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Sport Wintersport
05/13/2020

Skistar Anna Veith: Die Zeichen stehen auf Rücktritt

Es mehren sich die Gerüchte, dass die Salzburgerin ihre Karriere beendet. ÖSV-Boss Schröcksnadel: "Dazu kann ich nichts sagen."

von Christoph Geiler

Verliert der ÖSV acht Monate nach dem Rücktritt von Marcel Hirscher den nächsten Ski-Star? Laut Informationen der Kronenzeitung, dem offiziellen Medienpartner des Skiverbandes, wird Anna Veith noch in diesem Monat ihren Rücktritt verlautbaren. Gerüchte über einen Abschied der Salzburgerin gab es in den vergangenen Monaten viele, nun verdichten sich die Anzeichen, dass Veith ihre erfolgreiche Karriere beenden wird.

Beim Skiverband gibt man sich wortkarg. "Dazu kann ich nichts sagen", meinte Präsident Peter Schröcksnadel auf KURIER-Anfrage. Die Antwort des ansonsten so redseligen ÖSV-Präsidenten, der am Mittwoch offiziell verkündete, bis Sommer 2021 im Amt zu bleiben, ist durchaus vielsagend.

Der Rücktritt von Anna Veith käme keineswegs so überraschend wie jener von Marcel Hirscher im September 2019. Während es dem Salzburger vergönnt war, als achtfacher Gesamtweltcupsieger auf dem Höhepunkt seiner Karriere abzutreten, mühte sich seine Klassenkollegin in der Ski-Hotelfachschule Bad Hofgastein in den vergangenen Jahren.

Im Gegensatz zu Hirscher hatte Anna Veith schon früh alle bedeutenden Trophäen gewonnen, die es im alpinen Skisport zu gewinnen gibt. Im Alter von 24 Jahren war die Salzburgerin Weltmeisterin, Olympiasiegerin und hatte zudem die begehrte große Kristallkugel für den Gewinn des Gesamtweltcups im eingefahren.

Eine schwere Knieverletzung im Herbst 2015 (Kreuzbandriss, Innenbandriss, Patellasehnenriss) stoppte damals jäh den Erfolgslauf der Allrounderin. Dass sie trotz dieses Totalschadens im Knie, wie der behandelnde Chirurg diese Verletzung bezeichnete, danach noch ein Weltcuprennen gewinnen konnte (2017, Super-G in Val d'Isere) und 2018 in Pyeongchang fast ein weiteres Mal Olympiasiegerin geworden wäre - Snowboarderin Ester Ledecka verhinderte das Ski-Märchen - unterstreicht, welche Ausnahmeathletin diese Anna Veith doch eigentlich ist.

Auch von einer weiteren Kreuzbandverletzung im Jänner 2019 ließ sich Anna Veith nicht bremsen. Als der KURIER sie im Sommer des letzten Jahres gefragt hatte, warum sie all die Mühen und Strapazen überhaupt noch auf sich nehme, antwortete die Salzburgerin ehrlich. "Weil ich dieses Leben als Rennläuferin liebe. Ich sehe es als Privileg, dass ich dieses Leben führen darf. Ich habe die Möglichkeit, das zu machen, was mir  großen Spaß bereitet. Ich finde das so spannend, dass sich für mich nicht die Frage nach dem Warum stellt."

Damals hatte sie noch große Ambitionen und langfristige Ziele. "Im Hinterkopf habe ich, dass es nicht meine letzte Saison ist. Wie weit das möglich ist, kann ich aber nicht sagen. Vom Gefühl her möchte ich das schon noch längerfristig machen."

Im vergangenen Winter musste Anna Veith erkennen, dass die schweren Knieverletzungen Spuren hinterlassen haben. Nicht nur körperlich, der 30-Jährigen fiel es auch sichtlich schwer, sich zu überwinden und wie früher das letzte Risiko einzugehen. Ein siebenter Platz im Super-G von Rosa Khutor (RUS) sollte das einzige sportliche Highlight bleiben.

Es war irgendwie bezeichnend, dass Anna Veith sich gerade auf der Olympiapiste von 2014 ein letztes Mal sportlich in Erinnerung rief. 2014 war sie dort im Super-G Olympiasiegerin geworden.

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