Sport | Wintersport
17.11.2018

ÖSV-Adler holen einen Podestplatz mit Seltenheitswert

Weltcupauftakt: Die ÖSV-Skispringer werden im Teambewerb Dritte, die Langläufer feiern Siege.

Wenn man jetzt ganz gemein wäre, dann könnte man  die Behauptung aufstellen,  die österreichischen Skispringer hätten sich gegenüber der enttäuschenden Vorsaison noch einmal verschlechtert. Immerhin waren sie vor einem Jahr beim Auftakt in Wisla im Teambewerb noch auf Rang zwei gelandet.

Diesmal reichte es für das österreichische Quartett zum dritten Platz, aber der Vergleich mit dem Vorjahr ist sowieso nicht zulässig. Denn Podestplätze in Teamspringen sind für die langjährige Großmacht - Österreich gewann von 2005 bis 2012 die Nationenwertung - keineswegs mehr eine Selbstverständlichkeit. In den neun Mannschaftsbewerben, die im letzten Winter ausgesprungen wurden, hatte es gerade einmal zu zwei Platzierungen in den Top drei gereicht. Nicht von ungefähr lag Österreich in der Nationenwertung 3507 Punkte hinter dem Sieger Norwegen.

Insofern war der rot-weiß-rote Auftakt im polnischen Wisla durchaus gelungen. Auch wenn die Österreicher bei ihrem dritten Platz natürlich auch von der Disqualifikation des Norwegers Robert Johansson profitierten (sein Anzug war nicht regelkonform), die beste Mannschaft des vergangenen Winters schaffte es deshalb nicht einmal in den zweiten Durchgang.

Michael Hayböck, Clemens Aigner, Daniel Huber und Stefan Kraft zogen nach dem ersten Bewerb zwar zufrieden Bilanz, orten aber Verbesserungspotenzial. „Es ist Luft nach oben“, sagt Michael Hayböck. Und Stefan Kraft gibt vor dem Einzelspringen am Sonntag (15 Uhr, live ORFeins) zu, dass ihm „die Lockerheit und einige Meter fehlen.“ Der Abstand zu Sieger Polen betrug 54,6 Punkte.

Dürr mit Rückstand

Die Langläufer bereiten sich derweil in Finnland auf die neue Saison vor und durften erste Erfolgserlebnisse feiern. In Saariselka gewann Teresa Stadlober das FIS-Rennen über 5 Kilometer Skating, ihr Bruder Luis siegte im Sprint, und schließlich gab es bei den Herren über 10 Kilometer durch Bernhard Tritscher und Benjamin Moser sogar einen ÖSV-Doppelsieg.

Dieser Wettkampf im hohen Norden war auch für Johannes Dürr ein Testlauf. Der Niederösterreicher, der 2014 bei den Winterspielen in Sotschi des Dopings überführt worden war, will bekanntlich bei der Heim-WM in Seefeld an den Start gehen. In Saariselka konnte Dürr (11.) nicht Schritt halten und  büßte auf  den Schnellsten Tritscher 2:14 Minuten ein. 

Ergebnisse des Teambewerbs:

1. Polen (Piotr Zyla 126/130,5, Jakub Wolny 128/125,5, Dawid Kubacki 127/114,5, Kamil Stoch 126,5/129) 1.026,6
2. Deutschland (Karl Geiger 121/128, Markus Eisenbichler 125,5/122,5, Stephan Leyhe 128,5/126, Richard Freitag 123,5/123,5) 1.015,5
3. Österreich (Michael Hayböck 123,5/121, Clemens Aigner 126/124, Daniel Huber 123/124,5, Stefan Kraft 120/122) 972,0
4. Japan (Junshiro Kobayashi 126,5/118,5, Taku Takeuchi 113,5/121,5-gestürzt, Daiki Ito 118,5/128, Ryoyu Kobayashi 126,5-gestürzt/121,5) 916,5
5. Schweiz (Andreas Schuler 120,5/114,5, Gregor Deschwanden 121/120,5, Simon Ammann 114/122, Kilian Peier 116,5/110) 861,6
6. Russland 849,5
7. Slowenien 842,5
8. Tschechien 811,4
Weiter:
10. Norwegen (nach Disqualifikation von Robert Johansson im 1. Durchgang)