Sport
18.05.2018

WM-Teilnehmer, Teil 11: Euphorie in Marokko - 1. WM seit 1998

Die Afrikaner treffen auf Spanien, Portugal und Iran. 2026 will man Gastgeber sein.

Bei den Bayern wurde Medhi Benatia nach zwei Jahren als Fehleinkauf abgestempelt und an Juventus abgegeben. Beim italienischen Serienmeister ist er Stammspieler, im Team der Marokkaner noch viel mehr: Der Kapitän ist Herz und Kopf der Nordafrikaner, die sich erstmals seit 1998 wieder für die WM qualifizierten. Rund um den 30-Jährigen bastelte Teamchef Hervé Renard ein Defensiv-Bollwerk, das in den sechs WM-Qualifikationsspielen in der Gruppenphase kein einziges Gegentor erhalten hat.

Aber nicht nur Benatia, auch der Franzose Renard selbst hat mittlerweile Heldenstatus in Marokko. Der „weiße Zauberer“, wie er auf dem schwarzen Kontinent gerufen wird, hatte zuvor bereits mit Sambia und der Elfenbeinküste den Afrika-Cup gewonnen.

Bei der WM in Russland können die Marokkaner in Gruppe B gegen Spanien, Portugal und den Iran nicht auf Munir El Haddadi zurückgreifen. Der als Sohn eines Marokkaners in Spanien geborene und beim FC Barcelona ausgebildete Stürmer hat 2014 bereits ein A-Länderspiel für Spanien bestritten.

Trotzdem hatte der derzeit von Barça an Alavés verliehene Stürmer den CAS angerufen, um die Entscheidung der FIFA zu kippen. Der Sportgerichtshof entschied aber gegen El Haddadi.

Einen Sieg einfahren will Marokko beim FIFA-Kongress in Moskau am 13. Juni, wo die Austragung der WM 2026 vergeben wird. Für dieses Turnier, das mit 48 Nationen stattfinden soll, hat sich neben dem Dreier-Bündnis aus Mexiko, Kanada und den USA auch Marokko beworben. Dabei werden den Afrikanern trotz Skepsis in Sachen Infrastruktur aus politischen Gründen gute Chancen eingeräumt, die nötige Mehrheit von 104 der 207 Stimmen zu bekommen. Die USA sind wegen Präsident Trump nicht nur in arabischen Ländern keine WM-Option.