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25.02.2018

Russen bezwingen Deutsche im Eishockey-Finale

Der entscheidende Treffer zum 4:3 fiel erst in der Verlängerung, in der 70. Minute.

Das Team der Olympischen Athleten aus Russland (OAR) hat bei den Winterspielen in Südkorea in einem dramatischen Eishockey-Finale gegen Deutschland Gold geholt. Der Turnierfavorit besiegte das Überraschungsteam am Samstag in Gangneung 4:3 nach Verlängerung (1:0,0:1,2:2 - 1:0). Das Goldtor für die unter neutraler Flagge spielenden Russen erzielte Kirill Kaprisow in der 70. Minute im Powerplay.

Die Schlussphase war an Dramatik kaum mehr zu überbieten. Deutschland war in der 57. Minute durch Jonas Müller erstmals in Führung gegangen, ehe Nikita Gusew die Russen 55 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit in Unterzahl in die Verlängerung rettete.

Für die Russen war es der erste Olympiasieg seit 1992, damals nach dem Zerfall der Sowjetunion noch als GUS. Deutschland, das davor sensationell Weltmeister Schweden und noch überraschender Titelverteidiger Kanada ausgeschaltet hatte, holte in Südkorea die erste olympische Medaille seit Bronze 1976 in Innsbruck. Für die wegen des Sotschi-Dopingskandals dezimierten Russen war es in PyeongChang das erst zweite Gold.

Ausgeglichen

Das deutsche Team kämpfte gegen die russischen KHL-Stars um Pawel Dazjuk und Ilja Kowaltschuk bravourös, doch am Ende reichte es nicht zur Vollendung einer der größten Sensationen in der Olympiageschichte. Wjatscheslaw Wojnow (20. Minute), Nikita Gusew (54./60.) und Kaprisow schossen die Russen zum neunten Olympiasieg.

Felix Schütz erzielte im zweiten Abschnitt das zwischenzeitliche 1:1 (30.), bis zum Ende blieb das Endspiel tatsächlich ausgeglichen. Dominik Kahun (54.) traf in einem wahren Thriller nur zehn Sekunden nach der neuerlichen Führung des Favoriten erneut zum verdienten Ausgleich, ehe Müller sogar die erstmalige Führung für den Außenseiter erzielte. Russland rettete sich aber gerade noch so in die Verlängerung und kam schlussendlich auch noch zum Sieg.