Anwältin Astrid Wagner mit Promi-Friseur Josef Winkler

© Kurier/Gerhard Deutsch

Stars Austropromis
05/16/2020

Josef Winkler wehrt sich: Promi-Figaro engagiert bekannte Anwältin

Nach TV-Vorfall: Der Figaro lässt von Strafverteidigerin Astrid Wagner rechtliche Schritte gegen die Innung prüfen.

von Lisa Trompisch

Was war das für ein Wirbel, als Promi-Figaro Josef Winkler Mitte April, als noch alle Friseursalons geschlossen halten mussten, in einem TV-Studio zur Schere griff und Sportkommentator Edi Finger (immer noch jun.) ans Haupthaar ging.

„Ein Skandal, dass sich der Friseur von unserem Kanzler so in die Öffentlichkeit stellt und sich über alles andere lustig macht“, empörte sich der Wiener Landesinnungsmeister Marcus Eisinger in einem Youtube-Video.

Sogar rechtliche Schritte wurden laut dem Bundes- und Landesinnungsmeister Wolfgang Eder überlegt, der darin „einen kompletten Verstoß gegen das Corona-Gesetz“ sah (der KURIER berichtete).

Astrid Wagner vertritt Winkler

Zum Haare raufen findet die ganze Sache der beschuldigte Friseur Josef Winkler, der bis jetzt nicht direkt von der Innung kontaktiert wurde. Er holte sich nun Beistand in Form der bekannten Anwältin Astrid Wagner (von ihr stammen auch Bücher wie „Jack Unterweger – Mörder, Dichter, Frauenheld“, „Verblendet“ oder “Aug in Aug mit dem Bösen”), die es normalerweise mit den brutalen Fällen zu tun hat.

„Der Wiener Landesinnungsmeister Marcus Eisinger hat auf Youtube ein Vier-Minuten-Video hochgeladen, ohne mit mir Kontakt aufzunehmen. Und hat mich darin beschimpft und noch dazu den Namen eines Stammkunden permanent mit eingebaut, der mit dem TV-Auftritt gar nichts zu tun hatte“, so Winkler zum KURIER.

„Er wollte mich mit aller Gewalt öffentlich denunzieren und diesen Vorwurf muss er sich von mir gefallen lassen. Das war standeswidrig“, so der Promi-Haarschneider, der keinen Gesetzesbruch sieht und überhaupt nicht verstehen kann, warum nicht direkt mit ihm gesprochen wurde.

Drohungen gegen Winkler

Winkler wurde sogar bedroht. „Ich habe zum Beispiel einen Anruf aus Nordrhein-Westfalen bekommen. Der Mann hat gemeint, dass er ein Kollege ist und hofft, dass man mir so richtig in die Fresse haut. Das ist echt nicht mehr lustig.“

Sogar nicht lustig findet das auch seine Anwältin Astrid Wagner. „Es ist tatsächlich so, dass Josef Winkler sich völlig rechtskonform verhalten hat. Es ist kein Gesetz gebrochen worden. Ganz im Gegenteil, diese Vorfälle, die jetzt hier passiert sind, sind meines Erachtens nicht nur beschämend, zutiefst unkollegial und ehrlich gesagt auch standesrechtlich bedenklich, dass man anstatt einen Brief zu schreiben, ein Video mit diversen grenzwertigen und ehrenrührigen Ansagen auf Youtube postet“, so Wagner, die dabei ist, strafrechtliche und zivilrechtliche Schritte zu prüfen.

"Bis dato ist auch keine Entschuldigung gekommen. Das wirft kein gutes Licht auf die Branche, so hat die Öffentlichkeit den Eindruck, die zerfleischen sich selber", meint sie.

"Das macht keinen guten Eindruck. Das richtige Vorgehen wäre gewesen, Josef direkt anzurufen oder anzuschreiben um das zu klären. Aber ich kann nur wiederholen, in keiner Weise hat er das Gesetzt gebrochen. Er hat sich an alle Regeln und Sicherheitsvorkehrungen gehalten. Er hat auch nicht das Gewerbe ausgeübt, also kein Geld dafür bekommen, sondern das war nur zu Demonstrationszwecken. Man kann es auch als Werbung sehen, aber auch das ist nicht verboten", so Wagner.

„Wir haben im Studio nur vorgeführt, wie es jetzt im Salon passiert“, betont Winkler.

"Wir haben Hände und Werkzeug desinfiziert und alle haben Mund-und-Nasenschutz getragen. Und genau das passiert jetzt im Salon, also wo ist das Verbrechen?", fragt sich der Figaro.

Viele Neukunden

„Beruflich hat es mir zum Glück nicht geschadet. Ich weiß nicht, liegt’s am Shutdown, oder an diesem Skandälchen, dem Sturm im Wasserglas, aber wir haben so viele Neukunden-Anmeldungen wie schon lange nicht mehr“, erzählt er. " Mein Geschäft ist voll, aber ich nehme an, das wird jetzt bei allen Kollegen so sein."

Kanzler Kurz war schon Haare schneiden

Auch Kanzler Sebastian Kurz war schon wieder bei ihm. „Jetzt sitzen wir ja im selben Boot, jetzt haben wir ja beide einen Shitstorm hinter uns“, spielte Winkler augenzwinkernd aufs Kleinwalsertal an.

Anwältin Astrid Wagner, die ja sonst eher mit Schwerverbrechern zu tun hat, hilft Winkler in dieser Sache übrigens aus Freundschaft, denn "ich bin hier auch Stammkunde und bin ganz begeistert von seiner Friseurkunst. Und dann ist ja ganz klar, dass ich ihm da auch juristisch beistehe."

Und wenn man schon eine bekannte Strafverteidigerin im Interview hat, wäre es ja auch spannend zu wissen, welcher ihrer Fälle sie am meisten berührt hat.

Fälle mit Kindern setzen zu

"Das ist schwer zu sagen, das sind dann eher solche Fälle, wie zum Beispiel diese Mutter, die in ihrer völligen Verzweiflung, weil sie vor der Zwangsräumung gestanden ist, in eine Art Ausnahmezustand geraten ist und zu einem Küchenmesser gegriffen hat und ihre 5-jährige Tochter mit sieben oder zwölf Messerstichen getötet hat. Das war ihre geliebte Tochter und sie war eine gute Mutter. Das sind so Abgründe, die man nicht verstehen kann. Und wenn es dann natürlich um Kinder geht, das berührt einen persönlich am meisten", erzählt Wagner.

Zunahme von häuslicher Gewalt und Scheidungen

Der Anwältin fällt auch auf, dass momentan die Menschen nervlich ziemlich angespannt sind.

"Ich merke schon, dass die Leute mit den Nerven am Ende sind, die Stimmung einfach schlecht ist. Nachbarschaftsstreitigkeiten haben zum Beispiel zugenommen. Man merkt auch, dass häusliche Gewalt und Scheidungen zugenommen haben. Auch der wirtschaftliche Druck ist da", so Wagner.

 

 

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