Der Skandal: 2015 stürzt hinter Hirscher eine Drohne ab. 

© ORF Screenshot

Sport Wintersport
12/22/2020

Hirscher, Drohne, Tomba und Co.: 5 denkwürdige Madonna-Rennen

Auf der berühmten Piste im Trentino geht es heute wieder um Weltcup-Punkte.

von Florian Plavec

Mit einem Klassiker geht der Weltcup in seine heiße Phase. Eröffnet wird sie heute (17.45/20.45/live ORF 1, Eurosport) mit dem Slalom in Madonna di Campiglio. Auf der steilen Piste Canalone Miramonti wurden viele Ski-Geschichten geschrieben. Eine Auswahl.

Der Drohnenangriff

Wäre Marcel Hirscher am 22. Dezember 2015 im zweiten Durchgang nur wenige Hundertstelsekunden langsamer gewesen, hätte die Situation tödlich enden können. Unmittelbar hinter dem Salzburger stürzt eine schwere Kamera-Drohne ab und zerschellt auf der Piste. „Da darf man gar nicht nachdenken, was da passieren kann“, sagt Hirscher nach dem Rennen. Dass der Sieg an Henrik Kristoffersen geht, ist an diesem Abend nur Nebensache.

Das Carving-Wunder

Sie wurden als Kinder-Skier verspottet. Niemals werde ein Ski-Profi ein Rennen auf einem Carver gewinnen, hieß es. Am 13. Dezember 1999 beweist Finn Christian Jagge das Gegenteil. Der Norweger, der sich schon im Herbst seiner Karriere befindet, siegt auf dem steilen Hang in Madonna auf 1,76 Meter kurzen Skiern und leitet damit eine Material-Revolution ein: Kurz darauf fährt der 20-jährige Tiroler Nachwuchsfahrer Mario Matt in Kitzbühel mit Carvern an allen Stars vorbei und mit Startnummer 47 zum Sieg.

Sykoras Premiere

Mehr als 10.000 Tifosi brüllen Alberto Tomba bei seinem Comeback zur Laufbestzeit im zweiten Durchgang. Doch am 17. Dezember 1996 reicht es für den Italiener nur für Rang zwei. Geschlagen wird der größte Showman vom größten Läufer (1,91 m). Der 28-jährige Niederösterreicher Thomas Sykora gewinnt seinen vierten Weltcup-Slalom und am Ende der Saison zum ersten Mal die Disziplinenwertung. Es ist der erste Sieg für einen Österreicher in Madonna. Drei weitere (Mario Matt und zwei Mal Hirscher) folgen.

Stenmarks Rekord

Der KURIER titelt im Dezember 1983 auf einen Österreicher: „Der 22-jährige Salzburger Robert Zoller wurde in Madonna Zweiter“. Schneller ist bei diesem Rennen in beiden Durchgängen aber einmal mehr Ingemar Stenmark. Der zurückhaltende Ausnahmesportler aus Schweden gewinnt zum fünften Mal einen Slalom in Madonna di Campiglio und ist damit der Rekordsieger. Seinen ersten Sieg beim Klassiker holte er genau neun Jahre zuvor. Es war der erste seiner 86 Weltcupsiege (Rekord).

Euphorie um Tomba

Alberto Tomba ist von seinem Auftreten her das Gegenteil von Stenmark: Extrovertiert, laut und um keinen Spruch verlegen. Der Mann aus Bologna ist mit Miss Italien liiert, fährt Ferrari und genießt das Bad in der Menge, vor allem in Madonna. Dort, in Tomba-Land, gewinnt er im Dezember 1995 an seinem 29. Geburtstag zum 30. Mal. „Mein größter Sieg!“, jubelt Tomba. „Ich widme ihn allen meinen Fans, die mich lieben. Der Rest soll zum Teufel gehen.“

Info: Dieser Artikel ist in ähnlicher Form bereits im Jänner 2020 erschienen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.