Snowboarderin Sabine Payer will den Olympia-Fluch hinter sich lassen

Snowboarderin Sabine Payer fährt um ein grünes Tor.
Am Sonntag geht der Parallelriesentorlauf in Livigno über die olympische Bühne. Sabine Payer hat schlechte Erinnerungen an Olympia.

Wenn Sabine Payer heute in Livigno am Start steht (ab 9 Uhr), dann ist das schon mehr als die halbe Miete. Vielleicht verdrückt dann der eine oder andere in ihrem Umfeld schon eine Träne der Freude. Denn Sabine Payer und die Olympischen Spiele, das ist eine lange Geschichte.

Für Sotschi 2014 hatte sie sich knapp nicht qualifiziert, 2018 hatte sie sich qualifiziert, hatte schon die Olympiakleidung bekommen, aber kurz vor den Spielen in Pyeongchang brach sie sich das Bein. Für Peking schien schon alles gerichtet, diesmal saß Sabine Payer auch schon im Flugzeug, konnte kaum glauben, dass es jetzt endlich so weit ist. Doch nach einem positiven Covid-Test musste sie im Quarantäne-Hotel sitzen, während die Parallelsnowboard-Bewerbe über die Bühne gingen.

„Ich bin auch in der Vergangenheit immer mit Podien und Siegen zu Olympia gefahren – oder eben nicht gefahren. Und heuer war es nicht anders“, sagt die 33-jährige Kärntnerin.

Dass Sabine Payer also erst glauben kann, bei Olympia teilzunehmen, wenn sie im Starthaus steht und der Countdown läuft, kann man ihr nicht verübeln.

Schockmoment

In der aktuellen Saison lief es fantastisch für Payer. Zwei Saisonsiege (beide in Italien, Cortina und Carezza) und weitere Top-Platzierungen bedeuteten die zwischenzeitliche Gesamtweltcupführung. Als sie sich aber dann Anfang Jänner in Scuol am Sprunggelenk verletzte, schien der Olympia-Fluch schon wieder zuzuschlagen. „Ich muss sagen, die Mini-Verletzung war ein riesiger Schock für mich. Das kann ich nicht abstreiten. Da ist mir einiges durch den Kopf gegangen.“ Werde sie es wieder nicht schaffen?

Sie ließ dann die folgenden Weltcup-Rennen in Bansko aus, jenem Ort, an dem sie sich vor den Spielen in Pyeongchang 2018 verletzt hatte.

Doch auch ohne die Verletzung war es nicht leicht, sich für Livigno vorzubereiten. „Im Sommer war es sehr schwer. Ich habe ein bisschen gebraucht, um das Thema anzugehen.“ Mit ihrem Mann Alex Payer, der die lange Olympia-Reise mit der Kärntnerin gemeinsam erlebt hat, spricht sie viel und kann so die Situation gut einordnen, sagt sie. Zudem arbeitet Sabine Payer psychologisch daran, den Kopf freizubekommen, damit „die Motivation größer bleibt als die Sorge“.

Olympia-Feeling

Auch wenn Sabine Payer mittlerweile in Livigno angekommen ist, braucht das Olympia-Feeling noch etwas, um sich wirklich zu entfalten. „Ich suche das Gefühl noch, den Olympic Spirit, von dem alle reden. Es waren einfach zu viele negative Erfahrungen.“ Es sei ein Ziel von ihr, „in Italien den positiven Zugang zu Olympischen Spielen zu finden“. Aber jetzt sei sie „einfach mal froh, hier zu sein, und dass ich es wieder probiere. Anders kann ich es nicht nennen. Manche Dinge hat man nicht in der Hand.“ Das letzte Mal sei sie schon bis zum Tag vor dem Rennen gekommen, „diesmal soll dann auch der Start klappen“.

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