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Stars Austropromis
05/03/2021

30 Jahre Dallas-Aus: "J. R." lebt und lacht in Altaussee

Drei Jahrzehnte nach dem Serien-Aus erinnert sich Larry Hagmans deutsche Stimme an die Straßenfeger-Serie.

von Dieter Chmelar

Der vierfache Großvater, der 1974 aus der damaligen DDR geflohen und als Mannsbild mit mächtigem Timbre am Wiener Burgtheater gelandet war, wirkt mittlerweile wie ein Mix aus Wurzelsepp und Santa Claus. Es blitzen ihm Witz und Weisheit aus dem Antlitz, das viel weniger Menschen "geläufig" ist als seine Stimme. All das begann 1977, als Wolfgang Pampel (heute 76) aus Leipzig (sächsisch: "Leipzsch") im Synchronstudio für Harrison Ford (78) die unverwechselbare deutsche Lippe riskierte.

Stimme der Stars

Ford wurde dank "Star Wars" Weltstar, Pampel dagegen verlor an hehren Bühnen an Respekt. "Was Sie da machen, ist Afterkunst", kanzelte ihn etwa Claus Peymann ab. Endgültig verscherzte sich’s der vielseitige Darsteller mit den "Puristen", als er – über Jahrzehnte hin – zum gefragten Werbesprecher wurde (heute noch für Kelly): "Es gab zwar keine Millionen, aber es nährte doch den Mann."

Einen wahren Meilenstein setzte Pampel mit der Vertonung des "J. R. Ewing", dem fiesen texanischen Ölbaron in der weltweiten Straßenfeger-Serie "Dallas", die dank Intrigen, Affären und gnadenloser Gier nach Geld und Geltung für die verlässliche Wonne der Empörung bei den Fans sorgte: Genau heute, Montag, vor 30 Jahren (3. 5. 1991), lief auf CBS die letzte von 357 Folgen (14 Staffeln, seit 1978 in den USA, ab 1981 auch in Deutschland und Österreich).

Die Seifenoper, stets hart an der Grenze zur Schmiere, hatte eine Art zweite "Kennmelodie": Dieses bösartige Lachen, das "J. R." (John Ross) Larry Hagman gedemütigten Gegnern zwischen gebleckten Zähnen hinterherjagte. Im Original fast tonlos – in Pampels Interpretation als "Hehehehe" lustvoll auf die Spitze getrieben: "Am Strand von Bibione stritt neben uns (er und Monika, Ehefrau seit 1978) einmal ein Pärchen, ob ich’s bin oder nicht. Er sagte Nein, sie Ja.

"'Na, dann lachen S’ amoi wie der Härri Lägmän'", verlangte er. Ich lachte absichtlich völlig anders. Da triumphierte er: 'Sixt, i hob recht, der is es nie!'" Mittlerweile ist Pampel längst lieber daheim auf Urlaub. "Als Altausseer Alt-Ausseher", kokettiert er. Das dankt er Klaus Maria Brandauer. Bei einer Durchfahrt wurde das Benzin knapp. Nirgendwo eine Tankstelle. "Da ging ich ins Wirtshaus, sah den größten Sohn des Orts und flehte um Sprit. KMB winkte einen Spezi herbei, der uns spontan fünf Liter schenkte. Da dachten wir, da bleiben wir. Den Ausseern sind Piefkes übrigens genauso wurscht wie die Wiener."

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