Glückskind: Anna Fenninger freut sich in Lienz über ihren fünften Weltcupsieg, den ersten in der laufenden Olympia-Saison.

© APA/HANS KLAUS TECHT

Der Feiertag der Anna Fenninger
12/28/2013

Der Feiertag der Anna Fenninger

Seit 2011 gewinnt die Salzburgerin stets am 28. Dezember einen Riesentorlauf – 2013 erneut in Lienz.

von Christina Pertl

Und auch am Samstag hielt sich die personifizierte Verlässlichkeit im rot-weiß-roten Riesentorlauf-Team am viertletzten Tag des Jahres an ihren eigenen Zeitplan: Vor der Schwedin Jessica Lindell-Vikarby, der US-Dame Mikaela Shiffrin und der Teamkollegin Kathrin Zettel bescherte Fenninger den Ski-Fans in Osttirol ein Déjà-vu. „Verrückt“, war das Wort, das die WM-Dritte von Schladming gebrauchte, um die alljährliche Wiederholung zu beschreiben. Nicht, ohne hinzuzufügen, dass freilich nicht das Datum der Grund dafür gewesen sei, dass sie die Heimserie der Vorjahre weiterführen konnte. Viel mehr seien es die guten Erinnerungen gewesen, die sie beflügelt hätten.

Farbwechsel

„Ich wollte mich an das gute Gefühl von vor zwei Jahren erinnern und es wiederholen“, erklärte Fenninger ihren Renn-Plan, der sich als gut erweisen sollte. „Natürlich fühlt es sich nicht gleich an, wie der erste Sieg, aber es ist sehr speziell für mich – fast noch besser“, sagte Österreichs Frontfrau, die nach den vielen Rennen im den vergangenen Wochen versucht hatte, sich wieder auf sich selbst zu besinnen. „Wenn man so viele Rennen fährt, wird das zum Alltag. Bei Heimrennen wie hier, weiß man, dass das ein besonderer Tag ist. Ich habe versucht, das in Emotionen zu verwandeln“, sagte Fenninger, die sich auch mit der neuen (alten) dunkelbraunen Haarfarbe wieder rückbesinnt. „Wenn ich in den Spiegel geschaut habe, habe ich nicht Anna gesehen“, erklärt sie und quittiert die Frage nach ihrem Umstyling mit einem Grinsen.

Rückfälle

Weniger fröhlich gab sich am Samstag Kathrin Zettel. Die zweitbeste Österreicherin verpasste knapp das Podium – zum vierten Mal in dieser Saison musste sich die Niederösterreicherin mit Rang vier zufrieden geben. „Heute ärgere ich mich wirklich“, machte die 27-Jährige ihren Gefühlen Luft. „Ich finde leider nicht die richtige Mischung bei mir selbst, um zwei solide Läufe runterzubringen.“

Zettel war aber längst nicht die Einzige, die nach dem letzten Riesentorlauf vor der Olympia-Nominierung mit ihrem Ergebnis haderte. „Das darf doch nicht wahr sein“, sagte Elisabeth Görgl, für die der Arbeitstag bereits nach dem ersten Lauf beendet war. Auch Michaela Kirchgasser blieb nach einer verkorksten Fahrt auf der überraschend eisigen Piste in Osttirol im zweiten Durchgang nur noch die Zuschauerrolle.

Riesentorlauf - Lienz
1. Anna Fenninger (AUT) 2:17,00 1:08,65 1:08,35
2. Jessica Lindell-Vikarby (SWE) 2:17,50 +00,50 1:08,63 1:08,87
3. Mikaela Shiffrin (USA) 2:17,51 +00,51 1:08,98 1:08,53
4. Kathrin Zettel (AUT) 2:17,96 +00,96 1:08,67 1:09,29
5. Nadia Fanchini (ITA) 2:18,19 +01,19 1:09,55 1:08,64
6. Federica Brignone (ITA) 2:18,30 +01,30 1:09,24 1:09,06
7. Maria Pietilä-Holmner (SWE) 2:19,21 +02,21 1:09,87 1:09,34
8. Anemone Marmottan (FRA) 2:19,33 +02,33 1:09,90 1:09,43
9. Nina Löseth (NOR) 2:19,48 +02,48 1:10,31 1:09,17
10. Denise Karbon (ITA) 2:19,54 +02,54 1:11,21 1:08,33
11. Elena Curtoni (ITA) 2:19,91 +02,91 1:11,40 1:08,51
12. Francesca Marsaglia (ITA) 2:19,94 +02,94 1:10,54 1:09,40
13. Manuela Mölgg (ITA) 2:20,00 +03,00 1:11,24 1:08,76
14. Tina Maze (SLO) 2:20,25 +03,25 1:10,67 1:09,58
15. Maria Höfl-Riesch (GER) 2:20,39 +03,39 1:10,82 1:09,57
16. Sabrina Fanchini (ITA) 2:20,46 +03,46 1:10,79 1:09,67
17. Tina Weirather (LIE) 2:20,49 +03,49 1:10,43 1:10,06
18. Ragnhild Mowinckel (NOR) 2:20,57 +03,57 1:11,03 1:09,54
19. Dominique Gisin (SUI) 2:20,73 +03,73 1:10,95 1:09,78
20. Marie-Michele Gagnon (CAN) 2:20,79 +03,79 1:11,47 1:09,32
21. Sara Hector (SWE) 2:20,98 +03,98 1:11,02 1:09,96
22. Tanja Poutiainen (FIN) 2:21,09 +04,09 1:11,29 1:09,80
23. Eva-Maria Brem (AUT) 2:21,10 +04,10 1:11,30 1:09,80
24. Viktoria Rebensburg (GER) 2:21,15 +04,15 1:10,73 1:10,42
25. Anne-Sophie Barthet (FRA) 2:21,17 +04,17 1:10,77 1:10,40
26. Marion Bertrand (FRA) 2:21,21 +04,21 1:11,24 1:09,97
27. Emi Hasegawa (JPN) 2:21,28 +04,28 1:10,93 1:10,35
28. Mona Löseth (NOR) 2:21,30 +04,30 1:11,29 1:10,01
29. Julia Mancuso (USA) 2:21,51 +04,51 1:11,43 1:10,08
30. Marie-Pier Prefontaine (CAN) 2:22,06 +05,06 1:10,70 1:11,36

Der letzte Riesentorlauf vor der Olympia-Nominierung am 27. Jänner ist absolviert. Eigentlich hätte der letzte Härtetest in der alpinen Kerndisziplin 2013 Aufschlüsse über die möglichen Starterinnen in Sotschi zulassen können. Hat er aber nicht, denn außer den beiden Fixstarterinnen Anna Fenninger und Kathrin Zettel schaffte es nur eine Läuferin aus dem rot-weiß-roten Team überhaupt in die Ergebnislisten: Eva Maria Brem, die am Ende 23. wurde. Damit steht Damen-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum vor einer schwierigen Olympia-Entscheidung.

Eine andere Entscheidung wurde bereits am Samstag gefällt. Nämlich jene über die Slalom-Bewerbe in Zagreb. Nachdem die Rennen in Kroatien aufgrund des warmen Wetters abgesagt werden mussten, wird nun am 5. Jänner (Damen) und 6. Jänner (Herren) alternativ in Bormio gefahren.

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