Weltmeisterin Wendy Holdener will ihren Titel verteidigen.

© REUTERS / CHRISTIAN HARTMANN

Sport Wintersport Ski-WM 2019
02/08/2019

Alpine Kombination: Medaillenbringer mit Ablaufdatum

Am Freitag wird vielleicht schon zum letzten Mal die Weltmeisterin in der Alpinen Kombination ermittelt.

von Stefan Sigwarth

Vierter Tag bei der Weltmeisterschaft, dritte Medaillenentscheidung: Am Freitag steht die Kombination der Damen auf dem Fahrplan (Abfahrt 11 Uhr, Slalom 16.15 Uhr). Es könnte eine der letzten sein: Am 13. Februar will das FIS-Council in Åre wieder einmal beraten, wie es weitergehen soll.

„Es ist eine Grundsatzentscheidung“, sagt Jürgen Kriechbaum. Der Rennsportleiter der österreichischen Ski-Damen hält die Kombination für einen „interessanten, spannenden Bewerb“ bei Großveranstaltungen. Denn dann passen auch die Pisten, und die Kombi wird nicht nur so reingeklemmt wie so oft im Weltcup.“

In der Tat: Nach aktuellem Stand der Dinge droht die einst als Königsdisziplin des alpinen Skirennlaufs bezeichnete Disziplin zum Auslaufmodell zu werden. Die Herren hatten in diesem Winter immerhin schon eine (Marco Schwarz siegte in Wengen), die Damen aber rätseln immer noch, was mit dem in Val d’Isère abgesagten Bewerb passiert.

„Es ist immer die Kombi, die als Erstes abgesagt wird“, sagt auch Ramona Siebenhofer. Die einstige Slalom- und nunmehrige Speedspezialistin aus Krakauebene in der Steiermark würde das Aus für „meine dritte Disziplin“ bedauern, denn schon jetzt ist das Weltcup-Programm aus Sicht der Raser „nicht fair verteilt, was die Chancen im Gesamtweltcup angeht“.

„Die Kombi ist mir lieber als die Parallelbewerbe“, sagt Siebenhofer, „vor allem gibt es da so viele Formate mit einem und mit zwei Läufen, mit Slalomstangen und Toren“, die Übersichtlichkeit gehe für die Zuschauer verloren. Freilich „sind in der Kombi in der momentanen Form auch die Slalom-Spezialisten im Vorteil“.

Chance zum Einstieg

Hinzu kommt ein weiteres Problem, wie Jürgen Kriechbaum erläutert: „Für junge Läuferinnen ist die Kombi immer eine gute Möglichkeit, um in den Weltcup einzusteigen – allerdings brauchst du für die Startberechtigung in der Abfahrt die nötigen FIS-Punkte (das ist die laufend aktualisierte Punktewertung aus allen Bewerben, also auch FIS-Rennen, Europacup etc., aus der die Startlisten erstellt werden; nicht mit Weltcuppunkten verwechseln, Anm.).“

Neben Ramona Siebenhofer werden auch Franziska Gritsch und Ricarda Haaser starten, Letztere brachte es im – wegen Schneeverwehungen und Wind im oberen Streckenteil verkürzten – Abfahrtstraining am Donnerstag auf die drittbeste Zeit, ex aequo mit Tamara Tippler.

Christina Ager, die Vierte im Bunde, hat zwar den Kurs besichtigt, sich dann aber wieder niedergelegt. Ein Infekt und leichtes Fieber machten der früheren Slalomspezialistin aus Söll in Tirol zu schaffen.

Die Favoritenrolle schnappte sich am Donnerstag die Schweizerin Wendy Holdener mit der zweitbesten Abfahrtszeit hinter Speedspezialistin Stephanie Venier, die allerdings ein Tor ausgelassen hat. Nachdem Saisondominatorin Mikaela Shiffrin mit ihren Kräften haushalten will und ebenso fehlt wie die verletzte Olympiasiegerin Michelle Gisin (SUI), dürfte sich der Kampf um Gold zwischen Holdener, der Slowakin Petra Vlhova, der Italienerin Federica Brignone und Ragnhild Mowinckel aus Norwegen entscheiden.

„Unsere Medaillenerwartungen sind am Freitag nicht sonderlich hoch“, sagt Jürgen Kriechbaum; nach dem Rücktritt von Michaela Kirchgasser hat der ÖSV derzeit keine Dame, die beide Disziplinen ähnlich gut unter einen Hut bringt. Dabei ist die Kombination für den ÖSV eine Bank: Sieben Mal gab es WM-Gold, zuletzt 2011 durch Anna Fenninger (heute Veith), zwölf Mal Silber, zuletzt 2015 durch Nicole Hosp – und 16-mal Bronze, bei den letzten drei Weltmeisterschaften sogar in Serie (2013 Nicole Hosp, danach zwei Mal Michaela Kirchgasser).

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