Olympia-RTL: Sensationssieg für Brasilien, ÖSV-Stars enttäuschten
Lucas Pinheiro Braathen im Zielraum.
Lucas Pinheiro Braathen hat Sportgeschichte geschrieben, nicht nur Skigeschichte. Der 25-Jährige holte die allererste Winter-Olympiamedaille für Brasilien – und diese glänzt in Gold. Er war danach den Tränen mehr als nur nahe: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe so viele Emotionen in mir, ich kann sie gar nicht richtig ausdrücken. Ich bin so stolz und dankbar - meiner Familie, den Freunden und auch Brasilien. Wir haben heute Geschichte geschrieben."
Der in Oslo geborene Braathen (Vater Norweger, Mutter Brasilianerin) legte die Basis zum Sieg im Riesentorlauf auf der Stelvio bereits im ersten Lauf. Mit Startnummer 1 deklassierte er mit einer fabelhaften Bestzeit die gesamte Konkurrenz. Selbst Superstar Marco Odermatt konnte mit Braathen nicht Schritt halten und gewann mit Silber seine dritte Medaille bei diesen Olympischen Spielen. Gold fehlt dem besten Skifahrer der Gegenwart allerdings noch.
Diesmal war er dennoch zufrieden: "Lucas hat den Lauf seines Lebens gezeigt heute. Für mich ist es die schönste Medaille bei den Spielen. Die letzten Tage waren nicht die einfachsten."
Rang drei und damit Bronze ging an Odermatts Landsmann Loic Meillard.
Die Hoffnungen im österreichischen Herren-Team waren groß für den Olympia-Riesentorlauf auf der Stelvio. Immerhin stellt der ÖSV in dieser Disziplin mit Stefan Brennsteiner und Marco Schwarz zwei Saisonsieger. Doch aus der Riesenchance auf eine Medaille wurde eine Riesen-Enttäuschung.
ÖSV-Stars mit Rückstand
Bester Österreicher wurde Stefan Brennsteiner auf Rang acht. "Ich habe mich eigentlich oben gut gefühlt, aber unten war ich bei ein, zwei Toren etwas schlampig und das hat im Flachen viel Zeit gekostet", sagte Brennsteiner. "Ich habe viel probiert, aber ich bin mit den Besten heute nicht mitgefahren. Das war leider zu wenig."
Knapp dahinter platzierte sich Marco Schwarz, der nur im zweiten Lauf zeigte, wozu er fähig ist. Der Kärntner machte im Klassement einen ordentlichen Sprung nach vorne. „Das war Schadensbegrenzung, weil der erste Durchgang war richtig schlecht“, sagte Schwarz. „Ich habe im zweiten Lauf einen anderen Ski genommen, das war etwas besser.“
Patrick Feurstein, der nach dem ersten Durchgang 13. war, fiel hingegen zurück: "Ich bin leider zu unsauber Ski gefahren." Raphael Haaser vergab schon mit einem vermurksten ersten Lauf alle Chancen. „Oben bin ich auch im zweiten Durchgang leider nicht so gefahren, wie ich es mir vorgenommen habe“, sagte er im Ziel. „Aber ab der Hälfte war es in Ordnung."
Stefan Brennsteiner verlor als bester Österreicher zwei Sekunden auf Pinheiro Braathen
Kommentare