Hörbiger-Sohn Manuel Witting: So fand er seinen eigenen Weg
Schauspieler Manuel Witting
Er stammt aus einer berühmten Schauspieldynastie – seine Mutter ist Maresa Hörbiger (81), sein Vater Burgschauspieler Dieter Witting (2023) – Manuel Witting (49) hat aber längst seinen eigenen Weg gefunden.
Manuel Witting mit seiner Mutter Maresa Hörbiger
Ein Kabarettprogramm im Gymnasium hat ihn quasi zum Schauspielberuf gebracht, wie er in der KURIERTV-Sendung „Herrlich ehrlich - Menschen hautnah“ erzählt.
Die ganze Sendung:
Herrlich ehrlich: Manuel Witting
Er war da als Conférencier im Einsatz und aufgrund eines Stromausfalles musste er im Dunkeln improvisieren und das Publikum unterhalten.
„Und da habe ich plötzlich gemerkt, sie reagieren und lachen auf meinen hoffentlich komischen Umgang mit der Not. Und das hat mir die notwendigen Adrenalinstöße beschert, und ich habe dadurch sozusagen meinen Weckruf erhalten.“
Seine berühmte Herkunft habe ihn anfangs in der Schauspielschule aber schon auch blockiert, wie er erzählt. „Weil ich da von einer jugendlichen Hybris geplagt war und wirklich geglaubt habe, na ja, aber zu Hause wissen wir es eh, wie es geht. Und ich habe dann auch gemerkt, ich mache eigentlich zu im Unterricht und nehme das nicht wirklich an, was die Lehrer versucht haben, mir zu verklickern.“
Doch seine damalige Lehrerin Bettina Ostheim hat ihm die Augen geöffnet und ihn animiert, seinen Horizont zu erweitern. „Und das habe ich zum Glück ja ernst genommen.“
Lerne deinen Zeilen, was man nicht kann, soll man lassen „und das, was man angehen will, das muss man richtig machen“, waren die wichtigsten Ratschläge seiner Eltern.
KI-Doppelgänger
Noch bis zum 7. August spielt Manuel Witting im Wald4tler Hoftheater die Komödie „Der Tausch oder das letzte Angebot“. Darin mimt er den Psychotherapeuten Martin, der mit einigen Widrigkeiten in seinem Job und seiner Ehe zu kämpfen hat und das Angebot erhält, sich durch einen geklonten Doppelgänger vertreten zu lassen.
„Und es läuft halt nicht alles so, wie man sich das vorstellt, gerade mit der künstlichen Intelligenz.“ (Was Witting allgemein über KI denkt, sehen Sie im Video oben.)
Das Stück wird übrigens ab 4. November auch im Wiener Theater Akzent aufgeführt.
Obwohl ihn ernste Rollen sehr reizen, überwiegt in seiner bisherigen Arbeit das Komödiantische, wie er erzählt. Schon in der Schauspielschule habe er gemerkt, dass er selbst in tragischen Improvisationen irgendwann das Bedürfnis verspüre, mit Slapstick oder einer komischen Wendung auszubrechen.
Besonders spannend findet er deshalb den umgekehrten Weg: aus dem Komischen ins Ernste zu kippen und so eine echte Aussage zu vermitteln.
Ein Kind des Theaters
Witting fühlt sich auf der Bühne heimischer als vor der Kamera, da ihn das Theater seit seiner Kindheit begleitet.
„Ich bin als Kind auch nicht auf Sets gezogen worden und habe dort gewartet im Klappsessel, sondern in der Kantine vom Theater. Für mich ist ein schwarzer Molton, der irgendwo hängt und dann ein blaues Lamperl, das diesen Backstage–Bereich beleuchtet, etwas Heimeliges. Das muss ich wirklich sagen.“
Lisa Trompisch im "Herrlich ehrlich"-Studio mit Manuel Witting
Witting ist Vater von drei Söhnen und besonders bei Louis, seinem mittleren Buben, „schreit für mich Künstler aus jeder Pore, da verblasse ich daneben. Er ist ganz toll mit dem Malen.“
Dem Schauspielnachwuchs würde er, wenn grad die Engagements ausblieben, zwei Dinge raten. Nämlich, sich durch Weiterbildung und neue Stoffe abzulenken und aktiv zu bleiben. Man könne etwa ein neues Buch oder Stück in Angriff nehmen oder selbst ein Solo für ein kleines Theater entwickeln und „sofern man einen hat, geh dem Agenten bitte auf die Nerven. Rufe an. Frag, was los ist. Bleib im Gespräch!“
Er selbst ist übrigens auch gerade in der Planung für ein Soloprogramm - mehr will er aber jetzt noch nicht verraten.
Dafür gibt’s mehr über seine Karriere und wie er über seinen 50er im kommenden Jahr denkt, sehen Sie im Video oben.
„Herrlich ehrlich - Menschen hautnah“ gibt's immer sonntags um 18.30 Uhr auf KURIER TV.
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