Vincent Kriechmayr zählt zu den Mitfavoriten im ersten Herren-Rennen bei der WM. 

© APA/AFP/JOE KLAMAR

Sport Wintersport Ski-WM 2019
02/06/2019

Herren-Super-G: Zwei heiße Eisen im Rennen um Gold

Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer gehen mit hohen Erwartungen in ihren ersten WM-Bewerb.

von Stefan Sigwarth

Mit dem Super-G starten am Mittwoch auch die Herren in die WM (12.30 Uhr, live ORF eins). Am Dienstag wirkte noch immer das schneebedingte Chaos an den Flughäfen von Stockholm und München nach – 250 fehlende Gepäckstücke der Teams von Frankreich, Deutschland, den USA und Italien sollten am Mittag per Lastwagen in Åre ankommen.

Wie groß das Vertrauen war, zeigte eine Nachricht des Organisationskomitees vom Vormittag. Nachdem das erste Abfahrtstraining gestrichen worden war, eben weil so viel Ausrüstung noch fehlte, teilte das OK mit: „Die Hangbefahrung findet von 13 bis 14 Uhr statt. Das muss aber noch bestätigt werden, wenn/falls der Lastwagen mit dem Gepäck ankommt.“

Die nächste Nachricht folgte um 11.38 Uhr: „Es wird zwei Hangbefahrungen geben, eine von 13 bis 13.45 Uhr für die Athleten mit Gepäck – und eine für jene, die auf den Lastwagen warten.“

Quartett ohne Sorgen

Dem österreichischen Super-G-Quartett war’s einerlei, Daniel Danklmaier, Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer und Hannes Reichelt hatten ihre Siebensachen längst vor Ort. „Dass der ÖSV für uns einen Privatjet organisiert hat, war Goldes wert“, sagt Hannes Reichelt, „so hatten wir den Sonntag frei und konnten Körner sparen.“

Der 38-jährige Routinier hat „einiges rausgefunden in Sachen Material“. Doch noch immer gehen ihm die Trainingswochen in Chile im vergangenen Herbst ab. Die hatte er auslassen müssen, weil er sich beim Fußballspielen die große Zehe des rechten Fußes angebrochen hatte.

Danach brauchte er lange, um auf Touren zu kommen. „Ich habe Fehler gemacht, ich hatte Pech mit den Startnummern, aber ich hatte auch immer gute Teilzeiten“, sagt Reichelt, der froh ist, überhaupt nominiert worden zu sein: „Das ist mit einem vierten Platz als bestem Ergebnis in dieser Mannschaft nicht selbstverständlich.“ Nach Max Franz’ Verletzung freilich war das WM-Ticket deutlich sicherer.

Kalte Überraschung

Matthias Mayer, der Olympiasieger aus Kärnten, hat „eine recht gute Idee im Kopf, vom Set-up und von der Abstimmung her“. Überrascht ist er freilich wie die Kollegen vom Schnee. „Ich hätte gedacht, dass er aggressiver wäre.“ Seine Favoriten sind die Norweger, „aber wer mich immer mehr fasziniert, sind Dominik Paris und Vincent Kriechmayr. Sie fahren die ganze Saison schon stark und konstant.“

Sein Teamkollege aus Oberösterreich hat beim Weltcup-Finale in Åre im vergangenen März Super-G und Abfahrt (ex aequo mit Mayer) gewonnen und gibt das Kompliment zurück: „Vom Mothl kann ich mir viel abschauen, er bringt seine Leistung bei Großereignissen auf den Punkt. Im letzten März waren waren die Bedingungen aber ganz andere.“

Der 27-Jährige war in diesem Winter drei Mal Vierter, „das brauch’ ich jetzt auf keinen Fall. Aber ich mach’ halt immer noch hin und wieder Fehler. Gerade Kitzbühel hat mich sehr gewurmt, aber in den Trainings in Garmisch war ich schon wieder recht flott.“ Für den Dreifachstarter (Super-G, Abfahrt und wohl Kombination) „ist natürlich eine Medaille das Ziel, dann wäre ich zufrieden“.

Der Senkrechtstarter

Als Vierter im Bunde hat sich Senkrecht- und Spätstarter Daniel Danklmaier für das heutige Rennen qualifiziert, in drei Trainingsläufen am Montag setzte sich der Steirer gegen den Kärntner Christian Walder durch. „Vor zwei Wochen hätte ich nie geglaubt, dass ich hier dabei sein würde“, gesteht der 25-Jährige, der mit seinen Erfolgen in Kitzbühel auf den WM-Zug aufgesprungen ist.

„Das ist eine sehr große Ehre für mich, und ich bin sicher Außenseiter. Aber auch für mich zählen hier nur die ersten drei Plätze“, sagt Danklmaier, der sich „wie im Film“ wähnt. Nach zwei Kreuzbandrissen im rechten Knie und einem Patellarsehnenabriss im linken hatte er sich schon die Sinnfrage gestellt, „aber Konditionstrainer Peter Meliessnig (der auch Anna Veith auf die Sprünge hilft, Anm.) hat mich ganz super aufgebaut. Und ich hab’ mir immer eingeredet, dass ich zurückkommen werde.“

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