7 Schauspieler, die erst nach ihrem 40er berühmt wurden

Christoph Waltz ist Jurymitglied bei den 75. Filmfestspielen Venedig
Nicht alle Stars und Sternchen wurden mit dem sprichwörtlichen goldenen Löffel im Mund geboren. Bei den folgenden hat die Karriere langsam - oder schlicht spät - gestartet.

"Gut Ding braucht Weile": Ein Sprichwort, das auf die Karrieren der folgenden Herrschaften wohl zutrifft wie kein zweites. Sie mussten sich gedulden, bis "ihre" Zeit kam. Mittlerweile gehören sie zu den größten Hollywoodstars überhaupt.

Diese Stars mussten auf ihren Durchbruch länger warten

Verstorbene Hollywoodgröße Alan Rickman

Alan Rickman

Auf eine Filmkarriere hat Schauspielstar Alan Rickman es nie angelegt, sagte er einst in einem Interview. Aber: "Wenn man die Gelegenheit bekommt, muss man sie nehmen und rennen." Seit seinem späten Filmdebüt mit 41 Jahren in "Stirb langsam" (1988) war der versierte Film- und Theaterdarsteller eine fixe Größe in der internationalen Filmwelt. Er verkörperte unter anderem den Zauberer "Severus Snape" in der "Harry Potter"-Filmreihe. Im Jänner 2016 ist er im Alter von 69 Jahren gestorben.

Freeman verkörperte im Film selbst schon Gott

Morgan Freeman

Der vierfache Vater Morgan Freeman, der bereits Urgroßvater ist, hat zwei Ehen hinter sich. 2008 trennte er sich nach 24-jähriger Ehe von seiner zweiten Frau Myrna. Die Namen seiner Begleiterinnen hält er seither unter Verschluss. Beruflich war Freeman eher ein Spätzünder. Erst mit 50 Jahren startete der Schauspieler in der Filmszene richtig durch. Der Preisregen für ihn begann mit der Gangsterrolle in "Glitzernder Asphalt" (1987). Sie brachte Freeman die erste von fünf Oscar- Nominierungen ein. In dem Film "Miss Daisy und ihr Chauffeur" glänzte er 1989 als geduldiger Fahrer einer schrulligen Südstaaten-Dame und erhielt dafür auch einen Golden Globe. 2017 feierte er seinen 80. Geburtstag.

7 Schauspieler, die erst nach ihrem 40er berühmt wurden

Samuel L. Jackson

Auf der Leinwand ist ihm das Alter kaum anzumerken. Wenn Samuel L. Jackson vor die Kamera tritt, hagelt es Kugeln und derbe Flüche, es gibt Blut, harte Drogen und Action ohne Ende. 2018 wurde er 70 Jahre alt.

Bei seinem Durchbruch war der Schauspieler Mitte 40: Für seine Rolle als Junkie in Spike Lees "Jungle Fever" wurde er 1991 bei den Filmfestspielen in Cannes zum besten Nebendarsteller gekürt. Als philosophierender Auftragskiller in "Pulp Fiction" feierte Jackson drei Jahre später seinen großen Durchbruch. Die schräge Rolle in Quentin Tarantinos ironisch-makabrer Blutorgie brachte dem Darsteller zugleich eine Oscar-Nominierung ein. Tarantino holte ihn erneut für "Jackie Brown" vor die Kamera, was dem Schauspieler bei der Berlinale 1998 einen Silbernen Bären bescherte. Auch bei "Kill Bill 2", "Django Unchained" und "The Hateful 8" war Jackson dabei.

7 Schauspieler, die erst nach ihrem 40er berühmt wurden

Christoph Waltz

Bereits früh erarbeitete sich der am 4. Oktober 1956 in Wien geborene Spross einer Theaterdynastie den Ruf eines prägnanten Filmbösewichts mit diabolischer Unbestimmbarkeit, der auch im komödiantischen Fach brillieren kann. Der Sohn der Bühnen- und Kostümbildner Johannes Waltz und Elisabeth Urbancic tat sich nach einem Bühnendebüt am Zürcher Schauspielhaus ("Amadeus") und Engagements an verschiedenen Theatern u.a. in den Filmen "Du bist nicht allein - Die Roy Black Story", "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit", "Lapislazuli" und der europäischen Großproduktion "Katharina die Große" hervor. Breite Bekanntheit erlangte er daneben nicht zuletzt mit Episodenauftritten in "Derrick", "Der Alte" oder "Kommissar Rex".

