Sport | Wintersport
17.12.2013

Marlies Schild fährt zum Slalom-Rekord

Die Österreicherin gewinnt zum 34. Mal einen Torlauf und egalisiert den Rekord von Vreni Schneider.

Seit dem 11. Februar 2012 (Soldeu/Andorra) ist Marlies Schild dem verflixten 34. Erfolg hinterhergefahren. Erstmals hat eine Österreicherin 34 Slalom-Siege, damit hat Marlies Schild die Bestmarke der Schweizerin Vreni Schneider eingestellt. „Jeder hat mich danach gefragt, und ich hab’ zu viel darüber nachgedacht.“ Der Innenbandriss vor einem Jahr und die ständigen Probleme mit Rücken und linkem Bein machten die Aufgabe nicht leichter.

Ans Aufgeben hat die Kämpferin nicht gedacht, der Karriereplan war aber ursprünglich nicht bis ins Jahr 2013 gefasst. Jedoch: „Ich habe so viele Jahre durch all die Verletzungen (u. a. fünf Kreuzbandrisse, Trümmerbruch im linken Unterschenkel, Anm.) verloren, und ich hatte immer den Eindruck, dass ich noch etwas tun kann. Und deswegen bin ich noch da.“

Dieser 17. Dezember 2013 hatte es in sich: Erstmals seit dem 13. Dezember 2009 standen zwei Schwestern auf dem Podium, damals war die noch ledige Maria Riesch (heute Höfl-Riesch) Zweite im Slalom von Åre, Susanne Dritte. Dienstag jubelten Marlies und Bernadette Schild als Erste und Dritte in Courchevel, und wäre die Schwedin Frida Hansdotter nicht Zweite geworden, hätte ÖSV-Damen-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum einen Vierfachsieg seines Teams feiern können; sechs Österreicherinnen kamen in die Top Ten. Mit einem Wort: „Überwältigend.“

Die 32-jährige Marlies Schild hat mit nun 36 Weltcupsiegen zu ihrem Lebensgefährten Benjamin Raich aufgeschlossen. Dass sie zudem Tanja Poutiainen als älteste Siegerin in einem Weltcup-Slalom abgelöst hat, verkommt da zur Randnotiz. Wobei: „Wenn Tanja wieder in Siegform kommt, dann muss ich ja noch länger fahren“ – die Finnin ist ein Jahr älter als Schild.

Aha-Effekt

Mit Startnummer 16 war die Saalfeldnerin ins Rennen gegangen, Dritte war sie bei Halbzeit, in Führung lag die 23-jährige kleine Schwester. „Und im zweiten Durchgang habe ich gemerkt, was ich machen muss.“ Marlies Schild fand wieder zu jenem Stil, derihre Torlauf-Dominanz prägt.

Die Komplimente folgten rasch: „Es ist eine Ehre, mit seinem Idol fahren zu dürfen“, sagte Mikaela Shiffrin, die Slalom-Weltmeisterin aus den USA. „Und es ist gut, dass Marlies wieder oben steht.“ Ihren zwölften Platz empfand die 18-Jährige als durchaus sinnvoll: „Es ist gut, zu sehen, dass ich nicht die Snow Queen bin.“

Und Michaela Kirchgasser, die ihren fünften Platz als „Sieg über mich und meinen Kopf“ empfand, fürchtet: „Jetzt wird’s zach, die Marlies noch zu bremsen.“

Gestoppt sind die Olympia-Ambitionen von Riesenslalom-Weltmeisterin Tessa Worley: Die Französin stürzte im ersten Durchgang und verdrehte sich das rechte Knie. Diagnose: Kreuzbandriss und Meniskusschaden.

