Opernball 2026: Programm, Preise und weniger Moderatoren
Komitee: Maryam Yeganehfar, Susanne Athanasiadis und Birgit Reitbauer
Sobald zur Pressekonferenz über den Wiener Opernball in die Staatsoper geladen wird, weiß man, dass es jetzt schön langsam ernst wird. Immerhin ist es auch nicht einmal mehr ein Monat, bis der Ball der Bälle am 12. Februar über die Bühne geht.
Staatsoperndirektor Bogdan Roščić wird ja immer wieder nachgesagt, er sei nicht der größte Fan dieses gesellschaftlichen Ereignis. "Mir macht der ganze Ball inzwischen Spaß. Ich bin ja ein Neuling, aber ich habe gelernt und inzwischen weiß ich, wie man den Abend taktisch anlegen muss. Wie und wo man muss sich vor wem verstecken, damit man all das, was die herausragenden Kameras des ORF unerbittlich einfangen, nicht sehen muss und wenn man es geschickt anstellt, ist es es ein fantastischer Abend", stellte er am Freitagvormittag aber fest.
ORF-Unterhaltungsschef Martin Gastinger, Staatsoperndirektor Bogdan Roščić und ORF-General Roland Weißmann
Musikalisches
Auf dem Eröffnungsprogramm stehen neben dem "Walzer Nr. 2" aus Suite für Varieté-Orchester von Dmitri Schostakowitsch, "Art is calling for me" aus "The Enchantress" und "Brindisi" aus Giuseppe Verdis "La traviata" heuer auch zwei Songs ("Tonight" und "Maria") aus Leonard Bernsteins Musical "West Side Story". Singen werden die Sopranistin Pretty Yende und der französische lyrische Tenor Benjamin Bernheim. Das Orchester der Wiener Staatsoper wird von Pablo Heras-Casado dirigiert.
"Es erklingt Musik, die beim Opernball noch nie erklungen ist", sagte Staatsoperndirektor Roščić dazu.
Das Wiener Staatsballett wird zum "Carousel Waltz" tanzen.
Auf Bewährtes setzt man auch beim Jungdamen- und -herrenkomitee, das heuer wieder von Maria Angelini-Santner und Christoph Santner geleitet wird. Die Debütantinnen tragen auch heuer wieder eine Swarovski-Tiara, wo man sich diesmal vom charakteristischen Schwanen-Emblem inspirieren ließ. Das Krönchen ist mit 350 Kristallen besetzt.
Moderatoren
Wo man sich aber für Veränderung entschieden hat, sind die Moderatoren des ORF. Voriges Jahr bestritten die Live-Übertragung noch fünf Moderatoren, heuer sind es mit Mirjam Weichselbraun, Teresa Vogl und Andi Knoll nur noch drei im Kernteam. Marion Benda ist nicht mehr vor der Kamera, Silvia Schneider wird für die Mode verantwortlich sein.
"Ich freue mich sehr, dass ich das Moderatorenteam unterstützen darf als Moderatorin zum Thema Mode. Da werden wir auf der Feststiege die besten Looks einfangen", so Schneider. "Ich freue mich auch auf die Live-Interviews, das ist immer ein besonderes Prickeln in der Sendung, aber gerade der Opernball ist ein Thema, wo es darum geht, sehen und gesehen werden, wer trägt welches Kleid, was sind die Looks, welche Farben gibt es am Red Carpet zu sehen und da freue ich mich sehr, dass ich das ein bisschen einfangen darf."
Auch ORF-General Roland Weißmann erklärte die Moderatorenwahl wie folgt: "Wir nehmen Anregungen immer gerne mit und wir sind sparsam, aber spektakulär. Darum haben wir drei Hauptmoderatoren. Es wird auch Gäste geben, die Kurzauftritte haben, aber insgesamt geht es darum, dass das Publikum bestens unterhalten ist. Heuer sind es drei, einmal waren es mehr, dann weniger - wie auch das redaktionelle Konzept ist."
Lilian Klebow, Teresa Vogl und Silvia Schneider
Lilian Klebow wird, wie auch schon in den Vorjahren, wieder durch die Sendung "Alles Opernball" am Tag nach dem Ballereignis führen. Zusätzlich moderiert Andi Knoll noch die Sendung "Alles Walzer" (im Anschluss an "Alles Opernball"), wo er prominente Ballgeherinnen und Ballgeher am Würstelstand trifft.
Bogdan Roščić war es dabei auch wichtig zu betonen, dass der Opernball die meistgesehene Sendung des Jahres im ORF sei. "Wir sind sehr stolz, weil wir mit der Staatsoper eine wirklich tolle Partnerschaft haben und der Opernball bei den Österreicherinnen und Österreichern wirklich sehr, sehr gut ankommt", sagte Roland Weißmann zum KURIER.
Hohe Preise
Auch heuer sind die Preise auf dem Ball sowie für die Ballkarten kein Schnäppchen. Um 410 Euro bekam man eine reguläre Karte, eine Rangloge kostet 26.000 Euro, eine Bühnenloge 15.000 Euro und eine Premium-Bühnenloge 19.000 Euro. Auf den Karten ist aber wieder ein Solidaritätsbeitrag von 35 Euro, der an "Österreich hilft Österreich" geht. Auch in der Gastronomie werden 10 Prozent Solidaritätsbeitrag aufgeschlagen. So kommen dann Opernball-Würstel auf 18 Euro, Bier auf 15,50 Euro und ein kleines Mineral (0,33 l) auf 9,90 Euro.
Außerdem wird auch wieder ein Bild eines Künstlers für "Österreich hilft Österreich" versteigert. Diesmal erklärte sich der vor einem Monat verstorbene Arnulf Rainer noch zu seinen Lebzeiten dazu bereit, das Werk "Schwarzer Samt, rote Seide" zur Verfügung zu stellen.
Wie ORF-Generaldirektor Weißmann meinte, konnten "in den vergangenen fünf Jahren 36 Millionen Euro gesammelt werden. Es geht an Jugendliche und Kinder in Krisensituationen, beim Hochwasser wurde geholfen. Es darf gelacht und gefeiert werden, aber es wird auch Gutes getan."
"Roter" Opernball
Apropos Rot: das ist auch die Farbe des diesjährigen Blumenschmucks. Komiteemitglied Maryam Yeganehfar hat sich dafür den Titel "Opus Florale Avantgarde" einfallen lassen. Der Schmuck besteht aus "Red Naomi Futura Rosen" und rotem Amaranthus und wird Farbtöne von Rot bis Violett sehen lassen.
"Wir haben ein bisschen Mut bewiesen diesmal. Wir sind etwas avantgardistischer geworden", so Yeganehfar. Dabei müssen auch 320.000 Blütenblätter händisch aufgefaltet werden, wie Emil Doll von Doll's Blumen erklärt.
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