© Janine Guldener

Stars Austropromis
07/18/2020

Heinz Marecek: Meine 20 Jahre Kitzbühel

Seit 2001 ist er Edelgaumen & Spürnase der Erfolgsserie „SOKO Kitz“. Nun zieht der Publikumsliebling (im September 75) bittersüße Bilanz.

Sind Sie traurig, dass „SOKO Kitzbühel“ aufhört? – Diese Frage wird mir in den letzten Tagen am Telefon oder auf der Straße andauernd gestellt. „Ja, natürlich sind wir traurig. Traurig, überrascht und natürlich auch enttäuscht, weil man ja nicht damit rechnet, dass eine Serie, die sich offenbar nach wie vor (eben wird die 20. Staffel gedreht) großen Zuspruchs erfreut, ziemlich abrupt beendet wird.

Angeblich gibt es dafür pekuniäre Gründe. Was immer das auch heißen mag. Aber die Sender (ORF und ZDF) werden es schon wissen.

Wenn man eine TV-Serie 20 Jahre dreht, und die Hälfte dieser Jahre am Drehort verbringt, wird sie ein wiederkehrender Teil des Jahres – sie wird eine Jahreszeit. Frühling, SOKO, Herbst und Winter! (wobei SOK0 diese Jahreszeit gerade heuer weitaus treffender beschreibt, als das ziemlich willkürlich klingende „Sommer“).

Was war das Besondere an „SOKO Kitzbühel“? Ich glaube, ein guter Geist hielt seine Hände schützend über das Unternehmen. Der Geist des Humors und des freundschaftlichen Miteinander.

Das war nämlich die am Set herrschende Betriebstemperatur, und alle unsere Gäste – ob Schauspieler oder Regisseure – passten sich ihr an. Es war – und blieb – all die Jahre unser wechselndes Team ein ausgesprochener Glücksfall!

Noch im Nachhinein vielen Dank an die Kollegen, mit denen es einen ungeheuren Spaß gemacht hat, zu drehen, an die ursprünglich produzierende „Beo-Film“, und an die uns seit einigen Jahren wunderbar betreuende „Gebhardt Productions“. Sie glaubten beide an den fliegenden Teppich der guten Laune, und sorgten dafür, dass diese nach Möglichkeit stets vorhanden war. Und ich glaube, dass dieses gut gelaunte Miteinander im Produkt sichtbar wird.

Natürlich hat Kitzbühel nicht unsere Serie gebraucht, um populär zu werden. Kitzbühel war schon populär, als es noch gar kein Fernsehen gab. Der Herzog von Windsor und Bing Crosby schwangen hier ihre Golfschläger, und Prominente aus aller Welt sausten über weiße Hänge.

Aber geschadet hat unsere Serie dem zauberhaften Ort auch nicht! Weil ja Kitzbühel in den Köpfen der Menschen seit jeher in erster Linie als mondäner Wintersportort galt, während „SOKO“ immer wieder zeigt, wie schön der Ort auch ohne Schnee sein kann. Und ich werde oft auf der Straße von Menschen angesprochen, die mir erzählen, dass sie erst durch die Serie auf die Idee gekommen wären, Kitzbühel im Sommer zu besuchen.

In der Zeit vor Corona waren diese Gespräche auch immer mit einem „Selfie“ verbunden. Die fallen zur Zeit weg. Hingegen vergeht kaum ein Tag, wo mich nicht irgendwer auf der Straße fragt, warum ich mit der „Gräfin“ (Anm.: von Schönberg, gespielt von Andrea L’Arronge) immer noch „per Sie“ bin. Und ich gebe immer wieder gerne und geduldig Auskunft!

Wie auch immer, es ist uns Kitzbühel und seine Menschen im Laufe der Jahre so unglaublich vertraut geworden, dass die endgültige Trennung im Dezember sicher eine schmerzhafte sein wird.

Aber noch bleiben uns ja fünf Monate, in denen wir, so oft es geht, unsere Lieblingsplätze besuchen werden, wo es das beste Schnitzel, den besten Kaiserschmarren, die beste Kaspressknödelsuppe, das beste „Tiroler Gröstl“ gibt.

Wir werden unsere einheimischen Freunde treffen, mit ihnen reden, lachen, das eine oder andere Glas Wein mit ihnen trinken, und mit ihnen diskutieren, wie man am besten die lange Reise bewältigt, auf die wir alle irgendwann einmal geschickt worden sind.

Und wenn es dann im Dezember unwiderruflich heißt: „Adios Amigos!“, werden wir zwar zunächst einmal räumlich getrennt sein, aber Kitzbühel und seine Menschen werden immer durch unsere Köpfe und Herzen geistern!

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