman, der seinen Bruder Bobby (Patrick Duffy) aufs Kreuz legt und seine Frau Sue Ellen (Linda Gray, Bild) ständig betrügt, kehrt die Seniorenriege zurück. Am liebste spiele er Bösewichte, verriet Hagman im vergangenen Februar dem Online-TV-Sender AolTV.com. "Denn gute Kerle haben längst nicht so viel Spaß wie Böse. Ich spiele lieber die witzigen Parts." Als echter Fiesling zeigte er sich in diesem Jahr auch in der TV-Serie "Desperate Housewives". Er mimte Frank Kaminsky, den unausstehlichen Stiefvater von Lynette (Felicity Huffman). Geradezu freundlich lächelt Hagman die Fans auf seiner Website "larryhagman.com" an. Zwei Daten würde er nie vergessen, heißt es dort. Den 21. November 1980, als über 350 Millionen "Dallas"-Fans in 57 Ländern vor dem Fernseher saßen, um herauszufinden, wer den Ölbaron J.R. angeschossen habe. Und den 23. August 1995, als er, nach jahrelangem Alkoholmissbrauch schwer erkrankt, in einer 16-stündigen lebensrettenden Operation eine neue Leber erhielt. Nachzulesen gibt es das Leben des Serien-Bösen übrigens auch: Hagmans Biografie "Hello Darlin" erschien 2001. Der gebürtige Texaner, Sohn des Musical-Stars May Martin und eines Rechtsanwalts, begleitete nach der frühen Scheidung der Eltern seine Mutter auf Tourneen. An ihrer Seite stand er in den 50er Jahren in London in dem Broadway-Hit "South Pacific" auf der Bühne. 

Im Bild: Larry Hagmann hat Sinn für Humor und verfügt über eine ordentliche Portion Selbstironie. Dort traf und heiratete er die schwedische Modezeichnerin Maj Axelsson (Bild), laut Hagman, "das Beste, was mir je passierte". 

Das Ehepaar hat zwei Kinder. 1964 zog Hagman mit seiner Familie nach Hollywood, wo er als Astronaut Tony Nelson in der Fernsehserie "Bezaubernde Jeannie" neben ... ... Barbara Eden die Hauptrolle spielte. An seine frühen Filme ("Angriffsziel Moskau", "Nacktstar") erinnern sich wenige, doch als Inbegriff des Unguten, J.R. Ewing in der Öl- und Familiensaga "Dallas", wurde Hagman zum unvergesslichen Star. Als "Kultstar der 80er Jahre" erhielt er 1999 in Berlin die Goldene Kamera. In den USA lief das Familiendrama um Geld, Macht und Intrigen 14 Jahre lang ununterbrochen. Die mehr als 350 Folgen wurden in 67 Sprachen übersetzt und in 90 Ländern ausgestrahlt.

Im Bild: Hagmann hat das Musiktalent von der Mutter. Die meiste Zeit lebt Hagman abseits von Hollywood auf seiner Ranch im südkalifornischen Ojai. Das Luxusanwesen in den Küstenbergen hat er komplett auf Solarbetrieb umgerüstet. Von der deutschen Firma Solarworld ließ sich der engagierte Umweltschützer samt Cowboyhut für einen Werbespot einspannen. Als strikter Nichtraucher und Organspendenempfänger setzt er sich häufig für entsprechende Kampagnen ein. Und er stellte stets klar, dass er als gebürtiger Texaner nie ein Gefolgsmann von George W. Bush und der Republikaner gewesen sei - ganz im Gegenteil. In den vergangenen Jahren war der Schauspieler auch immer wieder gern gesehener Gast in Österreich. Gemeinsam mit Richard Lugner und seiner Entourage besuchte er den Wiener Opernball 2011. Von jungen Frauen hält der 80-Jährige im Gegensatz zu seinem Baumeister-Freund nichts. Das "Katzi" hielt er für zwölf, eindeutig zu jung. Er ist seit 56-Jahren glücklich verheiratet, auch wenn es in den vergangenen Jahren nicht einfach war, wie er sagt. Seine Frau Maj leidet an Demenz. In einem Interview mit der Zeitschrift Das Neue: "Ich mache mich langsam mit dem Gedanken vertraut, dass meine Frau sterben wird. Und das fällt mir schwer, denn wir sind sehr vertraut. Maj ist mein Ein und Alles." Hagmans Frau ist 82 und lebt laut Hagman in einem Pflegeheim in der Nähe von Los Angeles. Dort werde sie rund um die Uhr versorgt. "Wir machen lange Spaziergänge, ich halte ihre Hand, wir reden miteinander. Doch oft weiß sie nicht mehr, was sie eben noch gesagt hat." Ein Wiedersehen mit "Bezaubernde Jeannie"-Kollegin Barbara Eden gab es bei der DVD-Präsentation 2006. Die beiden hatten sichtlich Spaß. Vielleicht gibt es ja auch da eine Neuauflage. Auf die Rückkehr nach Texas als machthungriger Ölbaron freut sich Hagman aber nach eigenem Bekunden sehr. ""Dallas" ist der größte Spaß, den ich im Leben hatte. Es fühlt sich an, als würde ich nach Hause kommen", schwärmt der Schauspieler in einem Videotrailer für die neue TV-Serie.
(KURIER.at / sog, lyk, apa) Erstellt am
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