Gastronom Luigi Barbaro

© Kurier/Franz Gruber

Herrlich ehrlich
08/06/2022

Gastro-Padrone Luigi Barbaro: Was die Österreicher von den Italienern lernen können

Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, hatte der Neapolitaner einen Gastro-Traum, den er sich in Wien seit 40 Jahren erfüllt.

von Lisa Trompisch

"La Ninfea“ (die Seerose), so hieß der Sehnsuchtsort von Luigi Barbaro (er feiert am 26. August seinen 65er), als er noch ein Kind war – ein renommiertes Restaurant in Neapel. „Ich hab das immer beobachtet, bin stundenlang dort auf einem Baum gesessen und jedes Mal am Abend kamen da so viele tolle Autos und wunderschöne Leute sind da ein und aus gegangen. Und immer mehr habe ich diesen Willen bekommen, dass ich auch einmal genau so ein Restaurant haben möchte“, erzählte Barbaro in der Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“.

Die ganze Sendung:

Die Liebe zu einer Studentin hat ihn schlussendlich nach Wien verschlagen. Aus der Romanze wurde nichts, wohl aber aus seinem Traum von seinem ersten eigenen Lokal, wo er dann Evelyn, seine jetzige Ehefrau, kennen- und lieben gelernt hat.

Seit 40 Jahren ist Luigi Barbaro nun schon für seine italienische Gastlichkeit (u. a. „Regina Margherita“ und „Trattoria Martinelli“) bekannt und wurde sogar kürzlich vom Branchenmagazin Rolling Pin zum „Gastronom des Jahres“ gekürt.

Und von den Italienern können sich die Österreich auch einiges abschauen. „Ja, zum Beispiel die positiven Seiten des Lebens annehmen. Wir leben ja gerade in so schrecklichen Zeiten, aber man soll auch genießen können. Etwas Feines essen und trinken, es sich einfach gut gehen lassen“, meint er lachend.

Mittlerweile arbeiten auch seine beiden Söhne, Antonio und Luigi jun., engagiert in den Betrieben mit. „Ein Lernprozess“, wie der Padrone schmunzelnd erzählt. Die Corona-Pandemie ist natürlich auch für die Familie Barbaro eine Herausforderung, aber dank Kurzarbeit in Lockdown-Zeiten konnte man alle Mitarbeiter halten. Sehr findig haben sie auch eine eigene, exklusive Tiefkühlpizza entwickelt.

Bald wird der Capo 65, ganz anfreunden kann er sich damit noch nicht. „Ich wünsche mir auf jeden Fall Gesundheit, das ist das Allerwichtigste. Dann die Weiterentwicklung unseres Betriebs und viele neue Ideen, die wir dann auch realisieren können“, so der Gastronom, der Entspannung hauptsächlich im Sport findet. „Radfahren, Laufen, Schwimmen.“

Auch seine Enkelkinder Emilia und Matteo (Anm.: Die Mutter ist seine Tochter Valeria) machen ihm viel Freude und sorgen für den dringend nötigen Ausgleich. Jüngst war er mit Ehefrau Evelyn und den Enkelkindern auf dem Segelboot in Kroatien.

Moment, ein Italiener macht Urlaub in Kroatien? „Man muss schon sagen, das Segeln an der kroatischen Riviera ist hervorragend“, gesteht er augenzwinkernd.

Was eine gute Pizza ausmacht und warum viele Gastronomen händeringend nach Personal suchen, sehen Sie im Video oben.

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