ÖSV-Star Kriechmayr: "Das war im Nachhinein eine Schnapsidee"

Vincent Kriechmayr vor den Legenden der Streif
Vincent Kriechmayr über den Super-G auf der Streif, sein Desinteresse an Trophäen und die Zukunft seiner Karriere.

Vincent Kriechmayr macht sich nichts aus Trophäen und Medaillen. Der Doppel-Weltmeister von Cortina 2021 (Abfahrt, Super-G) lebt lieber von den Erinnerungen und Emotionen, die er mit seinen großen Triumphen verbindet.

Null Bock auf die Gams

"Ich behalte mir meine Medaillen und Pokale nicht", gestand Vincent Kriechmayr in Kitzbühel. "Die WM-Goldmedaillen habe ich irgendwo bei meinen Eltern gelassen." 

Auch die beiden Goldenen Gämse, die er für seine zwei Siege in Kitzbühel erhalten hat, sind entsorgt. "Bei mir daheim steht nur eine silberne Gams von Kitzbühel. Die habe ich jetzt gerade einmal vom Keller raufgetragen."

Vincent Kriechmayr ist bereit für die Streif

Vincent Kriechmayr ist bereit für die Streif

Vor dem Super-G am Freitag (11.30 Uhr) stellte sich der Oberösterreicher im ÖSV-Teamhotel Kitzhof den Fragen der Journalisten. Vincent Kriechmayr über...

  • den Super-G auf der Streif

Der Super-G hat in Kitzbühel sicher nicht den Stellenwert wie die Abfahrt. Aber wenn man im Weltcup einen Super-G herauspicken kann, dann ist es der auf der Streif.  Auch aufgrund der Geschichte seinerzeit mit Hermann Maier. Das Highlight ist aber sicher die Abfahrt.

  • seine bisherige Saison 

Ein Paar Rennen habe ich schon versemmelt. Mein Speed ist teilweise sehr gut, aber man muss sich halt voll am Limit bewegen und darf keine Fehler einbauen. Sobald du ein bisschen zurückziehst, wirst du durchgereicht.

  • die Bedeutung von Olympia-Gold

Olympia-Gold ist schon das Wichtigste, was du gewinnen kannst. Mag sein, dass eine Kristallkugel aus sportlicher Sicht wertvoller ist. Aber in der Öffentlichkeit hat Olympia-Gold sicher den höchsten Stellenwert.

  • den Kitzbühel-Super-G 2025, als er kurz vor dem Start zurückgezogen hatte.

Das war die erste kleinere Verletzung in meiner Karriere. Ich wollte damals starten, weil ich in der Super-G-Wertung nur 20 Punkte hinten war. Vor dem Start habe ich eine Kniebeuge gemacht und mir gedacht:  Das geht schon.  Aber das war im nachhinein eine Schnapsidee. Ich bin halt auch nicht der Gscheiteste in der Schule gewesen. Das würde ich heute nicht mehr so machen.

  • seine Zukunft 

Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Zurzeit macht mir das Skifahren aber sehr viel Spaß. Ich genieße es mehr als in den letzten Jahren. Es hat einige Sachen gegeben, die nicht ganz so gepasst haben.  Jetzt fahre ich einmal die Saison fertig und dann sehen wir weiter.

Kommentare