In St. Moritz wurde ÖSV-Präsident Schröcksnadel von Hirscher und Leitinger gefeiert.

© APA/HELMUT FOHRINGER / HELMUT FOHRINGER

Sport Wintersport Ski-WM 2019
02/05/2019

KURIER-WM-Prognosen: Österreich holt vier Mal Gold

Unser Computer wurde auch heuer wieder mit allen WM-Zahlen und Fakten gefüttert. Herausgekommen sind ernst gemeinte Tipps.

von Christoph Geiler, Stefan Sigwarth

Er hat wahrlich schon einiges mitgemacht, der KURIER-Computer. Beschimpft wurde Kollege Blechtrottel, seine Prognosen seien nicht einmal für die Fisch’ zu gebrauchen, es sei Zeit, ihn endlich ins Museum zu bringen. Und dennoch wurde er auch heuer wieder entstaubt, und nachdem wir ihn seit der WM 2017 von Diesel- auf Elektroantrieb umgerüstet haben, entfällt auch das leidige Vorglühen. Das ist gut so: Bei minus zwölf Grad, wie sie am Montag in Åre gemessen wurden, kann das nämlich einige Zeit dauern. Zeit, die wir angesichts der vielen Rennen und Termine nicht haben.

Als die ÖSV-Aufstellung am Sonntag um 11.15 Uhr eingetroffen ist, konnten wir also die letzten Zutaten, Namen und Zahlen in die Maschine eingeben, die Enter-Taste drücken – und dann begann das Warten aufs Ergebnis. Die bange Frage: Wird die Prognose ähnlich präzise ausfallen wie 2015 (zehn ÖSV-Medaillen vorhergesagt, neun wurden erreicht) und 2017 (8/9)?

Spätestens am Nachmittag des 17. Februar werden wir und Sie es wissen.

  • Damen-Super-G Der Anfang vom Ende der Karriere von Lindsey Vonn steht unter keinem guten Stern: Nach der kältesten Nacht dieser WM (minus 22 Grad) lässt sich nach dem Gassigehen mit Hündchen Lucy die Leine nicht mehr lösen – festgefroren. Lindsey Vonn verpasst deswegen die Besichtigung, wird angesichts dieses Hoppalas aber noch Fünfte. Mikaela Shiffrin gewinnt mit sieben Zehntelsekunden Vorsprung auf Sofia Goggia, Nicole Schmidhofer ist mit Bronze durchaus zufrieden: „Besser ois a Stoa am Schädl.“
  • Herren-Super-G Acht Jahre nach dem Coup in Garmisch gewinnt Christof Innerhofer erneut den WM-Super-G. Wie sehr er sich freut, zeigt das 34-jährige Hobby-Model aus Südtirol beim Siegesjubel: Innerhofer zieht sich bei angenehmen minus 16 Grad bis auf die eigens entworfene Unterhose aus. Matthias Mayer ist einigermaßen fassungslos, hat aber mit Silber im Blick gut lachen. Das breiteste Lachen aber zeigt Aksel Lund Svindal, der in seinem vorletzten Rennen Bronze holt.
  • Damen-Kombination Obwohl ihr Powernap, das übliche kleine Schläfchen vor dem Slalom, dieses Mal etwas zu lange dauert, siegt Mikaela Shiffrin erneut. Allerdings nur drei Hundertstelsekunden vor Wendy Holdener, die in der Abfahrt aber bereits vier Sekunden Rückstand auf die Amerikanerin hatte. Gerüchte machen die Runde, wonach Shiffrin nicht nur eine Uhr am Handgelenk habe – sondern auch im Kopf.
  • Herren-Abfahrt Im vierten Rennen darf die ÖSV-Delegation endlich Gold feiern. Vincent Kriechmayr krönt seine Karriere und entthront Beat Feuz. Dominik Paris feiert mit seiner Metal-Band im Ziel, und nun wissen auch die Zuschauer, was er mit dem Satz „Singen kann man das eigentlich nicht nennen“ gemeint hat.
  • Damen-Abfahrt Die Olympiasiegerin ist auch die Weltmeisterin: Sofia Goggia brilliert und ist danach so gut gelaunt, dass sie den Damen auf den Rängen zwei und drei Handtaschen schenkt. Stephanie Venier ist froh, denn ihre eigene(n) hat sie in Tirol vergessen. Polizeisportlerin Ramona Siebenhofer verhaftet Bronze und ist gerührt. Lindsey Vonn wird unglückliche Vierte, Mikaela Shiffrin hat den Renntag verschlafen, sie hat nämlich verzichtet.
  • Herren-Kombination Marco Schwarz macht dort weiter, wo Marcel Hirscher bei Olympia 2018 und der WM 2015 aufgehört hat: auf dem Goldrang. Ja, sicher, ein schöner Sieg, meint der stets bescheidene Kärntner, aber er müsse sich jetzt erst einmal ausruhen für die nächsten Bewerbe. Zum Feiern habe er nun wirklich keine Zeit, das könne er auch im Sommer noch.
  • Teambewerb Sie sind ein zu harter Brocken für das ÖSV-Team, die Schweden im Semifinale. Schwarz klagt über Hand- und Schulterschmerzen – offensichtlich haben es die Gratulanten am Vorabend übertrieben. Immerhin haben die WM-Gastgeber nun endlich ihre erste (und einzige) Medaille.
  • Damen-Riesenslalom Mikaela Shiffrin ist nach ihrem Winterschlaf wieder hellwach und siegt wie so oft schon vor Petra Vlhova. Der ÖSV bietet angesichts der Personalnot im Riesenslalom kurzfristig ORF-Expertin Nicole Hosp auf – die Weltmeisterin von 2007 landet auf Platz fünf.
  • Herren-Riesenslalom Erster Start, erstes Gold für Marcel Hirscher. Henrik Kristoffersen beendet nach Platz zwei bei Halbzeit des Rennens entnervt seine Karriere.
  • Damen-Slalom Mikaela Shiffrin kann nicht mehr: Während der Siegerehrung schläft sie mit dem vierten Gold um den Hals ein.
  • Herren-Slalom Zweites Gold für Hirscher. Und das, obwohl die Temperaturen inzwischen in den Plusbereich gewechselt sind. „Gut, dass wir zuletzt auf den Malediven trainiert haben“, verrät der Perfektionist.
Alpine Ski-WM in Aare - ÖSV-Kader
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