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Sport Wintersport
10/18/2019

Alexander Rauchenwald: Mit dem Ehrgeiz des Sportlers gegen den Krebs

Der erkrankte Eishockey-Profi von Red Bull Salzburg bekommt Unterstützung aus der NHL. Michael Grabner: "Ich kämpfe für Xandi."

von Peter Karlik

Michael Grabner kann sich über das Erreichen des nächsten Meilensteines in seiner Karriere nicht besonder freuen. Beim 5:2-Sieg seiner Arizona Coyotes gegen Nashville absolvierte der 32-Jährige sein 600. Spiel im Grunddurchgang der National Hockey League. Inklusive seiner 31 Spiele im Play-off erzielte Grabner 174 Tore und assistierte bei weiteren 104 Treffern. Für einen Spieler, der nicht im Powerplay zum Einsatz kommt, ist ein Schnitt von 0,44 Scorerpunkten pro Spiel ein herausragender Wert.

Auch mit 32 Jahren und trotz seiner im Dezember 2018 erlittenen Augenverletzung, die nicht mehr hundertprozentig verheilt, zählt er immer noch zu den schnellsten Spielern der besten Liga der Welt. Videos von seinen Sprints, mit denen er den Verteidigern davonläuft, sind ein Renner in der Social-Media-Eishockey-Welt.

Schreckensnachricht

Obwohl Grabner seit elf Jahren zu den auffälligsten Spielern in der NHL zählt, hat er seine Verbundenheit zu seiner Heimat und seinen Liebsten in Österreich nie verloren. Und so traf auch ihn die schlimme Diagnose von Teamstürmer Alexander Rauchenwald. Grabner postete auf Instagram ein Bild, auf dem er für die Villacher Krebs-Aktion „Hockey gegen Krebs“ wirbt.

„Ich kämpfe für Xandi“, lautete Grabners Botschaft auf einem Plakat des VSV vor seinem 600. Spiel. Beide entstammen dem Nachwuchs der Villacher, Rauchenwald zählt bei Red Bull Salzburg zu den besten österreichischen Angreifern in der Erste Bank Liga.

Anfang Oktober, Rauchenwald hatte in sechs Partien bereits vier Tore und drei Assists, rückte jedoch der Sport für den 26-Jährigen in bedeutungslose Ferne. Nach einer Untersuchung bekam er die Diagnose Krebs. Weil bei Routine-Tests Entzündungswerte zu hoch gewesen waren und Rauchenwald Schmerzen hatte, wurde genauer untersucht.

Ein Glück, dass der gebürtige Villacher bei der Red-Bull-Familie in so guten Händen ist und die Diagnose sehr früh kam. Die Heilungschance soll bei 95 Prozent liegen. Wenn seine Kollegen im Februar, März ins Play-off einziehen, will auch Rauchenwald geheilt sein.

Vorbilder

Rauchenwald hat prominente Vorbilder in diesem Duell mit dem Krebs: Der finnische NHL-Star Saku Koivu bekam in der Saison 2001/2002 die Diagnose. Schon im Play-off im April 2002 war der Star der Montreal Canadiens wieder auf dem Eis. Kanadas Teamspieler Shea Theodore erfuhr bei der Weltmeisterschaft 2019 in der Slowakei nach einem Dopingtest, dass er Krebs hatte. Er steht schon jetzt wieder mit den Las Vegas Golden Knights in der NHL auf dem Eis.

Das bemerkenswerteste Comeback feierte aber NHL-Legende Mario Lemieux. 1993 bekam er die lebensbedrohliche Diagnose. Nach nur zwei Monaten Strahlentherapie kehrte der kanadische Superstar in den Kader der Pittsburgh Penguins zurück und kam trotz dieser Pause in 60 Saisonspielen auf sagenhafte 160 Scorerpunkte.

Es ist der Ehrgeiz, der aus Kindern Profisportler werden lässt. Und genau mit diesem kämpfen sie um ihr Leben, wenn es sein muss.

Daher wird auch Rauchenwald gewinnen.