2009 dann kam die Karriere erst so richtig in Schwung: Von Quentin Tarantino wurde Waltz erst in der Kriegsgroteske "Inglourious Basterds" und dann als Kopfgeldjäger Dr. King Schultz in "Django Unchained" (2012) besetzt, für beide Rollen erhielt er neben dem Golden Globe auch den Oscar als bester Nebendarsteller - er war damals über 50.

Liam Neeson sorgt für Empörung

Liam Neeson

Eigentlich wollte sich der junge Liam Neeson seinen Lebensunterhalt im krisengeschüttelten Nordirland als Boxer verdienen. Nachdem er als Jugendlicher einen Meistertitel holt, zwingt ihn ein Unfall im Ring, die Boxhandschuhe an den Nagel zu hängen. Nach einigen Semestern an der Uni ist ihm klar: Er will sein Leben der Schauspielerei widmen. Mit Anfang 20 schließt er sich in Belfast einer Theatergruppe an, über Dublin kommt er nach London - der britische Star-Regisseur John Boorman hatte ihn bei einem Theater-Auftritt für seine erste Kinorolle in "Excalibur" entdeckt.

1993 dann der Sprung über den Teich: Für seine Darstellung des Fabrikanten Oskar Schindler, der Hunderten Juden das Leben rettete, erhielt Neeson sowohl eine Nominierung für den Golden Globe wie auch für den Oscar. Der Hüne mit der charakteristischen Nase - ein Boxgegner hatte sie ihm in jungen Jahren gebrochen - spielt seitdem in der erste Liga der Hollywood-Stars. Bei seinem Druchbruch war er 40 Jahre alt.

Burt Reynolds begeisterte über Jahrzehnte

Burt Reynolds

Reynolds Karriere war ein filmreifes Wechselbad. Als Sohn eines Polizisten wurde er im US-Bundesstaat Georgia geboren. Als eine Knieverletzung seine angehende Karriere als Profi-Footballer beendete, schwenkte er in Florida auf Schauspielerei um. Zunächst musste er sich kleine Rollen in TV-Western zufrieden geben. Doch erst, als er sich hüllenlos zeigte - 1972 erschien er in der Zeitschrift "Cosmopolitan" als erster Mann, der nackt und ausklappbar zu bestaunen war -, wurde er plötzlich zu Hollywoods neuem Sexsymbol.

Das Harter-Kerl-Image festigte er im gleichen Jahr mit dem Action-Thriller "Beim Sterben ist jeder der Erste" über eine Wildwasserfahrt, die zum Höllentrip wird. Kurz darauf bewies er in der Woody-Allen-Satire "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten" seinen Humor. Der Action-Streifen "Ein ausgekochtes Schlitzohr" machte Reynolds dann Mitte der 70er Jahre zum Multimillionär - mit über 40.

2018 verstarb Reynolds in Florida.

7 Schauspieler, die erst nach ihrem 40er berühmt wurden

Tommy Lee Jones

Tommy Lee Jones wurde am 15. September 1946 im texanischen San Saba geboren. Als Teenager half er seinem Vater auf den Ölfeldern, über ein Football-Stipendium schaffte er es dann an Elite-Hochschulen. An der Harvard-Universität, wo er zum Zimmergenossen und Freund des späteren Vizepräsidenten Al Gore wurde, schloss er sein Englischstudium mit Auszeichnung ab.

Der Hobby-Schauspieler tingelte durch New Yorker Theater, landete am Broadway und kam dann 1970 mit Hilfe seines Harvard-Freundes Erich Segal zum Film. Der hatte das Drehbuch für "Love Story" verfasst und Jones eine kleine Rolle in Hollywoods große Liebesgeschichte hineingeschrieben.

Mit unzähligen Nebenrollen, vor allem als Gesetzeshüter und -brecher, ging es für Jones nach oben. Die erste Oscar-Nominierung holte er sich mit Oliver Stones Kennedy-Drama "JFK", die Trophäe als bester Nebendarsteller nahm er dann für "Auf der Flucht" entgegen. Als US-Marshall Samuel Gerard jagte er darin Dr. Kimble alias Harrison Ford hinterher - mit 47.

Kommentare