Sensationssieg durch Schweizer Viletta

Der Schweizer gewinnt den Super-G in Beaver Creek mit Nummer 30. Reichelt wird als bester Österreicher Fünfter.

Bode Miller hätte einfach auf Bode Miller hören sollen. "Mehr Risiko geht nicht", hatte der Amerikaner nach seinem Abfahrtssieg von Beaver Creek am Freitag gesagt. Doch Bode Miller ist entweder vergesslich, wofür es mit seinen 34 Jahren doch noch etwas gar früh wäre, oder er wollte im Super-G einfach zu viel. So oder so, Miller brachte sich mit einem Steher um die Chance auf den zweiten Sieg binnen 24 Stunden und landete im Feld der Geschlagenen.

Noch nicht einmal dorthin kam Georg Streitberger, der der bei leichtem Schneefall durch ein Tor fuhr statt drumherum und ausschied. Für den 30-jährigen Saalbacher war es schon der zweite Ausfall im zweiten Super-G der Saison, was bitter ist, nachdem er in der letzten Saison schon eineinhalb Hände an der Super-G-Kristallkugel hatte, ehe ihn ein Sturz in Chamonix mattsetzte.

Vielleicht hätte auch Hannes Reichelt auf Bode Miller hören sollen. Statt zur Bestzeit kam der Radstadter aber immerhin auf Platz fünf, was nach vier schweren Fehlern mehr als beachtlich ist und Zeugnis davon ablegt, was vom Super-G-Vizeweltmeister in diesem Winter noch alles kommen könnte.

Und Benjamin Raich? Der schlug sich als Achter achtbar, braucht aber noch Rennen, um nach seinem Kreuzbandriss wieder dorthin zu kommen, wo er war. "Es war eine brave Fahrt, aber ich hab's nicht überall geschafft, ans Limit zu gehen."

Speed-Geheimnis gelüftet

Das verstanden hingegen zwei Schweizer und ein Norweger. Sandro Viletta, 25, und in La Punt-Chamues-ch im Oberengadin zu Hause, verdrängte den bis zu seiner Fahrt führenden Super-G-Olympiasieger Aksel Lund Svindal auf den zweiten Platz. Schnelligkeit ist ein steter Begleiter des Bündners, selbst bei der Nachtruhe: "Man träumt immer, jeden Abend vor dem Einschlafen", gab Viletta zu Protokoll. Gar so überraschend kam die Siegpremiere des einstigen Slalomspezialisten freilich nicht, war Viletta doch bereits im Februar Siebenter in Hinterstoder.

Und Beat Feuz, der Dritte aus dem Emmental, der ist schön langsam ein Dauergast auf dem Stockerl - dritter Podestplatz im fünften Rennen der Saison, da strahlte auch Freundin Katrin Triendl im Tiroler Oberperfuss. Wäre der dreifache Juniorenweltmeister von 2007 (Zauchensee) nicht von einem Kreuzbandriss und später einem Meniskusschaden zurückgeworfen worden, man hätte wohl schon früher von ihm gelesen. Für etwaige künftige Malheure sorgt Triendl übrigens vor, sie studiert Physiotherapie an der FH in Innsbruck.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011