© Reuters/KAI PFAFFENBACH

Buch
09/14/2015

Geheime Geliebte rechnet mit Alice Schwarzer ab

Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer soll privat nicht ganz so feministisch gewesen sein.

Da hat sich aber jemand bemüht, eine Person besonders schlecht dastehen zu lassen: Waltraud Schade hat das Buch "Tango mit Alice" geschrieben, in dem sie ihre lesbische Beziehung zu Alice Schwarzer - der deutschen Feministin schlechthin - schildert.

Die Bild Zeitung hat erste Auszüge aus dieser Abrechnung veröffentlicht: „Sie war ganz anders, als sie es in der Frauenbewegung propagiert hat“, so der Tenor von Schade.

100 Liebesbriefe

„Ich war die erste Geliebte von Alice“, erzählt die 69-jährige Autorin. Von Juni 1972 bis November 1973 seien sie ein Liebespaar gewesen, mehr als 100 Liebesbriefe habe sie von Schwarzer in dieser Zeit erhalten.

Die Feministin war gerade in Deutschland mit der Kampagne "Wir haben abgetrieben" bekannt geworden. So feministisch sie sich öffentlich präsentierte, so wenig war sie es privat, kritisiert Schade im Buch. Der Bild erklärt sie:

„Ich war überrascht, mich in patriarchalen Strukturen wieder zu finden, die Alice Schwarzer in heterosexuellen Beziehungen aufs Schärfste bekämpfte".

Aggressiv

Alice Schwarzer sei oft aggressiv gewesen. An einer Stelle schreibt sie: „Das ist der Moment, in dem dir der Kragen platzt. Energisch wirfst du die Seife nach mir, sie trifft mich, es tut weh. Deinen Wutausbruch rechtfertigst du mit deinem Temperament.“

Schade beschreibt zwar eine romantische Liebesbeziehung mit schönen Urlauben, doch die zwei streiten viel, auch wegen Sex: „Durch die geschlossenen Lider sehe ich deine Wut, Du kannst es nicht ertragen, verschmäht zu werden. Demonstrativ verlässt du das Bett. Ich kann sie hören, die Empörung, die Wut und den Frust bei dir ... Du rauschst aus dem Zimmer und knallst die Tür ... Plötzlich: Ein Höllenlärm ... In deiner Wut hast du alle gusseisernen Bratpfannen runtergerissen.“
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