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21.02.2018

Gold geht über den "Cab Double Cork 1080"

Anna Gasser, die Sportlerin des Jahres, will am Donnerstag in ihrer Paradedisziplin hoch hinaus.

Anna Gasser gibt zu, dass sie in den vergangenen Tagen ein bisschen durch den Wind war. Ihr olympischer Fehlstart im Slopestyle-Bewerb, in dem die Mitfavoritin bei turbulenten Bedingungen verblasen worden war und nicht ihr Können abrufen konnte, hatte der Kärntnerin ziemlich zugesetzt. "Ich war schon sehr nervös", gestand Gasser, "ich bin um sechs Uhr aufgewacht, das ist sehr untypisch für mich."

Mittlerweile kann die Kärntnerin schon wieder etwas beruhigter schlafen, nachdem es in der Qualifikation für den wetterbedingt auf Donnerstag vorgezogenen BigAir-Wettkampf (1.30 Uhr MEZ) kein böses Erwachen gab. Ganz im Gegenteil: Die Kärntnerin sprang sich sogar in die Favoritenrolle für den Bewerb im Skisprungstadion von Alpensia.

Cab-Double-was?

Österreichs Sportlerin des Jahres packte in der Qualifikation ihren neuen Paradesprung aus, den sie in den vergangenen Monaten einstudiert hat. Für den verkehrt angefahrenen "Cab Double Cork 1080" erhielt die Österreicherin 98 Punkte, mit Abstand die höchste Wertung aller Athletinnen.

"Ein Cab-Double-was?", werden sich viele denken. Anna Gasser hilft den KURIER-Lesern auf die Sprünge und erklärt den Trick in allen Einzelheiten: "Man fährt verkehrt an, das heißt bei uns switch, dann springt man rückwärts ab und macht anschließend in der Luft eine Dreifach-Drehung mit zwei Mal überkopf", erklärt die 26-Jährige. "Ein Turner würde dazu doppelter Salto mit ganzer Schraube sagen, aber Dreifach-Drehung mit zwei Mal überkopf klingt für mich besser."

Es spricht für Gasser und ihr Selbstvertrauen, dass sie in der Qualifikation einen spektakulären Trick auspackte, den die Öffentlichkeit so noch gar nicht kannte. Diesen Sprung hatte sie zuvor nur einmal präsentiert, bei ihrem Sieg bei den X-Games in Aspen. "Es tut sehr gut, zu wissen, dass der Sprung auch im Wettkampf und unter Druck funktioniert", erklärt Gasser. "Ich werde ihn auch brauchen, denn die Leistungsdichte ist hier enorm."