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08.12.2011

Saison-Start für Slalom-Asse

Mit dem Slalom geht die verlängerte Rennserie in Beaver Creek zu Ende. Österreichs Favorit heißt Mario Matt.

Manfred Pranger ist nicht Marlies Schild. Was wie ein hinkender Vergleich klingt, sollten ÖSV-Verantwortliche dieser Tage wie ein Mantra vor sich hermurmeln. Es wäre der Super-GAU schlechthin, würde Manfred Pranger am Donnerstag beim ersten Slalom der Saison in Beaver Creek (17.30 und 20.30 Uhr) auf den Spuren von Österreichs bester Technikerin wandeln.

Die hatte nämlich im vergangenen Jahr extra für den Slalom in Übersee die lange Reise aus Europa angetreten, nur um dann im ersten Tor einzufädeln und auszuscheiden. Eine Negativbilanz, sowohl sportlich als auch organisatorisch.

Auch Manfred Pranger hatte eigentlich nicht geplant gehabt noch in diesem Jahr den Kontinent zu wechseln. Während Slalomspezialisten wie Reinfried Herbst und Mario Matt gerade noch rechtzeitig (sprich auf der Autofahrt zum Flughafen in Denver) von der Verlängerung der Rennserie in Beaver Creek erfuhren und ihren Aufenthalt in den USA verlängerten, bereitete sich der 33-jährige Tiroler zu Hause auf den ursprünglich für Val d’Isère geplanten Bewerb vor.

Pranger, der noch immer an Rückenschmerzen laboriert, nutzte die Zeit um Material zu testen und geht nun mit einem neuen Schuh-Fabrikat (Fischer statt Tecnica) an den Start. „Ich konnte das aggressive Material von früher einfach nicht mehr fahren“, erzählt der Weltmeister von 2009.


Favoriten

Zum Kreis der Herausforderer, die auf Slalom-und Gesamtweltcupsieger Ivica Kostelic (Kro) und Weltmeister Jean-Baptiste Grange (F) Jagd machen, gehört auch ein anderer Österreicher: Mario Matt. Der Doppelweltmeister von 2001 und 2007 hatte nach Verletzungspech und dem Absturz in der Weltrangliste in der vergangenen Saison wieder den Anschluss an die Weltspitze geschafft.

In Bansko (Bul) und Kranjska Gora (Slo) lachte der 32-Jährige wieder ganz oben vom Siegespodest. Nur noch ein 14. Slalom-Sieg trennt Matt nun davon, mit Benjamin Raich in der ewigen rot-weiß-roten Bestenliste gleichzuziehen.

Frühform

Die Chancen, dass das bereits beim Saisonauftakt in Beaver Creek gelingt, stehen gut. Hat Matt doch heuer so früh wie noch nie die optimale Materialabstimmung gefunden. "Ich musste nach dem Vorjahr nicht mehr viel ändern", erklärt der Tiroler Tüftler seine gute Frühform.

Neben Matt gehen die Routiniers Raich, Hirscher, Herbst und Pranger, der Rückkehrer Rainer Schönfelder und die Nachwuchshoffnungen Marc Digruber, Patrick Bechter, Christoph Dreier und Wolfgang Hörl für Österreich an den Start. Als Geheimfavorit wird vor allem Letzterer gehandelt. Hatte doch der 28-jährige Saalfeldener Hörl im internen Training immer zu den Besten gehört. "Mein Schwung war immer schnell. Jetzt bin ich aber auch beständiger", erklärt Hörl seinen Aufschwung.

Neuland

Für Michael Pircher ist der Abschlussbewerb in Beaver Creek die Premiere als Slalom-Coach. Woran man seine Handschrift erkennt? "Daran, dass wir nun auf alle Bedingungen gut vorbereitet sind", sagt der Schladminger und verweist darauf, dass man nicht nur vorrangig auf vereisten Pisten, sondern vielseitiger trainiert habe und so auch auf die Bedingungen in Colorado bestens vorbereitet sei.

Kurios: Mit der spontanen Anreise nach Beaver Creek hatten es Manfred Pranger und Co. immer noch besser erwischt als das japanische Slalomteam. Die Mannschaft des Österreichers Christian Leitner war nach dem vermeintlichen "Nein" zur Verlängerung der Rennserie zurück nach Europa geflogen. Kaum angekommen, erfuhren sie, dass der Slalom nun doch wieder in den USA stattfindet.

Bleibt zu hoffen, dass es auch ihnen nicht so geht wie einst Marlies Schild.

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