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10.01.2013

Änderung der britischen Thronfolge

Königin Elizabeth gab die Änderungen fast 100 Jahre alter Regeln bekannt.

Gleichberechtigung im britischen Königshaus: Sollten Prinz William und seine schwangere Frau Kate im Sommer ein Mädchen bekommen, wäre das Baby eine echte Prinzessin. Dies stellte Königin Elizabeth am Donnerstag klar, indem sie Änderungen fast 100 Jahre alter Regeln bekannt gab.

Nach einer Proklamation von König George V. aus dem Jahr 1917 dürfte nur der älteste Sohn des Paares den Titel Prinz tragen. Mädchen müssten sich mit der Bezeichnung "Lady" begnügen und kämen nicht in den Genuss der Anrede "Ihre Königliche Hoheit".

Nach dem Willen von Königin Elizabeth sollen alle Kinder des Paares in der Titelfrage künftig gleichberechtigt behandelt werden. Es könnten also noch mehr Prinzen oder Prinzessinnen folgen.

Thronfolge - erstmals auch für ein Mädchen

Das erste Kind von William und der einst bürgerlichen Kate wird in der Thronfolge Rang drei einnehmen, hinter Kronprinz Charles und William. Die Frage, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, spielt für die Thronfolge erstmals keine Rolle mehr.

Die 16 Commonwealth-Nationen, deren Staatsoberhaupt die britische Königin Elizabeth II. ist, haben im vergangenen Jahr eine Reform der Thronfolgeregelung beschlossen. Demnach wird das erstgeborene Kind eines Thronfolgers automatisch in die Rangfolge aufgenommen - ganz gleich, ob es männlich oder weiblich ist.

Bisher kamen Prinzessinnen nur zum Zug, wenn sie keine Brüder hatten. So war es auch bei der derzeitigen Queen, Elizabeth II. Deren Enkel William, dessen bevorstehende Vaterschaft am Montag offiziell verkündet wurde, ist hinter seinem Vater Charles die Nummer zwei der Thronfolge. Williams erstes Kind wird seinen Bruder Harry von Platz drei verdrängen.

Im Oktober 2011 hatten die 16 Commonwealth-Staaten, deren Staatsoberhaupt Königin Elizabeth II. ist, bei einem Gipfeltreffen in Perth für eine Änderung gestimmt - allen voran hatte sich Neuseeland dafür eingesetzt, die Thronfolgeregelung an die modernen Zeiten anzupassen. Großbritanniens Premierminister David Cameron sprach von einer "historischen Entscheidung".

Nun müssen die Parlamente der 16 Staaten noch ihre Zustimmung geben - dies dürfte aber eine Formsache sein. Der britische Vize-Premierminister Nick Clegg sagte im November sogar, mit der Entscheidung von Perth sei die Änderung schon in Kraft getreten. Sollten bei der möglichen Geburt eines Mädchens nicht die Zustimmungen aller Parlamente vorliegen, "werden wir uns so verhalten, als sei der Vorrang der männlichen Thronfolge aufgehoben", sagte er. Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte allerdings, selbst wenn die Reform "de facto" in Kraft getreten sei, bedürfe sie der rechtlichen Absicherung.