Opernsänger Miki Stojanov und Schauspielerin Adriana Zartl

© Kurier/Franz Gruber

Stars Austropromis
01/24/2021

Künstler in Not: Von der Schauspielerin zur Verkäuferin, vom Opernsänger zum Security

Schauspielerin Adriana Zartl und Opernsänger Miki Stojanov mussten sich, um finanziell zu überleben, andere Jobs suchen.

von Lisa Trompisch

Die Coronapandemie ist für alle sehr fordernd, besonders aber für die Künstlerinnen und Künstler, die schon so lange ohne ihr Publikum auskommen müssen. Die Museen sollen ja – zumindest nach jetzigem Stand – am 8. Februar wieder öffnen, bei den Bühnen dieses Landes schaut es dagegen noch zappenduster aus, da bleiben die Scheinwerfer zumindest bis Anfang März erloschen.

Um ein bisschen finanzielles Licht am Ende des kulturarmen Tunnels zu sehen, packen manche Künstler einfach anderweitig an. Schon im ersten Lockdown erntete Kabarettist Christoph Fälbl Erdbeeren statt Applaus. Im Sommer half seine Kollegin Angelika Niedetzky im Weingarten bei Winzer Rudi Pichler, was sie jetzt übrigens wieder machen wird.

In der zweiten Ausgabe der Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“, erzählt auch Opernsänger Miki Stojanov, der viele Engagements durch Corona verloren hat, von seinem neuen Job als Security und Portier.

„Viele meiner Opernkollegen finden es toll, dass ich nicht jammere, sondern etwas mache. Ich möchte hier aber nicht als Vorbild wirken. Es ist eigentlich nicht unsere Aufgabe, dass wir uns als Künstler irgendeinen Job suchen, damit wir überleben können. Das sollte doch die Aufgabe von anderen sehr gut bezahlten Menschen sein!“, so Stojanov, der auch die Onlineplattform findyourmusicteacher.com ins Leben gerufen hat.

Das ganze Interview, sehen Sie hier:

Große Zustimmung dazu auch von seiner Künstlerkollegin, Schauspielerin Adriana Zartl, die statt auf der Bühne aushilfsweise hinter dem Verkaufsstand steht – Schmuck und Punsch. „Ich hab mir halt gedacht: Sudern bringt nicht viel, also muss ich irgendwas machen und verkaufe jetzt Armbänder in der SCS, zumindest wenn sie offen ist, oder ich schenke bei der ,Helene’ in Perchtoldsdorf Punsch aus. Man versucht, irgendwie etwas zu machen, damit Kohle reinkommt“, erzählt die Mimin, die auch zu bedenken gibt, dass gerade der Kunstbetrieb nicht von einen auf den anderen Tag spielfertig ist, sondern eine längere Vorlaufzeit benötigt.

„Das ist nicht wie bei einem Geschäft, das man jederzeit aufsperren kann“, so Zartl.

„Man muss sich vorbereiten. Man kommt ja auch aus der Kondition raus. Gerade in meinem Job, wo man Nachtdienste und Frühdienste hat, ist man einfach platt. Dann hat man auch keine Lust und keine Kraft, um zu üben, oder man ist einfach nicht frisch genug, um etwas zu lernen. Das ist schwierig“, meint auch Tenor Stojanov, der sich vonseiten der Politik viel mehr Respekt für die Kunst- und Kulturschaffenden wünschen würde.

„Wir sind ja ein Kulturland?! Natürlich darf man Corona nicht unterschätzen. Ich bin auf keinen Fall ein Corona-Leugner, weil ich auch Leute kenne, die an Covid-19 gestorben sind. Aber wir fallen wirklich komplett durch den Raster. Kunst und Kultur werden immer als letzter Punkt, wenn überhaupt, genannt“, sagt der Opernsänger.

Wie das Adriana Zartl sieht, welche Vorschläge sie hätte und was Oper mit Heavy Metal zu tun hat, sehen Sie im Video oben.

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