Brennsteiner nach dem Premieren-Sieg: "Ich war wirklich nervös"

Stefan Brennsteiner freut sich in Copper Mountain über seinen ersten Sieg im Weltcup.
Stefan Brennsteiner feierte mit 34 Jahren seinen ersten Weltcupsieg. Der Riesentorlauf-Spezialist hat vier Kreuzbandrisse und viele Rückschläge hinter sich.

Wer die Karriere von Stefan Brennsteiner verfolgt hat, der weiß aus leidiger Erfahrung: Bloß nicht zu früh in Euphorie ausbrechen, nur ja nicht die Ski-Feste feiern, bevor sie gefallen sind. Nicht von ungefähr galt der 34-jährige Salzburger bislang im Weltcup als Pechvogel schlechthin.

Genau aus diesem Grund begleiteten Stefan Brennsteiner auch dermaßen viel Skepsis und Fatalismus bei seiner Siegesfahrt im Riesentorlauf von Copper Mountain. Bei einem, dem das Schicksal so übel mitgespielt hat wie ihm, musste ja jeder zwangsläufig mit dem Schlimmsten rechnen. Und sei es ein niedliches Eichhörnchen, das sich ihm in den Weg stellt.

Pannenserie

„Ich war wirklich nervös“, gestand Stefan Brennsteiner nach seiner souveränen Fahrt zum ersten Weltcupsieg. 

Niemand hatte in diesem Moment freilich an den Fähigkeiten und dem Nervenkostüm des Routiniers gezweifelt, immerhin beherrscht dieser Stefan Brennsteiner seit Jahren einen der schnellsten Riesentorlaufschwünge im Weltcup.

Aber es kam dem Pechvogel vom Dienst auf dem Weg zum großen Coup bislang halt auch immer irgendwas dazwischen: 

Mal wars ein Kreuzbandriss (Winterspiele 2018), mal ein Anfängerfehler (Winterspiele 2022), bei der Heim-WM in Saalbach-Hinterglemm verlor Lokalmatador Brennsteiner nach wenigen Sekunden einen Ski. „Nicht jeder hat den Skisport so brutal erlebt, wie ich ihn erlebt habe“, sagt der Salzburger. „Aber das hat mir die Freude am Skisport nicht vermiesen können.“

Stefan Brennsteiner musste 34 Jahre alt werden, vier Kreuzbandrisse und noch viel mehr Rückschläge verkraften, ehe er sich endlich für seine Zähigkeit belohnen konnte. 

Ja, Marco Odermatt mag in Copper Mountain im ersten Lauf ausgeschieden sein und die Türe für den Premierensieg geöffnet haben, aber der Österreicher präsentierte sich im Stile des Schweizer Seriensiegers: Ein Vorsprung von 0,95 Sekunden hat durchaus Odermatt-Dimensionen.

"Jeder gönnt es ihm"

„Jeder gönnt es ihm, weil jeder weiß, was er in den letzten Jahren alles durchgemacht hat“, meinte ÖSV-Herrencoach Marko Pfeifer, der einmal mehr auf eine starke Performance seines Teams blicken durfte. Mit Comebacker Marco Schwarz landete der zweitbeste Österreicher auf Rang vier, im Nationencup liegen die Österreicher nach dem gelungenen Saisonstart schon fast 400 Punkte vor den Schweizern.

Eine Momentaufnahme, oder doch vielleicht mehr? „Die Stimmung im gesamten Team ist gerade sehr gut“, befindet ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer nach seinem Kurztrip nach Copper Mountain. Die Männer übersiedeln jetzt nach Beaver Creek, wo drei Rennen auf dem Programm stehen.

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