Die besten Bilder aus Courchevel

1/18

WC-FINALE/SLALOM -DAMEN/SCHILD

MEISSNITZER SCHILD HOSP DORFMEISTER

ST. ANTON/ SUPER-KOMBINATION-ABFAHRT-DAMEN/ SCHILD

Schild of Austria celebrates gold medal on the pod

Tessa Worley

I16

Tessa Worley

FRANCE ALPINE SKIING WORLD CUP

FRANCE ALPINE SKIING WORLD CUP

Tessa Worley

SKI ALPIN - FIS WC Courchevel, Slalom, Damen

Tessa Worley

Tessa Worley

Tessa Worley

SKI ALPIN - FIS WC Courchevel, Slalom, Damen

Tessa Worley

Tessa Worley

Austria's Zettel skis during the first run of the

Courchevel-Slalom

Slalom in Courchevel
1. Marlies Schild (AUT) 1:45,17 51,91 53,26
2. Frida Hansdotter (SWE) 1:45,50 +00,33 51,84 53,66
3. Bernadette Schild (AUT) 1:46,39 +01,22 51,71 54,68
4. Kathrin Zettel (AUT) 1:46,60 +01,43 52,41 54,19
5. Michaela Kirchgasser (AUT) 1:46,73 +01,56 52,35 54,38
6. Marie-Michele Gagnon (CAN) 1:46,81 +01,64 52,66 54,15
7. Carmen Thalmann (AUT) 1:46,89 +01,72 53,29 53,60
8. Nina Löseth (NOR) 1:46,95 +01,78 52,92 54,03
9. Wendy Holdener (SUI) 1:47,05 +01,88 53,17 53,88
10. Alexandra Daum (AUT) 1:47,19 +02,02 52,98 54,21
11. Nathalie Eklund (SWE) 1:47,20 +02,03 52,32 54,88
12. Mikaela Shiffrin (USA) 1:47,28 +02,11 52,61 54,67
13. Nicole Hosp (AUT) 1:47,31 +02,14 53,12 54,19
14. Emelie Wikström (SWE) 1:47,58 +02,41 53,11 54,47
15. Anna Swenn-Larsson (SWE) 1:47,79 +02,62 53,20 54,59
16. Michelle Gisin (SUI) 1:48,12 +02,95 54,36 53,76
17. Tina Maze (SLO) 1:48,32 +03,15 53,22 55,10
18. Sarka Strachova (CZE) 1:48,34 +03,17 54,29 54,05
19. Denise Feierabend (SUI) 1:48,61 +03,44 53,51 55,10
20. Sarah Pardeller (ITA) 1:48,63 +03,46 54,52 54,11
21. Resi Stiegler (USA) 1:48,81 +03,64 54,18 54,63
22. Manuela Mölgg (ITA) 1:48,90 +03,73 54,90 54,00
23. Marina Wallner (GER) 1:49,14 +03,97 54,82 54,32
24. Barbara Wirth (GER) 1:49,18 +04,01 54,56 54,62
25. Lena Dürr (GER) 1:49,19 +04,02 53,43 55,76
26. Federica Brignone (ITA) 1:49,35 +04,18 54,22 55,13
27. Brittany Phelan (CAN) 1:49,46 +04,29 54,22 55,24
28. Charlotta Säfvenberg (SWE) 1:49,48 +04,31 54,15 55,33
29. Magdalena Fjällström (SWE) 1:52,08 +06,91 54,34 57,74

Die meisten Weltcup-Siege

Die Salzburgerin Marlies Schild hat am Dienstag im Alpin-Slalom von Courchevel ihren 34. Ski-Weltcupsieg in dieser Disziplin gefeiert und damit zu Rekordsiegerin Vreni Schneider aufgeschlossen. Die Schweizerin hatte ihre Siege in den Achtzigern und Neunzigern geholt. In der Anzahl an Erfolgen in Weltcuprennen schloss Schild mit 36 Siegen zur Deutschen Katja Seizinger auf Rang sechs auf.

Schild hat jetzt auch gleich viele Weltcupsiege (36) wie ihr Lebensgefährte Benjamin Raich.

Die meisten Weltcup-Siege
1. Annemarie Moser-Pröll (AUT) 62 Siege
2. Lindsey Vonn (USA) 59 *
3. Vreni Schneider (SUI) 55
4. Renate Götschl (AUT) 46
5. Anja Pärson (SWE) 42
6. Marlies Schild (AUT) 36 *
. Katja Seizinger (GER) 36
8. Hanni Wenzel (LIE) 33
9. Erika Hess (SUI) 31
10. Janica Kostelic (CRO) 30

* noch aktiv

Die meisten Slalom-Siege
1. Marlies Schild (AUT) 34 Siege *
. Vreni Schneider (SUI) 34
3. Erika Hess (SUI) 21
4. Janica Kostelic (CRO) 20
5. Anja Pärson (SWE) 18