Was die Capitals ändern müssen

Die Hausaufgaben für die Sitzenbleiber: Teamspieler holen, Kompetenzen regeln, Nachwuchs eingliedern, Vergangenheit respektieren.

Das siebente Viertelfinale und somit das 55. Spiel der Saison war das letzte für die Vienna Capitals. Das Ziel Meistertitel wurde nicht nur verfehlt, das Ausscheiden im Viertelfinale und der achte Rang in der Play-off-Qualifikation bedeuten trotz der zuletzt guten Leistungen das schlechteste Resultat in der elfjährigen Klubgeschichte. Die Gründe dafür werden in Kagran seit Monaten diskutiert. Doch was müssen die Wiener ändern, damit sie in Zukunft wieder ein Spitzenteam sind?

Teamspieler holen

Meistens setzt sich am Ende jenes Team durch, das die besten Österreicher hat. Die Wiener müssten ein Zeichen setzen und einen Top-Verteidiger wie Thomas Pöck oder Matthias Trattnig holen. Es kann nicht sein, dass KAC und Salzburg seit Jahren die besten Österreicher einander teilen.

Kompetenzen regeln

Manager Franz Kalla mag die Finanzen in den Griff bekommen haben, er müsste aber in seinem eigenen Interesse Strukturen schaffen, in denen er in sportlichen Fragen nicht mitentscheidet. Da der Manager nicht vom Eishockey kommt, muss die Hoheit für das Mannschaftsbudget bei der sportlichen Leitung liegen. Dann sollte die Fehlgriffrate wieder verringert werden. Ein billiger ist meistens kein günstiger Spieler.

Nachwuchs eingliedern

De facto haben die Capitals noch immer keinen Nachwuchs. Mit den Junior Capitals gibt es nur eine Spielgemeinschaft, mit der es möglich ist, ein Farmteam zu stellen und Talente wie Mario Seidl bei den Profis aufzunehmen. Finanziell übernehmen die Capitals kaum mehr als den Lohn von Farmteam-Trainer Philippe Horsky. Ein Klub mit Ansprüchen, wie sie die Capitals haben, muss sich drei Profitrainer für den Nachwuchs leisten.

Vergangenheit respektieren

Die ausgebaute Arena ist ein Schmuckstück geworden. Doch wo wird an die legendären Spiele und Spieler erinnert? Persönliche Differenzen verhindern, dass die Capitals mit Stolz auf den größten Erfolg der Klubgeschichte zurückblicken, weil auf den meisten Bildern mit dem Meisterpokal 2005 ein Dieter Kalt, ein Darcy Werenka oder ein Markus Peintner zu sehen sind. Auch Werenkas Rückennummer 24 hätte nach seinem Abgang ans Hallendach gehört und nicht auf das Trikot des ehemaligen Villach-Kapitäns Ferland.

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( Kurier ) Erstellt am 04.03.2012