Rücktritt mit Folgen: Ein Land verschwindet aus dem Skisport
Dass Marco Pfiffner hat seine Ski-Karriere beendet hat, ist an sich nichts Weltbewegendes. Und dennoch hat der Rücktritt des 32-Jährigen weitreichende Folgen.
Der Rücktritt führt zu einer traurigen Premiere. Denn seit der Gründung des Ski-Weltcups am 5. Jänner 1967 stellt Liechtenstein keinen Mann auf allerhöchstem Niveau. Und das ausgerechnet jetzt, wo mit Alexander Ospelt ein Liechtensteiner als FIS-Präsident fungiert.
Stars von Wenzel bis Büchel
Dabei war das kleine Liechtenstein einmal eine Großmacht im Skisport. Andi Wenzel gewann 1979/'80 - wie übrigens auch seine Schwester Hanni, den Gesamtweltcup. Mit 14 Weltcupsiegen ist der zweifache Olympia-Medaillengewinner bis heute der Rekordgewinner aus dem Fürstentum.
Marco Büchel feierte in seiner Karriere vier Weltcupsiege
Kultstatus erlangten auch die Frommelt-Brüder. Willi, der Ältere, wurde 1976 in Innsbruck Olympiadritter im Slalom und gewann zwei Mal Bronze bei Weltmeisterschaften. Paul, der Jüngere, feierte vier Weltcupsiege und holte zwei Medaillen.
Sieg mit Nummer 66
Der letzte männliche Weltcupsieger aus Liechtenstein war Speedspezialist Marco Büchel, der 2008 in Kitzbühel den Super-G gewann. Ein Platz in den Geschichtsbüchern des Skisports ist Markus Foser wohl auf alle Ewigkeiten sicher. 1993 gewann er die Abfahrt in Gröden - mit Startnummer 66. Kein Läufer hat je mit einer höheren Nummer gewonnen.
Im Jahr 2020 beendete Tina Weirather ihre erfolgreiche Karriere. Die Tochter von Hanni Wenzel (zweifache Olympiasiegerin) und Abfahrtsweltmeister Harti Weirather (1982) gewann neun Weltcuprennen und holte Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympia.
Auch bei den Frauen sieht es trist aus. Zwar besitzt die 27-jährige Läuferin Charlotte Lingg weiterhin den Nationalkader-Status beim Liechtensteiner Verband, sie ist aber verletzt. Der Weltcup-Auftakt in Sölden (24. und 25. Oktober) könnte gänzlich ohne Liechtenstein über die Ski-Bühne gehen.
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