Änderung der Thronfolge in England fix

Premierminister David Cameron setzt sich für eine Reform der britischen Thronfolgeregelung ein. Nun stimmten alle 16 Länder des Commonwealth einer Gesetzesänderung zu.

Premierminister David Cameron setzte sich für eine Änderung der britischen Thronfolge zugunsten weiblicher Nachkommen ein. Nun scheint das Gesetz durchgeführt zu werden. Gute Nachrichten also für das junge Paar: Nun steht der Krönung einer Tochter zur Königin nichts mehr im Weg, auch kein jüngerer Bruder. Bislang war es nämlich so, dass die Thronfolge automatisch auf den ersten männlichen Nachkommen übergeht. Die Gesetzesänderung ist allerdings nicht so einfach. Denn zunächst mussten die 16 Staaten des Commonwealth einer Änderung zustimmen, erst danach konnte an einem Gesetzesentwurf gearbeitet werden. Dieser soll noch vor der nächsten Wahl durchgesetzt werden, damit das Gesetz bereits im Falle einer Schwangerschaft von Herzogin Catherine zum Einsatz kommen kann. Das derzeit noch bestehende Gesetz, das aus dem 17. Jahrhundert stammt, besagt, dass das erstgeborene Kind den Thron erbt. Doch im Falle eines Mädchens würde sie dieses Recht, oder die Bürde, verlieren sobald ein Bub geboren wird. Warum ist die Queen dann Queen? 

Nachdem König Edward VIII. abdankte, wurde Queen Elizabeths Vater König. Nachdem dieser zwei Töchter hatte und der ehemalige König Edward kinderlos war, wurde die Erstgeborene Elizabeth Thronfolgerin und am Tag des Todes ihres Vaters zur Königin ernannt. Wenn alles gut geht, dann bedeutet die Gesetzesänderung aber nicht nur eine Veränderung für mögliche Kinder von William und Kate, sondern auch eine Änderung in der aktuellen Thronfolge. 

So darf sich die einzige Tochter der Queen (ihr zweitgeborenes Kind), Prinzessin Anne, nun über eine Hochstufung in der Thronfolge freuen. Bisher war sie nur auf Rang zehn, doch künftig ist sie bereits nach Prinz Charles und seinen Söhnen auf Rang vier - natürlich nur solange William oder Harry kinderlos sind. Auch andere verstaubte Gesetze sollen sich ändern: 

Derzeit dürfen britische Adelige, die in der Thronfolge wichtig sind keine Katholiken heiraten. Damit soll Schluss sein. Laut guardian.co.uk wird diese Änderung die Position des Monarchen als Oberhaupt der anglikanischen Kirche aber nicht beeinträchtigen, denn Katholiken dürfen auch weiterhin nicht auf den Thron. Die Kirche von England bleibt die britische Haupt-Kirche. Auch das Gesetz, das Nachkommen von König George II dazu verpflichtet bei einer Eheschließung zuerst die Erlaubnis des Regenten einzuholen, soll geändert werden. Doch warum setzte sich der Premierminister so für gleiche Rechte der Thronfolge ein?

"Wir treten für die Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Aspekten des Lebens ein. Doch es ist eine Anomalie in den Regeln, die sich auf das höchste öffentliche Amt bezieht, das wir ständig für einen männliche Überlegenheit bewahren." schrieb Cameron laut der Onlineausgabe von People. Auch der Buckingham Palast steht den Neuerungen positiv gegenüber. Der Guardian zitiert eine Quelle von Downing Street Nummer 10: "Downing Street arbeitet seit fünf Jahren an diesen Änderungen. Der Buckingham Palast wurde also nicht überrascht. Dies ermöglicht der Krone eine Einführung in ein modernes Zeitalter." Jetzt fehlt zum vollständigen Glück nur mehr ein kleiner Schreihals - und der darf künftig wohl auf den Thron - egal, ob Bub oder Mädchen.
(KURIER.at) Erstellt am
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