Otto Retzer im Schlosshotel Velden

© Kurier/Gilbert Novy

Stars Austropromis
09/12/2020

Otto Retzer über Roy Black: "Er ist an gebrochenem Herzen gestorben"

Wie Regisseur Otto Retzer den "Ein Schloss am Wörthersee"-Star an seinen letzten Tagen erlebt hat.

von Lisa Trompisch

30 Jahre ist es her, seit die beliebte Serie "Ein Schloss am Wörthersee" über die Bildschirme flimmerte. Ein holpriger Start, fulminante Quoten und dann das traurige Ende des gefeierten Hauptdarstellers.

Kult-Regisseur Otto Retzer (75) erinnert sich im KURIER-Gespräch an die Serie und seinen "Hoteldirektor Lennie Berger".

Der Schlagerstar Roy Black war nicht mehr allzu gefragt, als er die Hauptrolle in der Wörthersee-Serie angeboten bekam."Da hat er Konzerte vor 40 Leuten gespielt. Sowas hältst ja nur mit drei, vier Schnaps aus", so Retzer. 

Und trotzdem versammelten sich schon beim allerersten Drehtag zahlreiche Schaulustige, um einen Blick auf den dunkelhaarigen Beau zu erhaschen. "Da haben wir gewusst, wir landen damit einen Hit und dass Roy Black ein absoluter Glücksgriff ist."

Der letzte längere Drehtag fand in Verona statt. Roy Black sollte da einen Taschendieb durch die Gassen jagen. Anstrengend, stressig, alles unter enormen Zeitdruck. Black musste wegen seinem Herzen starke Medikamente nehmen, hat aber trotzdem auch gerne etwas getrunken, erinnert sich Retzer.

Am nächsten Tag wurde dann nur noch eine Einstellung vorm Schloss abgedreht. Da meinte der Hauptdarsteller schon, dass er das lieber schnell hinter sich bringen möchte, da es ihm nicht allzu gut gehe. Nach Drehschluss dieser Staffel wurde noch zum Mittagessen geladen, an dem Black ebenfalls noch teilnahm.

Zwischenzeitlich wurde ihm noch auf seine Bitten hin von einem befreundeten Arzt das Rezept für seine Herz-Medikamente besorgt, welche er nach dem Essen in der Apotheke noch schnell abholen wollte.

Er verabschiedete sich, umarmte alle und ging - wenig später kehrte er aber nochmal zurück. "Er meinte zu Karl Spiehs, dass dieser ihm nächstes Jahr 10 Prozent von der Gage abziehen könne, aber, dass er unbedingt genau mit diesem Team wieder arbeiten möchte. Und dann fährt er, vergisst aber die Tabletten zu holen", erzählt der Regisseur.

Die Tragik nahm seinen Lauf. Roy Black wollte eigentlich zu seiner Freundin und zu seiner vier Wochen alten Tochter Natalie fahren, erzählt Retzer. Er hat aber dann den Weg zu seiner Fischerhütte eingeschlagen. Dort wurde er dann auch tot von seinem Bruder aufgefunden.

Und jetzt zu seinem Todestag (er verstarb am 9. Oktober 1991) mehren sich wieder die Gerüchte, dass es kein natürlicher Tod (offizielle Version ist Herzversagen) gewesen sein soll.

"Ich glaube, er ist in der Nacht munter geworden, hat seine Tabletten gesucht, keine gefunden und ist dann ein bisschen in Panik geraten, ist umgefallen und war tot. Ich sag immer, er ist an gebrochenem Herzen gestorben", so Retzer.

"Wenn du so eine schwere Arbeit hinter dir hast, Roy hat ja fast jeden Tag gedreht. Wenn das aus ist, dann fällst du in ein absolutes Loch hinein – auch als Regisseur", weiß Retzer. "Der Vortag war einfach superanstrengend für ihn und für uns alle. Ein irrisinniger Drehtag, beim Heimfahren hat er auch zu viel getrunken. Da ist einfach alles zusammengekommen."

Und dann erzählt Retzer, dass er noch heute Briefe von einer Frau bekommt, die glaubt mit Roy Black in Verbindung zu stehen - eine Art Medium.

"Ich bekomm heute noch Briefe, wie es ihm geht. Es gibt da eine Frau, die sagt, sie ist mit ihm verbunden. Und sie schreibt mir immer wieder. Sie schreibt da, dass er jetzt in eine Drei-Zimmerwohnung umgezogen ist und jetzt auch Harfe gelernt hat. Das einzige, was ihm nicht gefällt, ist nach wie vor, dass es im Himmel keine Vögel gibt. Also kein Vogelgezwitscher. Aber es geht ihm gut. Sie schreibt mir immer wieder Sachen, die eigentlich keiner wissen kann. So wusste sie zum Beispiel auch, dass mich sein Sohn Torsten kontaktiert hat. Teilweise ganz eigenartig, da rieselt mir schon ein leichter Schauer über den Rücken", so Retzer.

Für Roy-Black-Fans aber sicher tröstlich, wenn sie daran glauben können, dass es ihm jetzt gut geht, wo immer er auch ist ...

 

 

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