WM-Generalprobe in Bad Gastein

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Andreas Prommegger ist bei den letzten Events vor der WM Lokalmatador und Favorit zugleich.

Das Telefon klingelt dieser Tage oft bei Andreas Prommegger. Der Snowboard-Profi ist vor den Rennen in Bad Gastein (Freitag und Samstag) gefragt wie selten. "Das liegt daran, dass es gut gelaufen ist für mich", sagt der 32-Jährige, der beim ersten Saisonbewerb, dem Parallel-Riesentorlauf in Carezza, als Schnellster zu Tal gebrettert war. "Als Snowboarder musst du ganz vorne sein, damit sich auch medial was tut", weiß der Weltcupführende, der auch aus einem zweiten Grund derzeit gefragt ist.

Bei den zwei Parallel-Slaloms in Bad Gastein geht Prommegger nämlich als Lokalmatador an den Start. "Auch wenn der Druck vor Heimpublikum natürlich größer ist, wird das eine tolle Sache", sagt der neunfache Weltcupsieger, der eine halbe Autostunde entfernt aus St. Johann stammt. Um seine Form macht sich der Familienvater sowieso keine Sorgen: "Wenn ich so fahre wie im Training, bin ich vorne mit dabei."

WM-Tickets

Die Heimbewerbe in Salzburg sind für die Alpin-Boarder die letzten Rennen vor der WM im kanadischen Stoneham (17. bis 27. Jänner). "Klar denkt man da schon daran", sagt Prommegger, der bereits zu Saisonbeginn einen Erfolg bei den Titelkämpfen als Saisonziel definiert hatte: "Sicher will ich auch die Kugel verteidigen, aber eine Medaille bei einer Großveranstaltung ist ein großes Ziel von mir." Und dass sich der rot-weiß-rote Favorit in Kanada wohlfühlt, hat er im Februar mit einem Weltcupsieg in Stoneham bewiesen.

Im Gegensatz zu anderen muss Andreas Prommegger nicht mehr um sein WM-Ticket bangen. "Da bin ich froh, dass ich meine Leistungen vom Training gleich im ersten Rennen habe umsetzen können." Umso mehr, als es für die Raceboarder nur drei Rennen gibt, um sich für die WM zu empfehlen: "Da beneide ich auch die Trainer nicht."

Neues Format

Snowboard-Rennen scheinen vom Aussterben bedroht: Nur drei Slaloms sind in dieser Saison geplant, auch um das Event in Bad Gastein musste gezittert werden. "Der Weltcup-Hauptsponsor ist abgesprungen. Das macht es für die Veranstalter umso schwerer", sagt Prommegger, der sich selbst beim Sportlandesrat für die Heimrennen eingesetzt hat.

Neben den alten Sorgen wird es am Freitag eine Neuerung geben: Erstmals werden die K.-o.-Entscheidungen ab dem Achtelfinale in nur einem Lauf fallen, der Schnellere der Qualifikation darf sich den Kurs aussuchen. Kein Nachteil für seine Athleten meint ÖSV-Cheftrainer Tom Weninger. "Aber wir werden sehen, welches Potenzial dieses Format hat."

( Kurier ) Erstellt am 09.01.2013