Gut fuhr am Sonntag volles Risiko und hatte dabei ihren Spaß.

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Gut gewinnt den Super-G vor Vonn
12/07/2014

Gut gewinnt den Super-G vor Vonn

Cornelia Hütter ist zum Abschluss des Lake-Louise-Wochenendes als Fünfte bestplatzierte ÖSV-Läuferin.

von Stefan Sigwarth

Am letzten Tag der heurigen Speed-Rennen von Lake Louise hatte das Wetter im kanadischen Nationalpark doch noch ein Einsehen: Sonnenschein statt Schneefall, Temperaturen um den Gefrierpunkt statt im Bereich eines Drei-Sterne-Gefrierfachs. Null Grad und blauer Himmel waren die perfekten Ingredienzien - für den elften Karrieresieg der Schweizerin Lara Gut. Die 23-Jährige aus dem 2000-Einwohner-Dorf Comano im Kanton Tessin gewann in überlegener Manier, eine gehörige Portion Wut nach den missratenen Abfahrten an den beiden Tagen zuvor (Elfte und Fünfzehnte) war auch mit im Spiel. "Der Super-G macht Spaß in Lake Louise, die Abfahrt nicht so. Ich habe mir nur gedacht: Entweder fahre ich voll, oder ich lande im Netz." Dass die Rechnung aufging, quittierte Gut mit einem lauten "Yessssss!" im Zielraum.

Auch Lindsey Vonns Comeback-Rechnung passt: Achte und Erste in den Abfahrten, am Sonntag Zweite, 37 Hundertstelsekunden hinter Gut. "Ich habe sehr viel Selbstvertrauen aus demSieg am Samstaggeschöpft. Ich hatte ein paar Probleme mit dem Timing, aber da brauche ich einfach noch mehr Training." Nächstes Ziel der 30-Jährigen ist ihre Heimatstadt Vail, wo sie im benachbarten Beaver Creek einige Tage Speed-Training einlegen will, um die Defizite zu reduzieren. Die nächste Weltcup-Station aber lässt die Amerikanerin noch aus, Riesenslaloms und Slalom in Åre in Schweden gehen am kommenden Freitag und Samstag ohne Vonn über die Piste.

Finanzielle Sorgen

Tina Maze baute als Dritte ihren Vorsprung im Gesamtweltcup weiter aus, sie liegt nun schon 117 Punkte vor ihrer ersten Verfolgerin Anna Fenninger. Im Gegensatz zu ihren Kolleginnen im slowenischen Skiverband hat die 31-jährige Vorfahrerin keine finanziellen Sorgen, die Löhne ihres Privatteams sind nicht zuletzt dank den Prämien für ihre zwei olympischen Goldmedaillen im vergangenen Februar gesichert. Dem Verband aber droht die Insolvenz, wenn nicht bald neue Geldquellen erschlossen werden können: Dem Vernehmen nach ist das vorhandene Geld im kommenden Februar aufgebraucht. Nicht das Problem der Tina Maze, die nicht zuletzt aufgrund ihres Sieges in der Abfahrt am Freitag "sehr zufrieden mit diesem Super-Wochenende für mich" war. Denn: "Ich bin in Lake Louise noch nie gut gefahren."

Die Österreicherinnen konnten wie schon in der Abfahrt am Samstag nur bedingt mit den Besten Schritt halten. Am Besten gelang dies der Steirerin Cornelia Hütter, die mit einem Rennen am Limit des Machbaren auf den fünften Platz raste. So gut war die 21-Jährige aus Kumberg im Bezirk Graz-Umgebung im Super-G noch nie, sie selbst glaubte freilich zunächst auch nicht so recht daran, was da auf der Anzeigetafel aufleuchtete. "Ich bin technisch nicht so gut gefahren, und gut gesprungen bin ich auch nicht", sagte Hütter, die ihr im Sommer forciertes Sprungtraining weiter vorantreiben wird, um sich nicht unnötig zu gefährden.

Anna Fenninger, die Super-G-Olympiasiegerin von Sotschi, haderte derweil mit ihrem achten Platz: "Ich bin von oben bis unten eigentlich viel zu rund gefahren, da verliert man auf dieser Piste einfach Speed", analysierte die Salzburgerin. "Ich hatte mich auf dieses Rennen gefreut - aber es hat einfach nicht sein sollen." Generell hatten viele Damen mit der sehr direkten Kurssetzung ihre liebe Müh', nach der Besichtigung glaubten viele, in einer runden Fahrweise die Lösung zu finden. Ein Fehler, wie auch Nicole Schmidhofer (13.) erkennen musste: "Ich bin leider ein bissl zu rund angegangen. Aber es hat sich wohl schon herumgesprochen, dass man viel mehr Tempo fahren kann als nach der Besichtigung angenommen."

Endlich kalt

Nichts Neues gibt es in Sachen weiteres Weltcup-Programm: Die Schneekontrolle für die Speed-Rennen in Val d'Isère am Wochenende vor Weihnachten wurde auf Dienstag verschoben. Immerhin: Am Sonntagnachmittag war es endlich kalt genug, um die Schneekanonen anzuwerfen und die grün-braunen Pisten zu bedecken.

Super-G, Zwischenstand
1. Lara Gut SUI 1:18,50
2. Lindsey Vonn USA +0,37
3. Tina Maze SLO 0,81
4. Viktoria Rebensburg GER 0,87
5. Cornelia Hütter AUT 0,91
6. Julia Mancuso USA 0,97
7. Tina Weirather LIE 1,13
8. Anna Fenninger AUT 1,17
9. Daniela Merighetti ITA 1,42
10. Kajsa Kling SWE 1,45
11. Nicole Hosp AUT 1,46
12. Elisabeth Görgl AUT 1,57
13. Nicole Schmidhofer AUT 1,59
14. Mirjam Puchner AUT 1,70
Weiter:
25. Regina Sterz AUT 2,16
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