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14.03.2014

Hirscher kann Hermann Maier übertreffen

Erstmals kann ein Österreicher zum dritten Mal en suite Weltcupsieger werden.

Schweizer Heimsieg beim Teambewerb in Lenzerheide! Die Eidgenossen setzten sich im Finale des Parallelrennens vor 4000 Skifans gegen die USA durch. Dass der für einen Parallelbewerb ungeeignete Hang nur zwei ungleiche Kurse zuließ und nur sieben Nationen Starter stellten, tat der guten Stimmung in der heißen Märzsonne keinen Abbruch. Österreichs Ski-Team, das schon vorher als überlegener Sieger des Nationencups feststand, gewann den Vergleich um Platz drei gegen Italien in der Besetzung Michaela Kirchgasser, Eva-Maria Brem, Philipp Schörghofer und Manuel Feller. Der ÖSV schonte Anna Fenninger und Marcel Hirscher, zumal die noch wichtigere Ziele haben.

Rekordverdächtig

Hirscher kann sich am Samstag gleich zwei Kristallkugeln sichern. Die große, die dem Sieger des Gesamtweltcups überreicht wird. Und die kleine Kugel, die der Sieger in der Disziplinenwertung Riesenslalom bekommt. Priorität hat der Gesamtweltcup, in dem Aksel Svindal noch 19 Punkte vor Hirscher liegt. Und in dem auch noch der Franzose Alexis Pinturault (172 Punkte hinter Svindal) Mini-Chancen besitzt. Svindal hält, obwohl im Riesenslalom durchaus für einen Top-Ten-Rang infrage kommend, ein Ski-Wunder zu seinen Gunsten für ausgeschlossen. Wird Hirscher seiner Favoritenrolle gerecht, dann würde er ÖSV-Geschichte schreiben. Denn drei Mal in Serie Weltcupsieger werden, das ist nicht einmal Hermann Maier gelungen. Das haben bisher nur Gustav Thöni, Ingemar Stenmark und Phil Mahre geschafft. Vor vollmundigen Prognosen scheut Hirscher zurück: "Das Geschenk greift man auch erst zu Weihnachten an. Und nicht zwei Tage vorher."

Hirscher testete am Freitag noch akribisch Material. Servicemann Edi Unterberger glaubt, das optimale Setup für das Firnschnee-Derby gefunden zu haben. In der Riesenslalom-Wertung hat Hirscher 50 Punkte (so viel gibt’s für Platz vier) Vorsprung gegenüber Olympiasieger Ted Ligety. In der Slalom-Wertung, die Hirscher auch noch gewinnen kann, liegt der Salzburger fünf Punkte hinter Felix Neureuther. ÖSV-Chefcoach Mathias Berthold hofft, dass Hirscher den Gesamtweltcup schon im Riesentorlauf für sich entscheidet, umso mehr, da für Samstag ein Wetterumschwung prophezeit wird.

Unersättlich

Bei den Damen ist nicht nur der Gesamtweltcup ( Anna Fenninger), sondern auch der Slalom-Weltcup ( Mikaela Shiffrin) schon vor dem Slalom entschieden. Am Sonntag aber will Anna Fenninger im letzten Rennen der Saison auch noch eine kleine Kristallkugel erobern: Nur 14 Punkte beträgt in der Riesenslalom-Wertung ihr Rückstand auf die führende Schwedin Jessica Lindell-Vikarby.