Fit für den Riesentorlauf: Brennsteiner will das ewige Pech abschütteln

Vor dem Männer-Riesentorlauf (Start um 10 Uhr): Stefan Brennsteiner und seine negativen Erfahrungen bei Großereignissen.
Bitter, bitter: Brennsteiner und das Pech in Saalbach

Es gibt gewisse Fragen, die man Stefan Brennsteiner lieber nicht stellen sollte: Etwa, ob er unter Bindungsängsten leidet. Wer erinnert sich nicht an die WM vor einem Jahr in Saalbach-Hinterglemm, als der Salzburger Riesentorlaufspezialist schon nach wenigen Schwüngen nur mehr mit einem Ski dastand, weil sich unerwartet die Bindung geöffnet hatte. 

„Nicht jeder hat den Skisport so erlebt, wie ich ihn erlebt habe“, sagt der besonnene Salzburger vor dem Olympia-Riesentorlauf am Samstag auf der Stelvio (10/ 13.30 Uhr, live ORF1). „Er kann halt einfach brutal sein."

Stefan Brennsteiner ist in dieser Hinsicht ein gebranntes Kind. Der verlorene Ski in Saalbach-Hinterglemm war ja nicht sein erstes Malheur bei einem Großereignis. Man wartet ja bei ihm mittlerweile schon förmlich darauf, was ihm als Nächstes widerfährt.

Schmerzhaft

Es war bei den Olympischen Spielen 2018 in Südkorea, als das Unheil seinen Lauf nahm. Stefan Brennsteiner war im zweiten Riesentorlauf-Durchgang unterwegs in Richtung einer Medaille, als er im Fangnetz landete – Kreuzbandriss.

Vier Jahre später in Peking lag mit Rang 2 nach Lauf 1 die ersehnte Olympia-Medaille erneut am Silbertablett – diesmal leistete Brennsteiner kurz vor dem Ziel einen kapitalen Bock und wurde im Klassement auf den 27. Platz durchgereicht.

Veritable Pechsträhne

Aber auch bei seinen bisherigen Auftritten bei Weltmeisterschaften hatte der erfahrene Pinzgauer eine veritable Pechsträhne. 2021 in Cortina schied er am Weg zu einem Podestplatz aus, 2023 in Courchevel kam er zwar ins Ziel, verpasste als Vierter aber knapp eine Medaille. Zu schlechter letzt dann das Bindungsproblem in Saalbach.

Trotz aller Missgeschicke und Probleme hat Stefan Brennsteiner nie seinen Humor verloren. „Ich kann aus dem Ganzen auch etwas Positives mitnehmen“, sagt der 34-Jährige, „ich war bei vielen Großereignissen in Hochform.“

Stefan Brennsteiner weiß aber auch, dass sein Unlauf bei Großereignissen auch hausgemacht ist. Genau das hat er mit seiner Mentalbetreuerin aufgearbeitet. „Ich war oft inkonstant und fehleranfällig, weil ich bei wichtigen Rennen vom Nervositätslevel einfach drüber war.“

Gewisse Gelassenheit

Seine Erfahrung, nicht zuletzt aber der erste Weltcupsieg in diesem Winter in Copper Mountain, haben Brennsteiner eine gewisse Gelassenheit verliehen. „Die Gefahr ist jetzt geringer, dass ich irgendeinen Blödsinn mache“, sagt er. Und dann sollten sich auch die Fragen aufhören: Wie meinte er doch gleich: „Schön wäre, wenn wir am Samstag nimmer darüber reden müssen.“

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