Cheyenne Ochsenknecht wehrt sich gegen Dickpics – und wird von Instagram bestraft
Cheyenne Ochsenknecht
Cheyenne Ochsenknecht, die Tochter von Schauspieler Uwe und Natascha Ochsenknecht, hat öffentlich gemacht, dass sie in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel sexueller Belästigung wurde.
Auf Instagram teilte die 25-Jährige mit, dass ihr regelmäßig sogenannte "Dickpics" – ungefragte Fotos männlicher Geschlechtsteile – zugeschickt werden. Ihre Versuche, sich gegen diese Form der digitalen Gewalt zu wehren, führten jedoch zu einer überraschenden Konsequenz: Statt der Täter wurde ihr eigenes Konto von Instagram eingeschränkt.
Cheyenne Ochsenknecht: "Ich bin auf 180"
In einer zeitlich begrenzten Instagram-Story brachte Ochsenknecht ihre Wut über den Vorfall zum Ausdruck und prangerte die (un)soziale Plattform an. "Ich bin auf 180", schrieb sie. Vor einigen Wochen habe sie ein solches Foto – inklusive des Namens und Profilbildes des Absenders – veröffentlicht. Ihr Ziel sei es gewesen, auf das Problem aufmerksam zu machen. "Ich will, dass jeder weiß, dass so ein Mensch so etwas tut. Dass wir Frauen einfach sehr oft Opfer sind, und auch meistens Opfer sind", so Ochsenknecht. Sie betonte auch: "Ich [bin] seit Jahren schon Opfer von Dickpics."
Kurz nach ihrem Post wurde ihre Story jedoch von Instagram gelöscht. Die Plattform verwies darauf, dass der Beitrag gegen die Richtlinien verstoße.
Die Konsequenzen gingen jedoch noch weiter: Am Dienstag, 5. Mai, entdeckte Ochsenknecht, dass ihr Konto eingeschränkt worden war. Dies betraf unter anderem ihre Möglichkeit, Werbeanzeigen zu schalten – ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit als Influencerin. Bis 13. Mai ist ihr das nicht gestattet – als Strafe sozusagen. Als Grund wurde von Instagram "Sexueller Missbrauch von Erwachsenen" genannt.
"Muss man sich mal reinziehen: Also ich werde Opfer von Dickpics auf Instagram, weil Instagram es immer noch nicht auf die Reihe bekommen hat, dass man solche Fotos bei den Chats einfach nicht verschicken darf. (...) Und ich werde jetzt gesperrt", fasste sie ihre Frustration, aber auch Empörung zusammen.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, unter anderem Hilfe und Informationen bei folgenden Adressen:
- Frauen-Helpline: online unter frauenhelpline.at und telefonisch unter 0800-222-555
- Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF): online unter aoef.at
- Frauenhaus-Notruf: unter 057722
- Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217
- Polizei-Notruf: 133
Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Auf der Webseite finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
Der Absender des besagten Fotos hingegen blieb offenbar unbehelligt, laut Ochsenknecht wurde er nicht gesperrt. Für die 25-Jährige ist diese Situation unverständlich: "(...) Der Typ darf die Nachricht aber easy verschicken und ich kriege gefühlt zehn Stück hintereinander und da passiert bei ihm gar nichts, wenn er Nacktbilder verschickt?" Für Ochsenknecht fühle sich das wie ein "schlechter Scherz" an. "Super Job, Instagram", kommentierte sie sarkastisch.
Zumindest habe die Berliner Polizei ihre Anzeige zur Kenntnis genommen, so Ochsenknecht. Der Fall werde derzeit bearbeitet.
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